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04. Juli 2012 13:44 Uhr

Rheinfelden

Das Bewerbungsfoto hängt im Rathaus

Die Stadtverwaltung weiht die Galerie ihrer bisherigen Stadtoberhäupter feierlich ein

  1. Fotografin Petra Böttcher zwischen Eberhardt Niethammer auf Papier und in Natur. Foto: Peter Gerigk

  2. Stadthistorikerin Sabine Diezinger blickte auf die Stadtoberhäupter zurück. Foto: Peter Gerigk

RHEINFELDEN. Eberhard Niethammer ist immer noch im Rathaus anzutreffen, zumindest ein Foto von ihm, das im ersten Obergeschoss an den ehemaligen Oberbürgermeister erinnert. Die neue Galerie der bisherigen Stadtoberhäupter wurde am Samstag, seinem letzten Arbeitstag, in einer kleinen, feierlichen Stunde eröffnet.

Stadthistorikerin Sabine Diezinger blickte auf die Biographien Niethammers Vorgänger zurück, und Gemeinderäte, Familienangehörige der (Ober-)Bürgermeister und Bürger erfuhren von ihr spannende Details; dies auch zu den Bildern. Das Ölgemälde Rudolf Vogels hat beispielsweise eine bewegte Geschichte: 1929, kurz nach Vogels Tod, wurde es der Stadt von Lichtbildmeister Isele zum Kauf angeboten, was der Gemeinderat ablehnte, dann erstand es Hermann Sucher, Wirt des Oberrheinischen Hofs, und schenkte es der Stadt. Die Schenkung wurde zwar angenommen, doch 1941 entdeckte Sucher es in der Rumpelkammer im Rathaus und forderte das Gemälde wieder zurück. 1997 fand es die Familie Eckert auf dem Dachboden des Hotel Danner und rettete es vor dem Sperrmüll. Sie schenkte es zum 75-Jahre-Stadtjubiläum erneut der Stadt. Seitdem nimmt es einen würdigen Platz ein.

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Petra Böttcher fotografierte Niethammer auf der Rheinbrücke, weil ihm der Brückenschlag zu den Schweizer Nachbarn stets am Herzen lag, und mit dem Haus Salmegg im Hintergrund. Das war spannend, aber nicht so einfach, schilderte sie das Shooting. Denn Niethammer sei zwar gut zu fotografieren, weil er sich vor der Linse natürlich gibt, aber viele Passanten suchten immer wieder das Gespräch mit ihm und unterbrachen so die Beiden. Auf die Frage, was er denn da mache, antwortete er: "Bewerbungsfotos."

Autor: Peter Gerigk