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11. Februar 2012

Der Winter hält sogar die französische Partnerstadt fest im Griff

Große Bauprojekte sind in Arbeit / An der Atlantikküste soll ein großer Windräderpark entstehen, der auch neue Perspektiven für den Ökotourismus eröffnet.

  1. A. Maibaum Foto: Privat

  2. Winterliches Bad am Strand von Fécamp Foto: Anne Maibaum

FECAMP (anne). Der Winter ist in Fécamp bei minus einem Grad tagsüber und minus fünf Grad nachts angekommen. In der Haute-Normandie hat es über Nacht bis zu 20 Zentimeter geschneit. Trotz Kälte und Schneebergen trauten sich am Sonntagmittag aber hartgesottene Badegäste in den Ärmelkanal, um ein Bad zu nehmen. Sie wurden mit Sonnenstrahlen belohnt, die hinter der Wolkendecke hervorbrachen. Während die einen den Spaziergang durch den Schnee genossen, hatten die anderen mit schwierigen Verkehrsverhältnissen zu kämpfen. Auf der A 13 Richtung Paris gab es am Sonntagnachmittag eine Massenkarambolage.

Das Fest zu Ehren des Schutzpatrons der Seeleute "St. Pierre" musste wegen der Schneeverhältnisse unter Einbußen vollzogen werden. Von den auswärtigen Gästen war es den wenigsten möglich, an der festlichen Zeremonie teilzunehmen. Der Bischof von Le Havre, Jean-Luc Brulin, schaffte es nicht, die Messe in der Abteikirche zu zelebrieren. Die Feier musste Unterpräfekt Pierre Ory halten. Auch der Festumzug zum Hafen, der nach der Messe stattfindet, verlief ohne die Votivtafeln der Seeleute (kleine aus Holz angefertigte Schiffe) und ohne Blaskapelle, die in ihrem Dorf wegen der Schneemassen festsaß. Die einzige anwesende Militärdelegation war die des Patroullienschiffs der maritimen Gendarmerie "Geranium", die bereits am Samstag ihre Basis in Cherbourg verließ, um den Hafen von Fécamp anzulaufen. Die Besatzung bestand aus der Hafenpolizei, einer Komponente der französischen Nationalpolizei, und dem Generalstabschef der Hafenpolizei. Das 32 Meter lange Schiff war für einige Stunden der Öffentlichkeit zugänglich.

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Das Jahr in Fécamp steht unter dem Motto Bauen. Es gibt drei große Vorhaben: die Neugestaltung des Wohnviertels "Ramponeau", den Windräderpark im Ärmelkanal vor der Küste Fécamps und das Fischereimuseum (Musée Les Pêcheries) im Hafen der Stadt.
Im Stadtviertel Ramponeau, in dem mehr als 3500 Einwohner leben, werden momentan die Gebäude komplett renoviert und dafür 60 Millionen Euro investiert. Das Stadtviertel gilt allgemein als sozial schwach und soll durch das Vorhaben komplett umgestaltet und damit wieder attraktiver werden.
Der Windräderpark, der von der Stadt 2007 ins Leben gerufen wurde, ist entlang der Küste "Albâtre" geplant. Die französische Regierung entscheidet im April darüber, wer dem Konsortium angehören wird. Der Bürgermeister von Fécamp, Patrick Jeanne, sieht den Windräderpark als neue Chance für das Gewerbe der Region und als Mobilisierung der regionalen Betriebe. Er ist der Meinung, dass der Wind schon immer einen wichtigen Faktor für Fécamp darstellte. Bereits früher habe er den Fischern auf ihren Segelboten Gewinn gebracht, heute gäbe es andere Bereiche, wie beispielsweise die neuen Technologien. Da es ein nationales Projekt sei, sieht er neue Perspektiven für Fécamp. Selbst für den Tourismus sei es ein positiver Aspekt und würde Neugierige anlocken. Diesen Ökotourismus sieht er als reelle Alternative zur Fischerei.
Estelle Grelier, Europaabgeordnete, sieht den Park gar als Wende der französischen Energiepolitik und als ein Schritt Richtung der europäischen Ziele für 2020.

Das Fischereimuseum stellt ein weiteres großes Bauvorhaben dar. Es hat die Zusammenführung aller Museen in Fécamp als Ziel. Seit Ende 2008 wird an dem Umbau eines alten Fischereigebäudes zu einem modernen Museum am Bassin Bérigny gebaut. Das Projekt kostet 13, 5 Millionen Euro. Die sechs Hauptthematiken der Ausstellungen werden folgende sein: Die Geschichte der Fischerei, Fécamp, Hauptstadt der Fischerei, Treffpunkt der Künstler, Heimat der modernen –Säuglings- und Kinderpflege, die Geschichte und Geselligkeit in Fécamp im Laufe der Jahrhunderte sowie die Ethnographie der Cauchois. Es soll neben einer Bibliothek auch eine moderne multimediale pädagogische Ausstattung besitzen.

Feste in Fécamp 2012: Am 12./13. Mai wird das "Fête du Nautisme", das Wassersportfest gefeiert. Dabei dreht sich alles um die Wassersportarten, die in Fécamp betrieben werden. Das große Sommerfest "Fête de la musique" oder auch "Estivoiles" genannt, findet vom 22. bis 26. Juni statt. Es werden dann im gesamten Zentrum der Stadt gratis Konzerte zu hören sein. Am 4. Juli erwartet die Stadt die Fahrer der vierten Etappe der Tour de France durch Fécamp. Mit einem großen öffentlichen Feuerwerk am 14. Juli wird Nationalfeiertag gefeiert. Als letztes großes Ereignis ist das Heringsfest geplant. Es findet am letzten Novemberwochenende statt.

Die neue Fécamp-Korrespondentin der Badischen Zeitung, Anne Maibaum, ist seit Oktober 2011 als Assistenzlehrerin im Fachbereich Deutsch als Fremdsprache in Fécamp. Sie unterrichtet am Jugend- und Kulturzentrum "MJC" sowie an der Grundschule "Albert-Camus". In Freiburg studierte sie "Neuere und Neueste Geschichte" sowie "Neuere Deutsche Literatur".

Autor: anne