Schwere Kost und mitreißende Popsongs

Katharina Bächle

Von Katharina Bächle

Di, 09. Mai 2017

Reute

Akkordeon-Club Reute begeistert beim Frühjahrskonzert.

REUTE. Originalkompositionen für Akkordeon trafen beim Frühjahrskonzert des Akkordeon-Clubs Reute auf Popsongs. Abgerundet wurde der Konzertabend in der gut besuchten Eichmattenhalle durch einen gemeinsamen Auftritt des Hauptorchesters und des Männergesangvereins Teutonia Reute.

Wie vielseitige Klänge man dem Tasteninstrument entlocken kann, zeigte schon der Auftritt der Jugend. Die jungen Musiker wagten sich an die "Multimedia-Suite" und erzeugten unterschiedliche rhythmische Impressionen auf dem Akkordeon. Die Auftragskomposition des Deutschen Harmonika Verbandes (DHV) entführte das Publikum in die Datenwelt. So seien die Titel Fachbegriffe aus der Computersprache, kündigte Moderator Michael Asal an. Eindrucksvoll spiegelten sich die Bedeutungen musikalisch wieder. Die rhythmische Impression des Satzes "AGP" (Accelerated Graphics Port), der nach einem beschleunigten Grafikanschluss benannt ist, soll auf die schnelle, separate Datenleitung hinweisen. Entsprechend wurde er lebhaft und leicht von den Akkordeonisten gespielt. Die jungen Spieler meisterten die Suite souverän, dirigiert von Florian Siegel.

Auch das Hauptorchester wagte sich an zwei Originalkompositionen und spielte zwei Werke des Komponisten Fritz Dobler. Die kontrastreiche "Slawische Skizze" zeichnete sich durch eine ruhige, an eine Hirtenweise erinnernde Melodie der Pastorale und den temperamentvollen, rhythmischen Tanz aus. Auch die "Romanze" zeigte die unterschiedlichsten Klangfacetten auf. Stürmische Walzerstimmung, etwas mystische Elemente, französische Musette-Verträumtheit, theatralische Dramatik und ein mächtiger Schlusshymnus vereinigten sich in der Komposition. Mit dem richtigen Gespür aus Feingefühl und Kraft entlocke Siegel dem Orchester betörende Klänge. Und erzeugte mit dem Wechsel von spielerisch leichten, zum Teil aufbrausenden und melancholischen Passagen des Werks das Bild einer echten Romanze. Klanglich wurden Freude, Streit, Leid und Versöhnung hörbar.

Aber auch leichtere Kost in Form von bekannten Popsongs präsentierten Jugend- und Hauptorchester dem Publikum. Das Jugendorchester überzeugte mit Fools Gardens "Lemon Tree" und "Narcotic" von Liquido. Das Hauptorchester entführte in die 70er- und 80er- Jahre. Zum Beispiel mit der Rockballade "Hard to Say I’m Sorry" der amerikanischen Jazzrockband Chicago und mit Nik Kershwas "Woudn’t It Be Good".

Mitreißend wurde es zum Schluss des Konzertabends mit dem Medley "Best of ELO" und vier Titeln des Electric Light Orchestra. Die Titel "Confusion", "Don’t Bring Me Down", "Hold On TIght" und "Roch ’n’ Roll Is King", rissen das Publikum mit. Als Abschluss erklang die Suite "Drei Temperamente" von Curt Mahr für Akkordeonorchester und Männerchor. Es folgten der Paso Doble "Spanische Skizze" und ein Musette-Walzer. Eindrucksvoll harmonierten die Männerstimmen mit den Instrumenten. Das Publikum belohnte den gelungenen Auftritt mit großem Applaus und wurde mit der geforderten Zugabe belohnt.

Im Rahmen des Konzerts ehrte Trudpert Beckert, Vorsitzender des DHV, Bezirk Breisgau, vier Musikerinnen. Für zehnjährige Mitgliedschaft erhielten Luisa Lautenschlager und Ramona Muser die DHV-Nadel in Silber. Sonja Schneider bekam für 30 Jahre Mitgliedschaft die Ehrennadel in Gold, Irmgard Hettich für 40 Jahre die Verdienstnadel in Silber.