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22. Februar 2011 21:03 Uhr

Achern/Freistett-Gambsheim

Sperrung am Rheinübergang: Einzelhandel befürchtet Einbußen

Die drohende Vollsperrung des Rheinübergangs zwischen Rheinau und Gambsheim stößt auf Protest. Der Einzelhandel in Achern fürchtet Umsatzeinbußen. Gleichzeitig beklagen sich viele Berufspendler über die langen Umwege.

  1. Der Rheinübergang soll für mehrere Monate gesperrt werden – was vielen nicht gefällt. Foto: aki

Das Rheinkraftwerk an der Staustufe Gambsheim soll um eine fünfte Turbine erweitert werden. Für das Großprojekt – im Gespräch ist eine Investitionssumme von 100 Millionen Euro – plant der Betreiber des Kraftwerks, die von der französischen Électricité de France (EDF) und der deutschen Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) getragene "Cerga" (Centrale Electrique Rhénane de Gamsbheim), nach bisherigem Kenntnisstand eine Vollsperrung der Staustufe. Und dies, obwohl der Rheinübergang nicht nur im "kleinen Grenzverkehr" eine zunehmende Bedeutung genießt, sondern auch eine kurze Verbindung zwischen den Autobahnen auf beiden Rheinseiten darstellt.

Während Acherns Oberbürgermeister Klaus Muttach das Thema neulich in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der CDU-Fraktion im Kreistag ansprach, unterstrich Frank Limberger als Vorsitzender der Werbegemeinschaft "Achern aktiv" die Haltung des Acherner Einzelhandels: Ebenso wie die Stadt Rheinau fordert die Geschäftswelt in Achern einen Verzicht auf die Vollsperrung: Wenn man schon keine Behelfsbrücke bauen wolle, gehe es darum, zumindest einen Fahrstreifen offen zu halten. Die Kunden aus dem Elsass genießen für die Einkaufsstadt Achern einen besonderen Stellenwert – an verkaufsoffenen Sonntagen beispielsweise liegt der Anteil der französischen Kunden bei bis zu 30 Prozent.

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Was die Sache noch verschärft: Eine Vollsperrung des nahen Rheinübergangs käme für den Acherner Einzelhandel zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt, soll doch im Herbst 2011 in Roppenheim das umstrittene "Factory Outlet Center" mit 106 Läden in Betrieb gehen. Obwohl sich der Acherner Einzelhandel gegenüber der hier entstehenden Konkurrenz durch einen guten Branchen-Mix, kurze Wege und eine hohe Zahl an Parkplätzen gut aufgestellt sieht, macht sich Frank Limberger Sorgen: Es dürfe nicht sein, dass Kunden nach Roppenheim abwandern, anderen aber gleichzeitig der direkte Weg nach Achern versperrt wird.

Landrat Scherer will sich für kürzere Sperrung einsetzen

Ins gleiche Horn stößt auch Acherns OB Klaus Muttach. Er machte deutlich, dass zur Verhinderung einer Vollsperrung des Rheinübergangs deutlich dickere Bretter gebohrt werden müssen: "Das wird nicht in Achern, sondern überregional entschieden."

Deshalb habe er vergangenen Woche im Kreistag auch Landrat Frank Scherer um Unterstützung gebeten. Nach seinen Informationen drohe im Jahr 2012 eine Schließung von zunächst von einem Monat und dann nochmals von zwei Monaten. Der Landrat Scherer bestätigte Muttachs Angaben und wies darauf hin, dass die ursprünglich im Raum stehende Schließung von neun Monaten auf zwischenzeitlich drei Monate reduziert werden konnte.

Scherer sagte zu, dass er sich für eine weitere Reduzierung der Schließung der Überfahrt einsetzen werde.

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Autor: mino/hrö