Wucherpreis

Abzocke: Frau aus Nollingen soll 1000 Euro an Schlüsseldienst zahlen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 27. September 2017 um 16:17 Uhr

Rheinfelden

Eine Frau in Nollingen schloss sich aus der Wohnung aus und rief einen Schlüsseldienst. Der kam nach zwei Stunden, wechselte das Schloss – und verlangte dann 1000 Euro in bar.

Am Samstagabend hat sich eine Frau in Nollingen ausgeschlossen. Laut Polizei suchte sie nach einem Schlüsseldienst im Bereich Rheinfelden und gab dies auch so als Suchbegriff im Internet ein. Sie wählte dann eine angezeigte 0800-Nummer und erreichte einen Betrieb, der gleich zusagte, zu kommen.

Nach zweistündiger Wartezeit erschien dann auch ein Monteur dieser Firma in einem Privatfahrzeug mit auswärtigem Kennzeichen. Dieser tauschte das Schloss aus, sodass die Frau wieder in ihre Wohnung konnte.

Monteur besteht auf sofortige Bezahlung

Hierfür verlangte der Mann allerdings knapp 1000 Euro und bestand auf eine sofortige Bezahlung. Ein ortsüblicher Preis für eine derartige Dienstleistung liegt zwischen 100 und 200 Euro, teilt die Polizei mit, die nun wegen Wuchers ermittelt.

"Ein Schlüsseldienst hat keinen Grund, von Ihnen Sofortzahlung zu verlangen und ein seriöser Betrieb wird dies auch nicht tun." Polizei
Personen, die in eine ähnliche Situation geraten sollten, rät die Polizei, sich nicht unter Druck setzen zu lassen und direkt am Telefon einen Festpreis zu vereinbaren und nach möglichen Zuschlägen zu fragen. Außerdem sollten ausschließlich ortsansässige Betriebe beauftragt und nach den Anfahrtskosten gefragt werden.

Genau hinschauen, wo der Dienst herkommt

Man müsse genau hinschauen, rät die Polizei: Denn manchmal hätten auch Betriebe, die ihren Sitz irgendwo in Deutschland haben, eine örtliche Vorwahl. Am besten ist es, einen Ersatzschlüssel bei einer vertrauenswürdigen Person zu hinterlegen, damit man gar nicht auf einen Schlüsseldienst angewiesen ist.

Und wenn doch, sollte dieser auf Rechnung und nicht bar bezahlt werden. "Ein Schlüsseldienst hat keinen Grund, von Ihnen Sofortzahlung zu verlangen und ein seriöser Betrieb wird dies auch nicht tun", schreibt die Polizei und rät abschließend: "Sollte Druck auf Sie ausgeübt werden, rufen Sie die 110 an."

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