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27. August 2010 18:10 Uhr
Energiereise
Rheinfelden beeindruckt die Kanzlerin
"Ein Beispielprojekt für Europa": Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt sich bei ihrem Besuch beeindruckt von Europas größtem Flusswasser-Kraftwerk.
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Eindrucksvolle Naturenergie: Bundeskanzlerin Angela Merkel, Ministerpräsident Stefan Mappus und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle mitten über dem Rhein, begleitet von EnBW-Vorstand Hans-Peter Villis und Energiedienst-Chef Martin Steiger. Foto: Ingrid Böhm-Jacob
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Ein europäisches Vorzeigeprojekt Foto: Ingrid Böhm-Jacob
RHEINFELDEN. Als der Konvoi der Staatskarossen auf der Zufahrt des neuen Wasserkraftwerks um 11.15 Uhr hielt, zuerst Ministerpräsident Stefan Mappus ausstieg und nach einigen Minuten Bundeskanzlerin Angela Merkel in Begleitung von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle vorfuhr, herrschte mit Blick in ein Kamerameer vor dem EnBW-Plakat Energie aus Wasserkraft am offiziellem Fotohaltepunkt eitel Sonnenschein. Und der hielt auch im übertragenen Sinn während des dreiviertelstündigen Besuchs in Europas größtem Wasserkraftwerk.
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Zunächst über den tobenden Wassermassen des Rheins beim Gang über das neue Stauwehr und danach im neuen Maschinenhaus, drehte sich alles um die Kraft des Wassers und die Chancen, diese regenerativ zu nutzen. Die 100 Megawatt, mit denen das neue Wasserkraftwerk bis Jahresende rund 170 000 Haushalte versorgen kann, bezeichnete Merkel als "gute Leistung" und erinnerte daran, dass mittlerweile jede fünfte Kilowattstunde durch Wasserkraft erzeugt werde.
Angela Merkel ließ anklingen, dass "Deutschland in ein völlig neues Zeitalter" der Energieerzeugung eintrete, das umweltverträglich aber auch wirtschaftlich sein soll. Für die Wasserkraft spreche, dass sie eine "nahezu rentable Energiequelle darstelle, die nicht auf Subventionen angewiesen" sei.
Das deutsch-schweizerische Gemeinschaftsprojekt für 380 Millionen Euro machte Eindruck als Musterbeispiel für Umweltverträglichkeit. Dass dafür Staatsgrenzen zu überschreiten sind, da die Stromproduktion auf Schweizer Terrain erfolgt, bildete kein Hindernis. Merkel bezeichnete das Wasserkraftwerk als Projekt, das die gute Kooperation der Länder bestätige.
An die erinnerte auch Urs Hofmann als Repräsentant des Kantons Aargau, als er Deutschland und Schweiz als "Pioniere der ersten Stunde" bei der Stromerzeugung bezeichnete. Er betonte das Interesse, bei den erneuerbaren Energien sich als "echte Europäer für ein bilaterales Energieabkommen" zu engagieren.
Im Zeichen dieses grenzüberschreitenden Gedankens verlief die Besichtigung. In der Mitte der Brücke, flankiert von bundespolitischen und Landesfarben zur einen und Schweizer und Kantonsfarben zu anderen standen Bundeskanzlerin, Bundes- und Landespolitiker auf rotem Teppich und der Rhein lag ihnen zu Füßen.
In Vertretung des erkrankten Bundesrats Moritz Leuenberger begrüßte in der rauschenden Landschaftskulisse der Landesstatthalter des Kantons Aargau die Delegation, die von EnBW-Vorstandsvorsitzendem, Hans-Peter Villis, Martin Steiger (Geschäftsleitung Energiedienst), Armin Schuster (MdB, CDU) sowie Alfred Winkler (MdL, SPD), OB Eberhard Niethammer, Walter Holderried (Landkreis), sowie Rainer Vierbaum (Evonik) begleitet wurde.
Womöglich wird es nicht der letzte Besuch vom Angela Merkel in Rheinfelden gewesen sein. Die Einladung an sie steht jedenfalls, an der Einweihung im September 2011 teilzunehmen.
Autor: Ingrid Böhm-Jacob


