AWO-Adventsfeier begeht den 70sten

Petra Wunderle

Von Petra Wunderle

So, 09. Dezember 2018 um 15:31 Uhr

Rheinfelden

Die AWO-Adventsfeier jährte sich zum 70. Mal. Der Grund für "Altenweihnachtsfeier" war und ist die Vereinsamung älterer Menschen.

Besinnlich, feierlich, lustig, unterhaltsam aber auch mit nachdenklichen Momenten fand am Samstag die 70. AWO Adventsfeier des Ortsvereins Rheinfelden statt. Seit sieben Jahrzehnten gibt es diese schöne Veranstaltung für die Rheinfelder Senioren. Mehr als 300 Frauen und Männer kamen zu der Feier im weihnachtlich geschmückten Bürgersaal. Neben dem zwanglosen Gespräch standen die Themen "Weihnachten, Miteinander und Frieden" im Mittelpunkt. Jacqueline Dumont, die an der Spitze des AWO Ortsvereins Rheinfelden steht, freute sich, so viele Gäste begrüßen zu dürfen.

Gegen die Vereinsamung älterer Menschen

In ihrer Einleitung in den Nachmittag ging sie auf die Entstehung der AWO nach dem Ersten Weltkrieg am 13. Dezember 1919 sowie dem Wiederbeginn nach dem Zweiten Weltkrieg ein. Die AWO Rheinfelden wurde 1947 durch Fritz Friedlin gegründet, ab 1948 wurde die erste "Altenweihnachtsfeier" durchgeführt. Der Grund, so Dumont, war damals wie heute, die Vereinsamung der älteren Menschen und die nicht gerade üppige finanzielle Situation. Die Weihnachtsfeier fand anfänglich in den Sozialräumen der ehemaligen Degussa statt. Mit dem Bau des Rathauses wurde erstmals 1980 im Bürgersaal gefeiert. Spenden von Betrieben haben dafür gesorgt, dass die Veranstaltung für die betagten Bürger bis heute kostenfrei ist. Auch bei dieser jüngsten Auflage erhielten alle Gäste ein schönes Päckchen mit zum Beispiel Pralinen oder einer Creme. Dazu erklärte Jacqueline Dumont: "Schüler des Gymnasiums, der Schiller-, Eichendorff- und Realschule haben in Absprache mit uns Geschenke eingekauft und diese liebevoll verpackt." Hinzu kamen Sach- und Geldspenden aus der Geschäftswelt, vom AWO-Team und Vereinsmitgliedern. Jeder Gast erhielt ein Geschenk, teils waren sogar noch ein paar liebe Grüße von den Schülern dazu geschrieben. Im Hinblick auf die aktuelle Weltsituation wünschte Dumont, dass alle den großen und sozialen Frieden erleben können, man sich mit Achtsamkeit begegnet und die Not der Mitmenschen gelindert werden kann.

Harmonische Zeit im Bürgersaal

Hannelore Nuß, Vorsitzende des Kreisverbands, verdeutlichte ebenfalls: "So gut wie alle Menschen auf diesem Globus eint der Wunsch nach Frieden. Doch der Frieden auf Erden steht auf wackligen Beinen." Man müsse lernen, aufeinander zuzugehen, miteinander zu reden, sich auszutauschen, damit Frieden einziehen kann, für uns und die nachfolgenden Generationen. Auch die AWO stehe vor großen Herausforderungen. Mehr denn je gehe es darum, die Stimme für Gerechtigkeit und Zusammenhalt in der Gesellschaft zu erheben. "Das zeigt auch die heutige Weihnachtsfeier. Ich danke dem AWO-Team dafür, dass ihr die Menschen zusammenbringt und alle friedvolle Stunden genießen können", so Nuß.

Bürgermeisterin Diana Stöcker forderte gerne dazu auf, sich an die Zeit als Kind zurückzuerinnern: Klassische Weihnachtsgedichte – sie hatte eines von Joachim Ringelnatz mit dabei – der Duft von frisch gebackenen Keksen, Weihnachtsmann, Christkind und Nikolaus.

Die kirchlichen Redner gingen neben dem sozialen Wirken der AWO in Rheinfelden auch auf die Adventszeit ein. Pfarrer Joachim Kruse hatte die Geschichte von dem Menschen mitgebracht, zu dem Gott kommen sollte. Es wurde sehr ruhig im Bürgersaal, aufmerksam hörten alle dem Pfarrer zu. Der AWO attestierte Pfarrer Kruse: "Unser soziales Miteinander braucht Menschen wie sie."

Zeit der Freude und des Wortes

Von der Zeit der Freude und des Wortes sprach Pastoralreferentin Simone Zimmermann, um dann darauf aufmerksam zu machen: "Die Schülerinnen und Schüler der Fridolinschule Degerfelden haben uns gezeigt, auf welches Ziel wir zugehen". Die genannte Schülergruppe brachte den begeisterten Gästen nämlich auf moderne Art, mit coolen Sprüchen, flottem Gesang und besonderer Augenweide die Weihnachtsgeschichte ganz nah. Überhaupt, das Unterhaltungsprogramm, das vom Musikverein Karsau, dem Männergesangverein Minseln, Gregory Pan mit seiner Panflöte und einem Besuch des Nikolauses gestaltet wurde, war angenehm reichhaltig.Bei so viel passender Unterhaltung schmeckten natürlich auch Kaffee und Christstollen sowie ein Viertele samt Vesper, liebevoll serviert vom großen AWO-Helferteam.