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31. Dezember 2011

Reuter Gemeinschaft intakt

JAHRESRüCKBLICK 2011: Dominierendes Thema war die Gestaltung der neuen Ortsmitte.

  1. Im Jubiläumsjahr der Feuerwehr beteiligten sich einige Wehrmänner unter Atemschutz beim Benefizlauf für die Reuter Jugend. Foto: Pia Grättinger

  2. Freude herrschte bei den Schülern der Grundschule Reute über die neue Aula, die vielseitig zu verwenden ist. Auch Lehrer und Eltern äußerten sich positiv. Foto: Archivfotos: Pia Grättinger

  3. Die Firma Sick wird ihren Reuter Betrieb erweitern. 150 Arbeitsplätze entstehen zusätzlich. Foto: Pia Grättinger

REUTE. Viel Positives ist in Reute im vergangenen Jahr gelaufen. Dank der unvorhergesehenen Steuermehreinnahmen konnte sich die Gemeinde gut weiter entwickeln. Dazu hat vor allem die politische Gemeinde beigetragen. Aber auch die Kirchengemeinde und die Vereine, deren Mitglieder sich immer wieder ehrenamtlich einbringen, können eine im Prinzip erfreuliche Jahresbilanz 2011 ziehen.

Auch in Reute hat sich gezeigt, dass die Kommunalpolitik, die Kirchen, die Vereine, aber auch jeder einzelne Bürger, die Grundsäulen des gesellschaftlichen Lebens im Ort darstellen. Die Dorfgemeinschaft ist intakt, so der Endruck.

Für die Kommunalpolitik fing das Jahr im Hinblick auf den Haushalt 2011 gar nicht so gut an. Doch die Konjunktur erholte sich schnell und es ging aufwärts, die Steuereinnahmen sprudelten unerwartet. Die Gemeinde hat stets kontinuierlich in die Infrastruktur investiert. Das ganze Jahr über stand und steht die Sanierung der "Neuen Ortsmitte" im Mittelpunkt. Reute soll nicht nur schöner werden, sondern auch einen echten Ortskern erhalten, damit sich Einwohner und Besucher wohlfühlen. Reute wurde in das Landessanierungsprogramm aufgenommen und bekam für die Ortsmitte dementsprechende Zuschüsse zugesagt. Da die erhaltenen Fördermittel für die Sanierung der Ortsmitte zum großen Teil schon aufgebraucht sind, hat die Gemeinde weitere Zuschüsse beantragt. Darüber wird 2012 entschieden. Für die neue Ortsmitte hat die Gemeinde inzwischen das Kindergarten- und Pfarrsaalgelände in Oberreute sowie das alte Försterhaus in der Hauptstraße 4 erworben. Zur Gestaltung wurde mit einem Studentenwettbewerb gestartet. Architekturstudenten der Universität Stuttgart weilten in Reute und machten sich Gedanken, wie die Ortsmitte vielleicht aussehen könnte. Herauskamen viele Ideen, die Anfang Mai der Öffentlichkeit im Kindergarten Unterreute vorgestellt wurden. Drei Preise wurden an die Studenten für die besten Vorschläge vergeben. Die Vorschläge fanden bei den Reutern großes Interesse.

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Inzwischen hat sich ein Arbeitskreis gebildet, der aus 14 Reuter Bürgern besteht. Auch Bürgermeister Michael Schlegel und Gemeinderäte sind darin aktiv. Als Vorlage dienen dem Arbeitskreis die Vorschläge der Architekturstudenten. Zur Gewerbeausstellung des Gewerbevereins sollen die Ergebnisse des Arbeitskreises im März der Bevölkerung vorgestellt werden.

Nicht so sehr für die Eltern erfreulich: Die Kindergartengebühren wurden um 5,26 Prozent erhöht.

Im August bekam die Jugend mit der Netzwerkerin Sarah Spieler eine neue Jugendreferentin. Es gab gelungene Ferienspielaktionen, auch ist ein Skaterplatz entstanden.

Der zehnte Preis der Meisterstiftung ging dieses Jahr an die 92-jährige Rosa Hettich, die sich stark für Chile engagierte. Der Preis ist mit 1500 Euro dotiert.

Die Firma Sick will in Reute erweitern; weitere 150 neue Arbeitsplätze entstehen, so dass die Belegschaft dann auf 500 Beschäftigte anwachsen wird. Der Gemeinderat erweitert deshalb das Gewerbegebiet "Hundslache", wo sich das Sick-Betriebsgelände befindet. Das Unternehmen ist Reutes größter Steuerzahler.

Bei der Haushaltseinbringung 2012 stand fest, dass es mit Reute finanziell aufwärts geht. Der Haushalt hat ein Gesamtvolumen von 6,12 Millionen Euro. Verbessern wird sich die Gewerbesteuer und die Einkommenssteuer.

Gekürzt hat der Gemeinderat die Förderung für private Modernisierungen im Sanierungsgebiet neue Ortsmitte: Statt 25 Prozent wird es künftig nur noch 15 Prozent an Zuschüssen geben.

Die neue Aula der Schule wurde eingeweiht. Damit ist ein multifunktioneller Raum entstanden, dessen Kosten 735 000 Euro betrugen.

Damit das neue katholische Gemeindehaus schnellstens errichtet werden kann, wurde ein Bauförderverein gegründet. Die Mitglieder des Fördervereins werden mit ihren Beiträgen bei der Tilgung mithelfen und die Finanzierungslücke von rund 150 000 Euro schließen. Der gesamte Bau kostet 1,2 Millionen Euro.

Aufgestellt hat die Gemeinde Informationstafeln für die Gewerbetreibenden und deren Besucher.

Rund 700 fröhliche Narren zogen während der Fasnet durchs Dorf und nahmen einiges auf die Schippe, so auch den "fernen" Supermarkt.

Zahlreiche Initiativen, reges Vereinsleben

Schule und Kindergartenkinder sammelten für Menschen in Japan und basteln Kraniche. Die Hauptschule in Reute gibt es nicht mehr, zum letzten Mal wurde 2011 eine Hauptschulklasse verabschiedet. Die Grundschule Reute bekam mit Alexandra Kexel eine neue Rektorin.

Der Musikverein war auch 2011 sehr aktiv. Die Konzerte und auch der Weihnachtsmarkt locken Hunderte von Menschen an. Die Jugendausbildung wurde wie gewohnt gefördert und trägt reife Früchte. Auch Akkordeonclub, Männergesangverein und Kirchenchor leisteten wertvolle Beiträge fürs örtliche Kulturleben. Dies galt auch für die Theatergruppe des Kirchenchors, die das Publikum seit fast 25 Jahren mit Stücken "aus dem prallen Leben" bezaubert. .

Da der Tennisclub keinen Vorsitzenden fand, musste Vize Patrick Richter ’ran.

Einige ehrenamtliche Helfer pflanzten mit dem Förster 2000 Jungbäume.

Ihren 75. Geburtstag feierte die Feuerwehr. Das Fest dauerte insgesamt drei Tage – ein Großereignis für die Bevölkerung. Im Blickpunkt standen dabei der neue Anbau ans Feuerwehrhaus, das neue Löschfahrzeug und der neue Löschanhänger.

Karl Witzigmann sprach auch 2011 Hunderte von Besuchern mit seinem Schaufeld an. Dort wird über 30 Kulturpflanzen informiert.

Das ganze Jahr hat die Gemeinde den Aus- und Neubau der Rheintalbahn begleitet. Es ging vor allem um den möglichst optimalen Lärmschutz.

Autor: Pia Grättinger