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25. Oktober 2013

Die kleinen Bewohner der Höhle bekommen Besuch

Forscher aus Stuttgart suchen in der Tschamberhöhle nach Husmanns Brunnenschnecken / Auch letztes Stück Weg gut begehbar.

  1. Das neue Foto für die Postkarte der Tschamberhöhle vom vier Meter hohen Wasserfall Foto: privat

RHEINFELDEN (ger). Die Tschamberhöhle ist im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel, denn dort drinnen können Besucher sich bei Hitze im Freien schön abkühlen und etwas Besonderes erleben. Höhlen mit Führungsbetrieb gibt es ja nicht so viele. Sogar das ganze Jahr über schätzt die seltene Husmanns Brunnenschnecke das Klima in der Tschamberhöhle. Das ausgewachsen 2,6 Millimeter kleine Geschöpf bekam vor kurzem wieder einmal Besuch aus Stuttgart.

Die vier Forscher des dortigen Naturkundemuseums waren begeistert, erinnert sich Winfried Gisi, als sie ein paar Steine umdrehten und sie gleich wieder fanden. Sie waren schon einmal aus diesem Grund in Riedmatt. Gisi ist Schriftführer des Schwarzwaldvereins, der die Höhle betreut.

Dazu gehören für jeden der sechs bis acht für die Höhle aktiven Rentner jährlich etwa drei Sonn- und Feiertagsdienste, an denen sie die Besucher einlassen und führen, und natürlich die Reparaturen für die Sicherheit, die zu wahren sie dem TÜV und dem Bergamt gegenüber verpflichtet sind. Dazu gehört auch die Arbeit in und auf dem Weg zur Höhle; innen bessern sie aus, ersetzen wie kürzlich Holzpfosten der Stege oder bringen Fangnetze an.

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Die Arbeiten auf dem Weg zur Höhle beschäftigten die Senioren in dieser Besuchersaison aus einem anderen Grund stark: Sie kritisierten, die Stadtverwaltung habe nicht schnell genug den Weg repariert, was diese jedoch von sich weist. Gisi ist immer noch überzeugt: "Nur dank des öffentlichen Drucks ist der Weg zur Höhle wieder sicher." Auch das letzte Teilstück ist nun gut begehbar, für dort wünscht der Schwarzwaldverein sich nur noch, dass das Geländer ausgetauscht werde. "Das soll im Winter angegangen werden", habe die Stadtverwaltung mitgeteilt.

Das Wichtigste in dieser Besuchersaison in der Höhle, die am Sonntag letztmals geöffnet hat, war jedoch, dass kein Unfall darin passiert ist, betont Gisi. "Mit den vielen kleinen Kindern ist das für uns immer ein Nervenkitzel." Ein Großteil der Besucher stammte wieder aus der näheren Schweizer Umgebung, wie aus Rheinfelden, Magden und Möhlin, darunter befinden sich auch Schulklassen. "Auf diese Besucher wollen wir nicht verzichten", sagt Gisi. Auch aus der Stadt besuchten wieder mehr Schulklassen die Höhle, das war eine Zeitlang nicht mehr so. Für Lehrer sei es eben schwierig, Begleitpersonen zu finden.

Das Problem kennen Husmanns Brunnenschnecken nicht. Einige von ihnen wurden von den Experten aus Stuttgart dorthin mitgenommen, um weiter erforscht zu werden. Diese Art gibt es zwar seit Millionen von Jahren, aber ihr Lebensraum ist exklusiv: Sie überlebt nur in extrem sauberem und gleichmäßig kühlem Grundwasser, womit sie auch einen Indikator für dessen gute Qualität darstellt. Husmanns Brunnenschnecke war das Weichtier des Jahres 2009.

Termin: Letzter Öffnungstag des Jahres ist am Sonntag, von 13 bis 17 Uhr, letzter Einlass um 16.30 Uhr. Die Winterpause dauert bis Anfang April.

Autor: mar, ger