Entnahmeverbot für Bachwasser gefordert

Max Schuler

Von Max Schuler

Do, 30. August 2018

Denzlingen

Fischpächter in Reute sehen Glotter durch Bauern ausgebeutet.

DENZLINGEN/REUTE (max). Die fünfköpfige Pächtergemeinschaft aus Reute kümmert sich um die Pflege der dortigen Glotter und fordert ein komplettes Wasserentnahmeverbot für den Bach. Martin Kury, der als Sprecher fungiert, beschuldigt die Landwirte auf Denzlinger Gemarkung, dass sie zu viel Wasser aus der Glotter entnehmen – und die Fische sterben müssen. Der Argumentation des Emmendinger Landratsamtes kann er nicht folgen. Das Amt verweist in einer Stellungnahme gegenüber der Badischen Zeitung auf die strikten Entnahmeregeln für Landwirte in Trockenzeiten – für jeden entnommenen Liter, müssen zwei Liter aus dem Tiefbrunnen in den Bach gepumpt werden – und sieht in der natürlichen Versickerung den Grund für die ausgetrocknete Glotter bei Reute.

Zwar gesteht Kury ein, dass ein Teil des Wassers versickert, doch das Hauptproblem liege in den Pumpanlagen der Landwirte, die zu viel Wasser aus dem Bach ziehen würden – trotz der Wasserzufuhr aus Tiefbrunnen. "Wie ist es möglich, wenn so viel Wasser zugeführt wie abgepumpt wird, dass der Wasserpegel sich bei uns zwei bis dreimal täglich deutlich verändert? Das ist doch komplett unlogisch", sagt der Reutemer. "Sobald die Pumperei aufhört, fließt wieder mehr Wasser bei uns, das haben wir schon mehrfach beobachtet".

Es sei auch niemand da, der diese Entnahmeregeln ausreichend kontrolliere. Damit widerspricht Kury den Landwirten und dem Amt. Aus Kurys Sicht sollen die Landwirte Tiefbrunnen bauen und von dort das Wasser beziehen – und komplett die Finger von der Glotter lassen. "Die Lobby der Wasserentnehmer scheint aber größer zu sein als die der Tiere in der Glotter", so lautet Kurys Fazit. Zusammen mit seinen Kollegen setzt er jedes Jahr Bachforellen in dem Gewässer aus.

Vergangene Woche hat die Gemeinde Reute Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt, weil dieses Jahr mehrmals die Glotter kein Wasser mehr führte. Das Landratsamt sieht dafür aber nicht die Landwirte verantwortlich, die Wasser aus dem Bach entnehmen, um ihre Felder zu beregnen.