Fischer gegen Lagune und Recycler

Albert Greiner

Von Albert Greiner

Mi, 30. Januar 2013

Grenzach-Wyhlen

Fischereiverein Grenzach-Wyhlen befürchtet Nachteile nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Gemeinde.

GRENZACH-WYHLEN. Thema des Abends bei der Hauptversammlung des Fischereivereins Grenzach-Wyhlen am Samstag ist das geplante Projekt Lagune gewesen. Die Fischer lehnen es ebenso ab wie die geplante Ansiedlung des Chemie-Recyclers Zimmermann.

Die Lagune sieht 500 bis 600 Luxuswohnungen und eine Brücke über den Rhein vor. Dies bedeutet eine Standortverlegung der Heime des Fischereivereins und des Motorradclubs, was nach Auskunft von Planer Gerard Benone ohne Kosten für die betroffenen Vereine geschehen soll. Nachdem der zunächst geplante Rheinseitenarm wegfallen soll und auch die Bebauungsdichte erhöht wurde, steht der Fischereiverein diesem Projekt laut Vorsitzendem Werner Lämmlin ablehnend gegenüber. Neben der Ghettoisierung durch die Bebauung dieser Siedlung erfolge auch ein nicht verständlicher Eingriff in die knappen Naturressourcen der Gemeinde. Diese sollte man nicht, so Lämmlin, dem Wohnungsbedarf für den Großraum Basel opfern.

Negativ beurteilte der Vorsitzende auch die Ansiedlung der Firma Zimmermann. Wenn auch niemand bezweifle, dass die Gemeinde ein Industriestandort ist, würde die Ansiedlung der Chemie-Recyclingfirma eine Beeinträchtigung der Lebensqualität für die Bürger der Gemeinde bedeuten. Deshalb spricht Lämmlin sich für eine Veränderungssperre aus. So würde den Bürgern mehr Zeit für eine nachhaltige Entscheidung gegeben werden.

Die Anlieferung durch Schiffe hält er für realitätsfremd, da keines mit nur 30 oder 50 Kubikmeter Ladung den Rhein hochfahren werde. Auch durch Bahnanlieferung wird der Lkw-Verkehr, den er auf rund 700 im Jahr beziffert, nicht zu vermeiden sein.

Aber auch in ihrem ureigensten Bereich, der Fischerei, sprach Lämmlin Probleme an, die Gewässerwart Cappel in seinem Bericht aufgegriffen hatte. Es sei unverständlich, dass per Landesgesetz das Fangverbot für Aal im Rhein bis zum Jahr 2015 verlängert wurde, während in den anderen Bundesländern, wie auch in der Schweizer Nachbarschaft, ausgenommen den Kantonen Basel und Baselland, das Verbot nicht besteht. Weil bei der anstehenden Neuverpachtung des Rheinloses mit einer Erhöhung des Pachtzinses zu rechnen ist, sieht er die ungleiche Behandlung als eine ungerechte Beeinträchtigung der Fischereivereine am Hochrhein an. Landesverbandsvertreter Strittmatter wies darauf hin, das es sich bei dem Verbot um EU-Recht handelt. Unterstützung durch den Badischen Fischereiverband könnte seiner Darstellung nach eventuell ein Antrag zur Diskussion bei der nächsten Zusammenkunft der Landesverbände bewirken.

Doch gab es bei der Zusammenkunft auch viel Positives zu besprechen. So sollen im neuen Jahr Workshops, etwa zum Thema Räuchern oder Bleigießen, angeboten werden. Im weiteren werden die bisher üblichen Vereinsanlässe, die noch zeitlich festgelegt werden, stattfinden.