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09. Februar 2012

Es fehlt an Profis und Freiwilligen

Das Bürgerheim hat in der Kurzzeitpflege noch freie Kapazitäten / Belegung der 146 Plätze bis April gestaltet sich nicht leicht.

  1. Die Pflegefachkräfte tragen viel Verantwortung. Foto: Ingrid Böhm-Jacob

  2. Heimleiterin Irene Lorenz und die Bewohner freuen sich über die neuen Wohnküchen. Sie sind Treffpunkt auch für die täglichen Programme. Foto: Ingrid Böhm-Jacob

RHEINFELDEN. Das Bürgerheim befindet sich im Umbruch. Und den betrachtet Heimleiterin Irene Lorenz mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Groß fällt ihre Freude aus, wenn sie sieht, wie begeistert die Bewohner des kommunalen Pflegeheims den Neubau und vor allem die Wohnküchen mit Aufenthaltsraum auf jeder der drei Etagen mit Leben füllen. Weniger glücklich stimmt sie die Aufgabe, das rundum modernisierte Haus trotz steigender Kosten für die Unterbringung voll zu belegen und dafür auch ausreichend Fachpersonal zu besorgen.

Es ist Freitagvormittag und es geht kurz vor dem Mittagessen lebhaft zu. Zum Konzept des Bürgerheims gehört, dass die Senioren täglich Anregung und Beschäftigung mit Anleitung erhalten – dafür bieten die neuen Aufenthaltsräume mit Küche im Neubau ideale Voraussetzung. Und im neuen Teil des Hauses befinden sich gerade die meisten der 129 Bewohner. Denn im anderen Heimflügel, dem Bestandsbau, sind die Handwerker bei der Arbeit. Dort wird umgebaut. Ehemalige Pflegestützpunkte werden zu neuen Wohnküchen für den Aufenthalt ausgebaut. Es entstehen gemütliche Sitzecken für die Bewohner und einstige Aufenthaltsbereiche verwandeln sich in neue Einzelzimmer und Schwesternstützpunkte, die zuvor Doppelzimmer waren. Die Stützpunkte verkürzen die Wege im groß gewordenen Haus. Dort werden Medikamente verwaltet und die Pflegedokumentation geführt. Sie bilden die zentrale Anlaufstelle fürs Pflegepersonal, Ärzte, Pflegebedürftige und Angehörige.

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Am 1. April sollen der Umbau fertig sein und alle "Herausforderungen" gemeistert, wie Heimleiterin Lorenz sagt. Sie und Stadtkämmerer Dieter Krüsch, der für die Finanzen zuständig ist, hoffen, dass dann 146 Plätze belegt sind. Doch das ist nicht so einfach. In der Übergangsphase liegt die Auslastung gerade mal bei 87 Prozent. Damit es betriebswirtschaftlich rund läuft, gilt aber die Zielvorgabe 98 Prozent. Für Lorenz und Krüsch stellt sich die Aufgabe, den "Spagat" wie beide sagen, zwischen Soll und Ist zu leisten.

Auch in diesen Tagen kann Irene Lorenz noch Bewohner aufnehmen. Zum Beispiel in der Kurzzeitpflege (vier Wochen und länger). Hier sind noch acht Plätze frei. Auch im Neubau gibt es ungenutzte Kapazitäten. Im Wohnbereich zwei sind zehn Zimmer unbelegt. Das gut ausgestattete kommunale Haus bekommt auch den Konkurrenz- und Kostendruck zu spüren. Immer wieder ziehen Bewohner, die in eine höhere Pflegestufe rücken aus, weil sich ihr Eigenanteil erhöht und Angehörige kostengünstigere Lösungen suchen.

Doch nicht nur die Belegung wirft Fragen auf. Auch die Suche nach Fachpersonal gilt als schwierig. "Ich bin stolz", sagt Lorenz über die Note eins des medizinischen Diensts im Bürgerheim. Sie möchte, dass die Bewohner zufrieden sind und bleiben und dafür die Rahmenbedingungen schaffen. "Wir haben einen hohen Anspruch", bekräftigt sie und das soll so bleiben. Damit es ideal läuft, sind 50 Stellen in der Pflege zu besetzen. Mit Teilzeitstellen beschäftigt das Bürgerheim nach Plan 140 Mitarbeiter. Es wird ausgebildet und nach Tarif bezahlt. Dennoch ist es nicht einfach, den Stellenplan zu erfüllen: "Die guten Fachkräfte stehen nicht auf der Straße", weiß Lorenz.

Aber nicht nur Profis sind gefragt, auch im ehrenamtlichen Bereich wünscht sich die Heimleiterin mehr Unterstützung, denn das Haus ist beträchtlich gewachsen. Da gibt es zwar seit Jahren den Partnerbesuchsdienst, der sich rührend, wie im Krankenhaus die grünen Damen, um Bewohner kümmert. Der Partnerbesuchsdienst leitet unter anderem das Montagschörle, gestaltet bunte Nachmittage und bietet Gedächtnistraining an. Aber wie beim Cafeteria-Team auch, das täglich im Einsatz ist, fehlt es an neuen Teilnehmern. Augen aufhalten nach Freiwilligen alleine genüge nicht, meint Irene Lorenz. Deshalb ist sie auch auf die neue Freiwilligkeitsagentur zugegangen, um ehrenamtliche Unterstützung fürs Bürgerheim zu gewinnen. Sie hofft auf Erfolg.

Bürgerheim

Kosten Erweiterung und Umbau: 7,2 Millionen Euro (davon Neubau 5,8 Millionen und Altbau 1,4 Millionen)

Zuschuss Land: 1,5 Millionen Euro

Zuschuss Kreis: 767 000 Euro

Zuschuss Stadt: 1,4 Millionen Euro

Investitionskosten Bewohner pro Tag Altbau: 14,32 , Neubau 13,20 Euro

Pflegesatz : 1640,52 Euro für 31 Tage in Pflegestufe eins (Leistung der Pflegekasse: 1023 Euro)

Leitung: Irene Lorenz

Kontakt: Pestalozzistraße 1, 79618 Rheinfelden,Telefon 076 23/967 -0,Telefax 076 23/ 967- 199, info@buergerheim-rheinfelden.de
Cafeteria-Team: Elisabeth Schade-Aniran, Leitung Cafeteria-Team 07623/ 95315, e.schade-aniran@rheinfelden-baden.de

Partnerbesuchsdienst: Marga Lindenthal, Leiterin, 07623/27 72 oder Karin Gottstein , 07623/967-620.  

Autor: ibö

Autor: Ingrid Böhm-Jacob