Neujahrsempfang

Die Rheinfelder Wirtschaftskraft lässt sich verbessern

Ingrid Böhm-Jacob

Von Ingrid Böhm-Jacob

So, 14. Januar 2018 um 19:30 Uhr

Rheinfelden

Hinter Einzelhandel und Gewerbe liegt ein erfolgreiches Jahr, doch es bestehen auch Erwartungen in die Entwicklung der Stadt.

Was haben der geplante Steg über den Rhein und die lokale Wirtschaft miteinander zu tun? Ziemlich viel meint Gustav Fischer als Fürsprecher des Projekts. Der Vorsitzende des Gewerbevereins, der zugleich engagierter Kommunalpolitiker ist, rechnete den Teilnehmern des Empfangs vor, welche Rolle der Tagestourismus für die Stadt spielt. Dafür zog er Umsätze von 49 Millionen im Jahr heran, die Gastgewerbe, Einzelhandel und Dienstleistungen damit machen. Die Fortsetzung des Aufschwungs war somit zentrales Thema an diesem Abend.

Dass ein erfolgreiches Jahr hinter Einzelhandel und Gewerbe liegt, aber auch große Erwartungen in die städtebauliche Entwicklung bestehen, dafür sprach bei dieser Begegnung von lokaler Wirtschaft und Kommunalpolitik die starke Teilnehmerzahl, die das Obergeschoss des Sparkassenbaus am Friedrichplatz füllte.

Steg als Wirtschaftsfaktor

Die Teilnehmer zeigten lebhaftes Interesse am Gedanken- und Informationsaustausch, den Gustav Fischer zum Aufruf verband, mit Kommunalpolitik und Verwaltung den Schulterschluss zu suchen als "Plus in unserer Stadt". Neu für die meisten Gäste war zu hören, dass eine von der Wirtschaftsförderung bestellte wissenschaftliche Studie belege, dass der Tagestourismus einen wichtigen Faktor darstelle. Der gesamte Tourismus vor Ort generiere einen Nettoumsatz von 42,9 Millionen heißt es. Darin spiegle sich eine Mehrwertsteuer und Einkommenssteuer von 4,6 Millionen im Jahr. Fischers Fazit: Den Steg über den Rhein als Investition für die Zukunft zu betrachten und in Schieflage geratene Argumente dazu entsprechend gerade zu rücken. Dabei appellierte er auch an Evonik, sich an dieser Zukunftsinvestition für die Stadt zu beteiligen, weil sich wegen des Schutzes ihrer Wasserleitung für die Produktion der Bau durch Umplanung um rund eine halbe Million verteuern wird.

Standort ausbauen

Die Botschaft von Oberbürgermeister Klaus Eberhardt an den Mittelstand konzentrierte sich auf mehrere Projekte, die im Kommen sind. Dazu gehört der Bau des Hochrheincenters II im Stadtzentrum, von dem sich das Stadtoberhaupt wieder einen "Quantensprung" erhofft und durch den Bau der Tiefgarage auch die Aufwertung der Kapuziner Straße. Eine Baugenehmigung für das 20 Millionen-Projekt der Hochrhein-Invest stellte er noch für das erste Quartal in Aussicht. Zuversicht begleitet die Innenstadtentwicklung im Bereich Güterstraße und Bahnhof auch mit dem Ziel, so der OB "weiteres Wohnen in die Stadt zu bringen". Zur Entlastung des angespannten Wohnungsmarktes gehören außerdem Neubauten an der Römerstraße, die bereits von der Wohnbau geplant werden. Trotz des entschiedenen Vorwärts, mischte sich in seinen Ausblick doch Kritik am Landkreis, der Rheinfelden bei der Verkehrserschließung für das Zentralklinikum hintan stellte, was sich "standortschädigend" auswirke. Auf dem Gelände Sengern zwischen Herten und Warmbach wird nun Gewerbe geplant. Dies erscheint dringend geboten. Die Zahl der Unternehmen habe sich laut OB zwischen den Jahren 2006 und 2014 nur unwesentlich erhöht auf 1155.

Gegen die Stagnation

Diese Stagnation gilt es zu beenden, auch um die Zahl der Beschäftigten zu erhöhen, die schon deutlich zugenommen haben auf 7532 (Wert 2014), parallel zu den Umsätzen, die sich in dem Zeitraum von 1,5 auf 2,1 Milliarden Euro erhöht haben. Um die strukturelle Schwäche zu beheben, wird auf mehr kleinere und mittlere Betriebe gesetzt und weitere Gewerbeflächen. Dazu brachte Eberhardt auch das Nachdenken über einen Industriepark ins Gespräch, mit dem Ziel, günstige Voraussetzungen fürs Betriebe zu schaffen.

Ernst und Unterhaltung

Trotz der schwergewichtigen Ansage von zwei Seiten kam beim Empfang die lockere Unterhaltung nicht zu kurz. Klaus Böffert, als erfahrener lokaler Blues- und Rocksänger und Gitarrist verstand es, den thematischen Bogen so zu spannen, dass sich alle gerne mitnehmen ließen, auch vom gut interpretierten Titel: "Ein neues Jahr, ein neues Glück".



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