Rheinfelden /Grenzach-Wyhlen

Chemie im Gespräch mit dem Bürger

Ingrid Böhm-Jacob

Von Ingrid Böhm-Jacob

Mo, 29. Mai 2017 um 17:11 Uhr

Rheinfelden

Die Industrie wirbt beim "Tag der Chemie" am 24. Juni um Nachwuchs und um den offenen Dialog mit der Bevölkerung. Auch Nachwuchs soll auf diese Weise geworben werden.

Rund zwei Jahre alt ist die Initiative "Chemie am Hochrhein", jetzt nutzt dieser Arbeitskreis von Unternehmen, Kommunen, Wirtschaftsverbänden und Bürgerinitiativen die landesweite Woche der Industrie, um am Samstag, 24. Juni, in Rheinfelden und Grenzach-Wyhlen mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen und um den beruflichen Nachwuchs in der Chemie- und Pharmaindustrie zu werben.

Mehr tun für Ausbildung

"Die Chemie ist am Hochrhein ein wichtiger Eckpfeiler der Wirtschaftsstruktur und der Arbeitsplätze", betonte Oberbürgermeister Klaus Eberhardt am Montag bei der Vorstellung des Programms. Die Chemie habe in der Region einen guten Namen, die Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung nehme zu. "Im Bereich der Ausbildung würden wir uns allerdings noch etwas mehr wünschen", räumte der OB ein.

Landrätin Marion Dammann hob hervor, dass 6300 Menschen in der hiesigen Chemie- und Pharmaindustrie beschäftigt seien. Dies seien 4,8 Prozent aller Beschäftigten, was deutlich über dem Landesdurchschnitt von 1,5 Prozent liege. In den Unternehmen dieses Industriezweigs werden derzeit 265 junge Leute ausgebildet.

Lob für Landkreis

Dammann war sich bewusst, dass die Suche nach Nachwuchskräften nicht einfach sei, und erwähnte den Beitrag des Landkreises, unter anderem mit dem Technischen Gymnasium Lörrach und der Gewerbeschule Rheinfelden, in der in diesem Jahr die Labore saniert werden.

Positiv erwähnte sie auch das Phaenovum in Lörrach und die Duale Hochschule, in der ab dem Wintersemester ein Studiengang "Angewandte Pharmatechnik" eingeführt wird. "Bei all dem sind die Unternehmen mit im Boot", sagte die Landrätin.

Dialog auf Augenhöhe

Diese Zusammenarbeit zwischen Industrie und öffentlichen Institutionen besitzt auch für Peter Dettelmann einen ganz hohen Stellenwert. Der Rheinfelder Evonik-Chef, der sich als Sprecher aller Chemie-Unternehmen am Hochrhein verstand, lobte den Dialog auf Augenhöhe innerhalb der Initiative "Chemie am Hochrhein".

Die Atmosphäre sei sachlich, konstruktiv und offen, freute er sich, das sei "ein absoluter Mehrwert für diese Gegend". Auch Klaus Kessner als Vertreter der Betriebsräte und der Gewerkschaft IG BCE nannte die Dialogfähigkeit Hauptaufgabe der Initiative.

Chemie zum Anfassen

"Es gibt keine bessere Möglichkeit, einen Einblick in die hiesigen Unternehmen zu bekommen, als diesen Tag der Chemie", stand für den Rheinfelder Wirtschaftsförderer Elmar Wendland fest. Dabei sei es erwünscht, Fragen zu stellen. Dies kann bei Bürgersprechstunden in Rheinfelden und Grenzach-Wyhlen erfolgen, bei denen die Unternehmen auch zu Fragen zu Sicherheit und Umweltschutz Stellung beziehen.

Dem Aspekt der Nachwuchsförderung wird schon zuvor Rechnung getragen: Am Mittwoch, 21. Juni, bringt der "JobBus Südwest" Jugendliche zur BASF, zu DSM und zu Evonik, wo sie sich über die Ausbildung in der chemischen Industrie informieren können.Anmeldungen hierfür sind über http://www.facebook.com/fkasuedwest möglich.

Und am Samstag zeigen eine Science-Show und die Ausstellung "Chemie zum Anfassen", was sich mit Chemie alles an- und herstellen lässt.