Blasmusiker sind nicht zu stoppen

Chris Rütschlin

Von Chris Rütschlin

Mi, 12. Dezember 2018

Rheinfelden

Kapelle Eichsel hat sich Popsongs zum Konzertthema gemacht / Neuer Dirigent Frank Schlesselmann überzeugt das Publikum.

RHEINFELDEN-EICHSEL. Blasmusik mit fetzigem Popsound wie Freddie Mercurys legendäres "Don’t stop me now" und eindrückliche Soli sorgten für musikalische Höhepunkte beim Jahreskonzert der Blaskapelle Eichsel.

Das 22-köpfige Orchester präsentierte sich hochmotiviert unter der neuen Leitung von Frank Schlesselmann, der mit einem vielseitigen und anspruchsvollen Programm inspiriert im Frühjahr die Dirrigentenarbeit begann.

Eröffnet wurde der Abend vom neunköpfigen Jugendorchester unter der souveränen Leitung von Anja Eckert. Mit Spielfreude und sauber intoniert präsentierte der Musikernachwuchs einen Auszug aus Richard Strauss‘ sinfonischer Dichtung frei nach Nietzsches "Also sprach Zarathustra". Für Spaß und Ulk sorgte das Gespenst im Leintuch, das mit seinem bunt kostümierten Kinderrudel durchs Orchester und Publikum stürmte. Eine schauspielerische Einlage, die unbedingt Gefallen fand. Durchs Programm führten versiert Manuel Brugger und Fabian Zemp als Moderatoren.

Die Blaskapelle Eichsel hatte sich bekannte Popsongs zum Konzertthema gemacht – ein guter Entschluss. In "Flight of Fancy" von Timothy Johnson beeindruckte Annika Zemp mit solistischem tonsaubrem Querflöten spiel. Das Orchester verstand es unter Schlesselmanns Leitung, den diskreten Klangteppich zu liefern. Ausgewogen harmonisch erklang die Blaskapelle, wunderschön gespielt die Pianopassagen.

Gekonnt war auch das Zusammenspiel von Orchester und Flügelhornsolist Fabian Zemp in "My Dream" ,einer Eigenkomposition von Peter Leitner. Ein hochsensibles Musizieren von Solist Zemp mit einem exzellenten Pianospiel des Orchesters machte dieses ruhige getragene Werk zu einem besonderen Hörgenuss an diesem Abend. Frank Schlesselmann führte das Orchester souverän durch die rhythmisch und dynamisch anspruchsvollen Klippen. Nicht weniger schön das fetzige "Don’t stop me now", das mit einem schönen Auftakt der Saxophon gruppe gefiel.

Zum Konzertausklang mit "Sympatria" komponiert von Thomas Asanger, und ausdrucksvoll gespielt mit warmem Holzklang in den Klarinetten und homogenem Bläserklang im Blech, erinnerte Moderator Manuel Brugger mit einem politischen Statement zur aktuellen Lage: "Wenn alle zusammen halten und miteinander kooperieren geht es besser".

Den eindrucksvollen Schlusspunkt des Konzerts bildete der gemeinsam von Publikum und Orchester präsentierte Marsch "Badnerlied". Dirigiert von Schlesselmann erklang der Konzertmarsch mit sauber intonierten Trompetenklängen, und das Publikum folgte nur zu gerne der Aufforderung das Blasorchester, mit seinem Gesang zu unterstützen. Vielseitige effektvolle Percussionsklänge, saubere Einsätze und gut intonierter Bläserklang machten auch die Zugabe "Ella elle l’a" von France Gall zu einem einmaligen Klangerlebnis.

Mit kräftig tosendem Applaus belohnte das Publikum die Musiker für diesen zweistündigen vielseitigen Konzertauftritt in der apart und fantasiereich mit Tannenästen geschmückten Festhalle. Lob und Dank von Vereinschef Stefan Eckert gab’s für den neuen Dirigenten und die engagierte Bewirtung durch den Gesangverein Eichsel.

Einen Termin fürs neue Jahr kann man sich schon vormerken: Am Sonntag, 21.März, gibt das Orchester ein Familienkonzert.