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19. Januar 2011
Die Zähringer schießen den Vogel ab
Das nur alle drei Jahre stattfindende Narrentreffen wartet bereits Ende Februar mit einem ungewöhnlichen Angebot auf.
RHEINFELDEN. Das erste Mal wird wohl auch für mehrere Jahrzehnte das letzte Mal bleiben: Wenn im Schweizer Rheinfelden am 26./27. Februar die Fasnächtler beim Zähringer Narrentreffen "den Vogel abschießen", wie dabei ihr Motto lautet, legen sie da alles rein, was geht. Denn sie sind sich der großen Ausstrahlung des nur alle drei Jahre stattfindenden Ereignisses bewusst und spüren seit langem schon, was Organisatorin Bea Bieber am Montag bei der Vorstellung des Programms einräumte: "Diese Ausrichtung ist mit sehr viel Aufwand verbunden."
Offenbar haben die Stadt und die Fasnachtsgesellschaft sich auch sehr viel vorgenommen, jedenfalls betonte Bieber: "Ich behaupte, wir setzen die Messlatte höher bei der Infrastruktur und dem Angebot für die Gäste. Es wird alles ein bisschen größer, greller und lauter. Alle sollen aus dem Fricktal begeistert heimgehen." Die Mischung aus Moderne und Tradition haben sich die Rheinfelder auf ihre (neuen) närrischen Flaggen geschrieben.Die Vorbereitungen sind umfangreich, sie begannen schon mit der Idee vor vier Jahren. Stadträtin Bieber schlug den anderen elf Zähringerstädten vor, dass Rheinfelden die Ausrichtung 2011 übernehme. Der Gemeinderat beschloss dies dann nicht nur, sondern stellte 15 000 Schweizer Franken in bar bereit – zusätzlich zu den noch höher einzuschätzenden Arbeitsleistungen.
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Die Fasnachtsgesellschaft (FGR) legte seit dem erteilten Zuschlag für die Ausrichtung jährlich 4000 Franken zurück und investierte ehrenamtliche Arbeit. Zudem wurden Sponsoren zur finanziellen Unterstützung gewonnen. FGR-Präsident René Chenaux lobt schon im Vorfeld das nur fünfköpfige Organisationskomitee und deren Unterstützer: "Wir vom Vorstand des FGR staunen, was da alles abgeht, wie es knallt und dätscht an allen Ecken. Und ich hoffe auf eine positive Ausstrahlung in der Öffentlichkeit."
Für diese werden noch Geheimnisse bis zur Eröffnung gehütet. Dann erfährt man etwa, ob die Gastgeber-Cliquen sich ein spezielles Häs fürs Zähringertreffen – zuletzt fand es 2008 in Freiburg im Breisgau statt – überziehen. Einige Attraktionen kündigten die Ausrichter schon an, wie die Eröffnung am Samstag (Freinacht) an der Schifflände mit einer mittelalterlichen Theatergruppe, Guggemusik und Latscharis, sowie eine spektakuläre, bunte Festbeleuchtung auf den vier Festplätzen, der Marktgasse und der Festmeile mit mehr als 35 Ständen und auch einen Fackelumzug. Der Balkon der Polizei wird mit einbezogen. Es werden vier, statt drei Bühnen für Guggenmusik errichtet, weil noch nie so viele Guggen in Rheinfelden sich ein Stelldichein gaben. Als Alternative spielt die Musikgruppe Polly Duster am Samstag zweimal eine Stunde auf dem Zähringerplatz, dem Zentrum des Festes.
Am Sonntag wird erstmals in der Stadtkirche St. Martin ein ökumenischer Narren-Gottesdienst abgehalten, der Umzug mit 100 Gruppen, davon 40 Guggen, startet auf der deutschen Seite. Da gut 600 Narren vor Ort übernachten, haben sie sich auch auf Hotels in Magden, Kaiseraugst und auf der badischen Rheinseite verteilt. Angst, dass ihr Instrument versagt, brauchen sie nicht zu haben: Bei Musik Linsin ist für sie ein Notfallservice eingeplant.
TEILNEHMER VON HIER
Ahnennest Nollingen mit Schalmeiernkapelle, Schmugglergilde Warmbach, Chrutchopf Gilde, D’Maximale, Fleckli-Hänsele, Flyburg Hexe,
Gasse Moggis, Harlekin's Rhyfelder Hofnarre, Latschari Clique, Narrennest Degerfelden, Klingental Wichtel Degerfelden, Narrennest Draischiibe,
d’Wölf vom Dinkelberg, Mohrenclique Minseln, Schluuchturmgeischter, Nasenrümpfer-Hexen Clique Wyhlen, Maibuehler Häxebäse Lörrach und
Schneeschälle Lörrach.
Autor: BZ
Autor: Peter Gerigk


