Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

26. Januar 2012

Bürgersolar Hochrhein am Start

Die Grünen bereiten den Boden zur Gründung einer überparteilichen Genossenschaft vor / Startkapital liegt bei 60 000 Euro.

  1. Die Sonne als Energiequelle nutzen – die Genossenschaft Bürgersolar Hochrhein steht kurz vor der Gründung Foto: Ingrid Böhm-Jacob

  2. Heiner Lohmann und Martin Völkle startklar. Foto: Ingrid Böhm-Jacob

RHEINFELDEN. Die Sonne verwöhnte am Mittwoch nicht. Heiner Lohmann und Martin Völkle vom Ortsverband der Grünen setzen dennoch auf sonnige Zeiten und Fortschritte bei erneuerbaren Energien. Dazu soll die Gründung einer ersten überparteilichen Solargenossenschaft mit dem Namen "Bürgersolar Hochrhein" im Landkreis Lörrach im Februar ihren Beitrag leisten. Beispiele für genossenschaftliche Projekte gibt es schon in Freiburg, Konstanz und Waldshut. Das erste 200 Quadratmeter große Solarfeld in der Großen Kreisstadt soll auf dem Dach des Bürgerheims entstehen.

Die Grünen verstehen sich als Motor und Geburtshelfer und bereiten organisatorisch alles vor, damit das Genossenschaftsmodell Boden unter die Füße bekommt und in die Eigenständigkeit entlassen werden kann. Die Genossenschaft betrachtet Heiner Lohmann als "zutiefst demokratisches Projekt". Es biete für die Beteiligten sowohl ökologische wie finanzielle Vorteile und erschließe einen "Zukunftsmarkt" mit hoher Wertschöpfung. Ein solcher Wirtschaftsverein diene zudem sozialen und kulturellen Zwecken, betonte er im Pressegespräch. Klima und Natur sollen profitieren. Die Genossenschaft mit dem Zusatz "von der Sonne verwöhnt", gilt vor allem für Menschen, die nicht viel Geld haben, als Möglichkeit zur Beteiligung. Mittelfristig soll die Rendite auf 20 Jahre betrachtet, bei fünf 5 Prozent liegen. "Wir hoffen, dass die Anleger zugreifen und mithelfen Geld anzulegen", erklärt Lohmann.

Werbung


Mit diesen Vorstellungen geht die Arbeitsgruppe mit Martin Völkle aus Herten an der Spitze in die Informationsveranstaltung am 10. Februar im Haus Salmegg. Völkle, der sich auch für die Wahl zum kaufmännischen Vorstand bereithält, formuliert bereits klare Ziele. Ausgangspunkt für die Gründung bilde die Tatsache, dass Rheinfelden "zu den sonnenreichsten Städten" im Land zähle. Die Bürgersolar Hochrhein wolle sich als partnerschaftliche Einrichtung etablieren, um die Anstrengungen der Stadt im European Energy Award-Prozess zu unterstützen. Als erstes Projekt soll auf dem Gebäudeteil A im Bürgerheim eine 200 Quadratmeter-Solaranlage entstehen, die 30 000 Kilowattstunden liefert. Die Energie wird ins Netz von Energiedienst eingespeist. Erzeugt werde eine Leistung im Wert von 7000 Euro im Jahr, heißt es. Vorgesehen ist, die Dachfläche von der Stadt zu mieten. Diese Anlage soll den Auftakt bilden.

Es wird im weiteren daran gedacht, eine großflächige Anlage auf der Deponie in Herten zu installieren. Dazu muss allerdings erst ein Bebauungsplan erstellt werden. Damit jährlich zwei bis drei Projekte genossenschaftlich realisiert werden, ist angedacht, dass der Gründerkreis von 20 bis 50 Mitgliedern bei der ersten Versammlung im Februar schnell wächst und drei- oder vierstellig wird, hofft Völkle.

Mitglied kann werden, wer mindestens 500 Euro Kapital beisteuert, oder ehrenamtlich mitarbeitet oder Flächen für Anlagen verpachtet. Das Anfangskapital wird mit 60 000 Euro angesetzt. Mitglied kann auch die Stadt werden als sogenannte juristische Person oder die städtische Wohnbau. Die Genossenschaft wird ihre Aktivität nicht auf Solarstrom begrenzen, sondern sich für alle erneuerbare Energien öffnen.

Infoveranstaltung am Freitag, 10. Februar, um 19 Uhr im Haus Salmegg.

BÜRGERSOLAR HOCHRHEIN

Vorstand: 1 technischer, 1 kaufmännischer, Aufsichtsrat: 3 Mitglieder

Kontaktadresse: Martin Völkle, Hauptstraße 18, 79618 Herten, 07623/9661395 oder voelklemartin@aol.com

Martin Völkle (44) ist Bankkaufmann und Vermögensverwalter, nebenberuflich Winzer und wohnt in einem klimaneutralen Haus.  

Autor: ibö

Autor: Ingrid Böhm-Jacob