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07. Januar 2009

Reizvolle Mischung aus Sport und Künstlerischem

BZ-INTERVIEW mit Michael Obrecht, der das Freiburger Rollkunstlaufteam und die Rollkunstlauf-Nationalmannschaft trainiert

  1. Michael Obrecht Foto: M. bamberger

Vierfacher Weltmeister, Bundestrainer und ein echtes Freiburger Bobbele: Michael Obrecht, 57 Jahre alt, war von Anfang an dabei. 1968 holte er seinen ersten Titel als Vizeweltmeister, ein Jahr später eröffnete in Freiburg die erste reine Rollkunstlaufhalle Deutschlands. Seither ging es für ihn und den Rollkunstlaufsport in Freiburg steil bergauf. Seit 15 Jahren trainiert er die Deutsche Rollkunstlauf-Nationalmannschaft. Zur Zeit bereitet er das Freiburger Rollkunstlaufteam auf die deutschen Meisterschaften vor. Danach wird sich zeigen, wer bei der Weltmeisterschaft im November mitlaufen darf. Anna Blattner hat mit Obrecht gesprochen.

BZ: Was erwartet die Freiburger Zuschauer bei der Rollkunstlauf-WM 2009?
Michael Obrecht: Es gibt natürlich attraktive Wettbewerbe und eine Eröffnungs- und Schlussfeier. Da dürfen die Freiburger ne ganze Menge erwarten. Auch sportliche Leistungen, die sie sich auf Rollschuhen vielleicht nicht vorstellen können.

BZ: Warum haben Sie als junger Mann mit dem Rollschuhlaufen angefangen und wie kamen Sie dazu, das als Leistungssport zu betreiben?

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Obrecht: Da war ich kein junger Mann, da war ich ein Kind (lacht). Wir wohnten genau gegenüber von der Freiburger Turnerschaft und da war eine Rollschuhbahn. Wir hatten einen Trainer auf der Bahn, den Herrn Professor Kraft, der war von meinem Talent megamäßig überzeugt und hat dann meiner Mutter und mir zugeredet, dass ich diese Geschichte ernsthaft betreiben soll. Und ich hatte Lust dazu und merkte natürlich auch bei den ersten Meisterschaften, dass ich da ziemlich gut abgeschnitten habe. So kam eins zum anderen.
BZ: Warum ist Freiburg zur Hochburg für Rollkunstlauf geworden?
Obrecht: Wir sind eine der wenigen Städte, die eine eigene Rollschuhhalle haben, in der also nur Rollkunstlauf betrieben wird. Das ist ein großer Vorteil im Vergleich zu anderen Städten. Wenn also die Bedingungen so gut sind, entwickelt sich da was.
BZ: Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen Rollschuhlaufen und Rollkunstlaufen und warum begeistern sich heutzutage Leute für diesen Sport?
Obrecht: Wenn ich in der Öffentlichkeit einfach nur im Kreis laufe, ist das eine Geschichte. Das ist ja nur ein Vorwärts-, bestenfalls Rückwärtslaufen. Aber wenn es um Pirouetten, Sprünge und Laufen auf Musik geht, ist das eine andere Geschichte. Da sind zum Beispiel hoch komplizierte Kunstfiguren zu bewältigen. Ich denke, dass diese Sportart durchaus was Tolles hat. Wenn man Lust hat, sich körperlich zu betätigen, auch etwas auf Musik zu machen und das mit Sport verknüpfen will. Dass es eben auch ein bisschen ans Künstlerische grenzt. Aber es ist auch eine sehr athletische Angelegenheit. Es hat einfach seinen Reiz, diese Dinge zu mischen.

Autor: ahb