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07. Januar 2012

RHEINFÄLLE: Von Strategen und Heroen

Wenn es denn noch des ultimativen Beweises bedurft hätte – am gestrigen Dreikönigstag wurde er erbracht: Die wahren Strategen dieses unseres Mikrokosmos finden sich in der Führungsetage der Murger Narrenzunft. Erinnern wir uns: Vor justament zwölf Monaten drohte der Neujahrsempfang 2011 der Fasnachtsprofessionals von Murgon im Desaster zu enden. An Epiphanias, dem Fest der Erscheinung des Herrn, wie Zunftpräsident Armin Eschbach heiligenkalenderfest eruiert hat, erschien der Narrengötti, Dekan Peter Berg, wegen eines konkurrierenden Termins im Bad Säckinger Fridolinsmünster eine geschlagene Dreiviertelstunde zu spät im Murger Narrennest – und die Stellvertretung des zu dieser Jahreszeit gottgegeben skifahrenden Gemeindeoberhaupts Adrian Schmidle gleich gar nicht. Und die Narrenzunft? Schlug in ihrer unschlagbaren Schläue gleich zwei Fliegen mit einer Klappe und machte für 2012 kurzerhand den ersten Bürgermeisteradjutanten zum 21. Götti. So repräsentierte denn Dr. med. Dr. Klugscheißer Wolfgang Fürst gestern in Personalunion alles, was es in Murg so an Würdenträgern gibt. Und das pünktlich. Nun stellt sich die Frage, wie die närrischen Topstrategen diesen Coup im nächsten Jahr toppen wollen. Es kann nur eine Lösung geben: Die Fasnacht 2013 steht erstmals unter dem Patronat eines Götti-Duos; eines ganz bestimmten. Wacker halten die zwei beiden seit langer Zeit die Wacht, trotzen nicht nur Wind und Wetter, sondern auch allen Unbilden und Verwerfungen der Zeit. Dort, wo stets die Proklamation stattfindet, auf Murgs Schulhof, stehen sie eh schon. In trauter Zweisamkeit, enthüllt anno 1938 an einem warmen Sommertag, wie überliefert wird. So schlägt die Zunft dann erneut zwei Fliegen mit einer Klappe: Zwei Göttis, hart wie Kunstmuschelkalkstein, die sich von nichts ablenken lassen (mit dem Neujahrsempfang dann aus logistischen Überlegungen heraus auf dem Schulhof). Und zwei Heroen, die 2013, zu ihrem 75-Jährigen, in höchstnärrischer Funktion auf keinen Fall der neuen Murger Mitte geopfert werden dürfen.

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Autor: Winfried Dietsche