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14. August 2010
Die soziale Lücke schließt sich
Spatenstich für die Tagespflege / 850 000 Euro-Projekt ist mit 17 Plätzen die letzte im Land geförderte Einrichtung.
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Beim Spatenstich für die Tagespflege in der Müßmattstraße 43 legten alle kräftig Hand an. Das 850000 Euro-Projekt soll im Sommer 2011 in Betrieb gehen. Foto: Ingrid Böhm-Jacob
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Beim Spatenstich für die Tagespflege in der Müßmattstraße 43 legten alle kräftig Hand an. Das 850000 Euro Projekt soll im Sommer 2011 in Betrieb gehen. Foto: Ingrid Böhm-Jacob
RHEINFELDEN. Es gibt Grund zur Freude: Nach Jahren des Wartens erhält die große Kreisstadt eine Tagespflege. Damit schließt sich eine Lücke in der sozialen Infrastruktur. Der erste Spatenstich für das Projekt im Garten der Müßmattstraße 43 ist am Donnerstag erfolgt. Bis Juni 2011 sollen auf 400 Quadratmetern 17 Betreuungsplätze zur Verfügung stehen. An der Finanzierung des Gemeinschaftsprojekts der städtischen Wohnbau (Bauherr) und des Caritasverbands Hochrhein (Betreiber) beteiligen sich maßgeblich das Land mit Fördermitteln von 400 000 Euro und der Landkreis mit 200 000 Euro.
Im Kreis von Vertretern der Kirchen, Caritas, der Kommunalpolitik und Nachbarn im Betreuten Wohnen freute sich Wohnbau-Geschäftsführer Dieter Burger über den "wichtigen Schritt zur Verbesserung sozialer Infrastruktur". Die GmbH, die nach dem Bau das Projekt an Caritas/Sozialstation als Betreiber übergibt, investiert aus ihren Mitteln 250 000 Euro.Burger sagte Dank für die rasche Planung des Büros Weber und der Caritas, deren Professionalität zum raschen Gelingen beigetragen habe. Burger versprach eine "gute qualitative Einrichtung". Die Tagespflege in Rheinfelden, die für einen Einzugskreis von 43 000 Einwohner mit Grenzach-Wyhlen ausgelegt ist, wie Caritas-Geschäftsführer Rolf Steinegger ausführte, stellt die letzte geförderte Tagespflege im Land dar. Sie trägt zur Entlastung von Angehörigen bei und gilt somit als das letzte fehlende Bindeglied in der Pflegekette zwischen stationärer Versorgung durch das Bürgerheim und die mobile Pflege durch die mobilen Hilfsdienste.
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Einen langen Atem hatte es bedurft, um dieses Angebot zu realisieren. Bereits vor 20 Jahren machte sich Anita Meier mit der Frauenunion für das Projekt stark und auch Alois Ockl. Für ihren ausdauernden Einsatz gab es beim Spatenstich Applaus. Über Jahre scheiterte das Projekt aber, wie OB Eberhard Niethammer in seiner Rückblende an die Problematik der Finanzierung erinnerte. Erst durch eine verbesserte Pflegeversicherung durch den Gesetzgeber seien die finanziellen Voraussetzungen für eine Realisierung geschaffen worden. Der OB, der zum Termin die Baugenehmigung überreichte, sprach sich dafür aus, sowohl für Jung und Alt zu investieren, nur so könne eine Stadt dem gesellschaftlichen Wandel gerecht werden.
Da in Rheinfelden 1300 Menschen inzwischen 80 Jahre und älter sind, müssen Voraussetzungen geschaffen werden, damit die Senioren möglichst lange Zuhause leben können. Vor diesem Hintergrund wurde der symbolische Baubeginn von allen Rednern als "ein guter Tag für Rheinfelden" bezeichnet.
Von einem "Segen" sprach Caritas-Geschäftsführer Rolf Steinegger. Die betagten Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind, können bei diesem Angebot länger Zuhause leben und von Angehörigen betreut werden. Wer sich für die 17 Plätze in der Tagespflege anmeldet, wird von den Mitarbeitern der Sozialstation im Fahrzeug abgeholt und wieder nach Hause gebracht. Tagsüber garantiert die Tagespflege pflegerische Betreuung. Das Versorgungsangebot umfasst auch Frühstück, Mittagessen und Kaffee und Kuchen. Das erfolgreiche Öflinger Modell liegt der Konzeption und Planung zugrunde.
Der Kostenpunkt für die Teilnehmer wird, wie Steinegger auf Anfrage der BZ sagt, noch neu verhandelt werden. Der Tagessatz wird zwischen 14 und 16 Euro liegen. Während in aller Regel die Pflegeversicherung die Kosten für Betreuung und Pflege abdeckt, schlagen Investitionskosten, Unterkunft und Verpflegung als Eigenanteil für die Gäste zu Buche.
TAGESPFLEGE
Bauherr: Städtische Wohnbau
Betreiber: Caritas/Sozialstation
Baukosten: 850 000 Euro
Finanzierung: 400 000 Euro Landesförderung, 200 000 Euro Landkreis. 250 000 Euro Wohnbau.
Fertigstellung: 1. Juni 2011
Tagessatz : zwischen 14 bis 16 Euro
Autor: ibö
Autor: Ingrid Böhm-Jacob


