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11. November 2017

Ein Weg durch drei Länder

Der Interregio-Wanderweg rund um Basel wurde am Freitag in Rheinfelden offiziell eröffnet.

  1. Guido Wolf und Georg Keller befestigen die letzte Wegmarkierung an der Rheinbrücke Foto: Rolf Reißmann

  2. In deutsch und französisch sind die Wegweiser beschriftet, Symbol sind drei schwarze Rechtecke. Foto: Rolf Reißmann

RHEINFELDEN. Der Interregio-Wanderweg rund um Basel ist offiziell eröffnet. 210 Kilometer lang in die Route, die die drei historisch bedeutsamen Kulturlandschaften Markgräflerland, Sundgau und Baselbiet erschließt. Zwar sind Teilrouten bereits seit Jahren beliebte Strecken, doch als geschlossener Ring sind sie erst jetzt markiert. Der baden-württembergische Justizminister Guido Wolf eröffnete am Freitag in Rheinfelden den Weg, weil in sein Ressort auch der Tourismus gehört.

"Solche Wege verstehen wir auch als eine Form des Austausches über Demokratie und Lebensart", sagte Wolf an der alten Rheinfelder Stadtbrücke. "Der grenzüberschreitende Tourismus ist ein Markenzeichen des Dreilandes; er enthält hiermit nochmals eine Aufwertung." Die neue Wanderroute werde die Gegend noch anziehender für Ausflügler und Urlauber machen. Dies sei ein Angebot für eine kleine Völkerwanderung im besten Sinne. Dank Mitteln aus dem Interreg-Programm der EU konnte die einheitliche Beschilderung abgeschlossen werden. Allerdings, darauf wies Mark Bastian, Hauptgeschäftsführer des Schwarzwaldvereins hin, sei diese aufwändige Arbeit ohne die ehrenamtlichen Helfer des Schwarzwaldvereins, des Vogesenclubs und des Vereins "Wanderwege beider Basel" nicht möglich gewesen.

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Die Stadtoberhäupter beider Rheinfelden, Klaus Eberhardt und Franco Mazzi, sehen diesen neuen Ringweg auch als Aufwertung für den Stadttourismus und als Einladung an die Bewohner aus dem Markgräflerland und dem Südelsass nach Rheinfelden. Von der Stadtbrücke aus führt der Interregio-Wanderweg durch elf Etappenorte in Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Berührt werden unter anderem Kandern und Neuenburg, Mulhouse, Rodersdorf und Liestal. Alle Etappenorte sind gut mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar. Der Weg, hob Georg Keller, Präsident des Schwarzwaldvereins, hervor, verlaufe überwiegend im Vorgebirge und sei deshalb gut zu bewältigen. Grandiose Aussichten biete er von den Höhen aus. Hannes Schweizer, Landrat im Kanton Baselland, lobte die unbürokratische Einrichtung des Weges durch die drei Vereine. "Das ging viel einfacher, als wenn die Politik erst Vereinbarungen ausgehandelt hätte, dann wäre manch kleine Aufgabe zur komplizierte Angelegenheit geworden", meinte er schmunzelnd. Dabei verwies er auch auf die landschaftspflegerische Arbeit der Landwirte.

Im Kreis Lörrach verläuft der Interregio-Wanderweg von der Rheinfelder Stadtbrücke aus am Rheinufer entlang bis nach Riedmatt, steigt dann hinauf nach Nordschwaben und zur Hohen Flum, auf der Höhe führt er nach Adelhausen und hinunter nach Steinen. Von dort aus verläuft die markierte Strecke nach Kandern und Bad Bellingen, schließlich durch Auggen und Schliengen über Müllheim nach Neuenburg. Über die Rheinbrücke verlässt der Weg Deutschland. Mulhouse wird am Stadtrand berührt. Über etliche Kilometer nutzt die neue Strecke auch den Westweg. In Frankreich sind die historischen Stadtzentren Altkirch und Ferrette besonders sehenswert. Bei Leymen wird die Grenze zur Schweiz überschritten, gleich dort liegt die Burgruine Landskron, dann folgen das Kloster Mariastein und der Schleifenberg mit seinem Aussichtsturm als Sehenswürdigkeiten. Bewandert werden kann der Weg individuell in frei gewählter Richtung und beliebigen Abschnitten.

Der Vogesenclub betreut zwischen Sundgau und Lothringen etwa 20 000 Kilometer Wanderwege. Der Schwarzwaldverein pflegt 24 000 Kilometer Wege im größten deutschen Mittelgebirge. Der Verein "Wanderwege beider Basel" sieht sich als Kompetenzzentrum für ein etwa 1000 Kilometer langes Wandernetz.

Das Faltblatt zum Wanderweg im Internet: http://mehr.bz/wander3

Autor: Rolf Reißmann