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16. Dezember 2011

Kampf den Energiefressern

Schüler der Grundschule Reute absolvierten eine Ausbildung zum Junior-Energie-Detektiv (EDe).

  1. Schülerinnen und Schüler der Grundschule in Reute jagten als Detektive eine ganze Reihe von Energiefressern. Foto: Pia Grättinger

REUTE. Alle 17 Schülerinnen und Schüler der vierten Klasse der Reuter Grundschule dürfen sich jetzt Junior-Energie-Dektektiv − abgekürzt "EDe"− nennen. Sie haben es schwarz auf weiß, belegt mit einer Urkunde. Vier Stunden waren sie der Energie auf der Spur; es wurde experimentiert, getestet, ausprobiert und geprüft. Die Neun- und Zehnjährigen haben mit Eifer erfahren, wie viel Energie buchstäblich aus dem Fenster geworfen wird. Das wiederum hat sie zu cleveren und coolen Detektiven werden lassen.

Energiedetektiv (EDe) und Ausbildungsleiter Ralf Schneckenburger kam vom Stuttgarter Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft mit einer solarzellenbewehrten Kappe auf dem Kopf nach Reute. Er hatte ein tolles Mitmachprogramm dabei und verstand es, mit einfachen Beispielen die Schüler für die Energiesparsache zu begeistern. Im Gepäck hatte er für alle ein Detektiv-Heft mit vielen Informationen und Rätseln. Zuerst ging es darum, was Energie ist und welche Wirkung sie hat. Dabei ging es um Wärme, Licht, Wasser, Wind, Sonne und Biomasse.

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Lucas und Estelle durften kleine Generatoren drehen − bis die Glühbirnen leuchteten. Samuel und Johanna waren im Klassenzimmer als Energiesuchdiebe unterwegs und stellten dabei fest, dass es am Fenster und am Fußboden am kältesten und oben unter der Decke am wärmsten ist, weil warme Luft nach oben steigt. Eine andere Gruppe testete vier verschiedene Glühbirnen. Sie konnten messen, wie viel Licht (Lux) eine Lampe abgibt und wie viel Strom sie verbrauchen.

Wer hat den Strom geklaut? Simon und Sarah stellten fest, dass zwar das Radio ausgeschaltet ist, aber dennoch Strom verbraucht − nur wenig zwar, aber immerhin. Von EDe erfuhren die Kinder, dass dies mit einer ausschaltbaren Steckdosenleiste schnell behoben werden kann. Dem Stromfresser wird der Garaus gemacht.

Mit einem Kartenspiel wurden die "Energie-Schwerverbrecher" im Haushalt aufgedeckt, wie der Wäschetrockner, die Wasch- und die Spülmaschine. Einiges hatten die Schüler bereits von ihrer Lehrerin Wilma Skibitzki erfahren, die ebenfalls vier Stunden Detektiv spielte. Im zweiten Teil ging es dann um die Energien, die aus Wind, Wasser, Sonne und Biomasse entstehen können.

Das Ministerium möchte mit der Aktion auch die Eltern erreichen. So hat die Grundschule in Reute ein Energiemessgerät erhalten, das sich die Kinder für zuhause ausleihen können, um "Energiedieben" auf die Spur zu kommen. Zusätzlich erhielten die Schüler einen Energie-Spar-Vertrag, den sie mit ihren Eltern abschließen können. Die Kinder überprüfen Einsparungen, von denen sie − und die Umwelt − am Ende über ein "Energie-Sparbauch" profitieren. "Das muss ich unbedingt meinen Vater erzählen, dass er die Steckleiste ändert, meinte Lukas. Simon dagegen stellte fest, dass auch er künftig weniger Fernsehen schauen wird. Nach den Nachrichten sei Schluss. Die neunjährige Sarah meinte indes ganz gelassen: "Ich schau eh nicht viel."

Autor: Pia Grättinger