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27. Mai 2010
Im Dinkelberg steckt Geschichte drin
Stadtarchivarin Sabine Diezinger beleuchtet bei der Markgräflerland-Tagung den Dinkelberg.
RHEINFELDEN. Stadtarchivarin Sabine Diezinger freut sich auf kommenden Sonntag. Denn die Frühjahrstagung des Geschichtsvereins Markgräflerland mit Mitgliedern bis in den Freiburger Raum kommt auf den Dinkelberg und damit in eine Landschaft, über die noch relativ wenig bekannt ist. Die Historikerin betrachtet die Tagung, bei der der Dinkelberg als Kernthema in Blick steht, als "Chance, über die Kreisgrenzen besser bekannt zu werden".
Diezinger wird bei diesem Treffen einen aktiven Part übernehmen. Nachdem sie sich seit Jahren um die Aufarbeitung der Ortsarchive der ehemals selbständigen Gemeinden auf dem Dinkelberg kümmert und an einer systematischen Überführung wichtiger Dokumente in das Stadtarchiv arbeitet, um sie dauerhaft zu sichern und auch für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen, hat sie im neuen Band "Das Markgräflerland" einen Beitrag über die Eingemeindung in den 70er Jahren verfasst und damit ein spannendes Kapitel aufgeschlagen, denn die Selbständigkeit aufzugeben, sei eine schwere Entscheidung gewesen "nicht nur für die Bürgermeister", weiß sie. Noch längst sind nicht alle Ortsakten im Rathaus der Stadt, an Nordschwaben wird noch gearbeitet, Eichsel ist bereits da, auch Minseln und Herten wurden im Zuge der Jubiläen in den vergangenen Jahren aufgearbeitet. Gerade die Unterlagen bis 1950 betrachtet Diezinger als "interessant für die historische Forschung".Werbung
Aber auf die Stadtarchivarin wartet noch Arbeit auf Jahre hinaus. Die Akten von Nordschwaben werden gerade neu geordnet und inventarisiert. Aber die Unterlagen aus Adelhausen, Degerfelden und Karsau lagern noch in den dortigen Ortsverwaltungen. Als nächstes großes Projekt wird es an die Karsauer Akten gehen, auch weil die Ortsverwaltung bereits ein Interesse daran bekundet habe, die Dokumente fachgerecht in den mittlerweile erweiterten Räumen des Stadtarchivs für die Zukunft zu bewahren.
Für die Tagung des Geschichtsvereins hat Sabine Diezinger aber eine andere Themenperspektive erarbeitet. Vor dem Hintergrund der Dinkelberg-Landschaft, die "eine räumliche Einheit" bildet, wird sie aufzeigen, wie die Leute im 19. Jahrhundert dort gelebt haben und dazu Schwerpunkte herausgreifen. Dazu gehören die Dinkelberg-Wasserversorgung, die eine entscheidende Rolle für die Entwicklung der Dörfer gespielt hat oder auch die landwirtschaftliche Bedeutung, die unter anderem zu einer Käserei-Genossenschaft in Adelhausen geführt hat, die bis kurz nach dem zweiten Weltkrieg noch existierte.
Seit 2003 hat Sabine Diezinger ins Auge gefasst, den Dinkelberg zum Ziel einer Tagung des Geschichtsvereins zu machen. Nachdem 2007 Rheinfelden Veranstaltungsort war, freut sich Diezinger umso mehr, dass das Projekt umgesetzt wird. An der Tagung, zu der um 11 Uhr auch die Besichtigung der Mauritiuskapelle gehört und nach dem Mittagessen ein Besuch der St. Peter und Paul-Kirche in Minseln, dürfen auch Nichtmitglieder teilnehmen.
Autor: Ingrid Böhm-Jacob
