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09. Dezember 2011
"Geeigneter Raum für dieses Programm"
BZ-INTERVIEW mit der Violinistin Eleonore Indlekofer über ihr Konzert mit vier Geigen.
GRENZACH-WYHLEN. In der Kapelle der Himmelspforte Wyhlen veranstaltet der Verein für Heimatgeschichte am Samstag, 10. Dezember, 17 Uhr, ein ungewöhnliches Barockkonzert. Es erklingen Rosenkranzsonaten von Heinrich Ignaz Franz Biber. BZ-Mitarbeiterin Roswitha Frey sprach mit der Lörracher Geigerin Eleonore Indlekofer über das besondere Programm, zu dem Helmut Bauckner eine Einführung geben wird.
BZ: Frau Indlekofer, was fasziniert Sie so an dem Barockkomponisten Biber, dass Sie ihm gleich ein ganzes Konzert widmen?Indlekofer: Was ich faszinierend finde, ist, dass Biber in seiner Musik Techniken und Akkordfolgen für die Geige geschrieben hat, die auf normal gestimmten Instrumenten gar nicht möglich sind. Durch die Umstimmungen der Saiten entstehen die unterschiedlichsten Klangfarben; spannungsreiche, klangvolle, gedeckte oder gedämpfte Klänge.
BZ: Sind Sie denn ausgewiesene Barockgeigerin oder legen Sie in Ihrem Repertoire einen Schwerpunkt auf Barockmusik?
Indlekofer: Ich habe nicht Barockgeige studiert. Momentan spiele ich sehr viel Barockmusik und habe sehr große Lust, noch tiefer in die Alte Musik einzusteigen. Die Biber-Sonaten spiele ich auf modernen Instrumenten und versuche, der barocken Spielweise sehr nahe zu kommen.
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BZ: Sie bringen gleich vier Geigen mit, sind das alles Ihre eigenen, haben Sie eine so große Instrumentensammlung?
Indlekofer: Die Instrumente gehören nicht alle mir. Zwei sind meine eigenen, die beiden anderen habe ich mir ausgeliehen. Ich habe verschiedene Geigen ausprobiert, um die richtigen zu finden, die klanglich am besten zu den jeweiligen Rosenkranzsonaten passen.
BZ: Bibers Rosenkranzsonaten haben ja einen religiösen Hintergrund. Haben Sie das Programm speziell für die vorweihnachtliche Zeit ausgesucht?
Indlekofer: Die 15 Sonaten lassen sich thematisch gut in das Kirchenjahr einfügen. Beim Konzert in Wyhlen spiele ich die "Freudenreichen Mysterien" Nr. 1 bis 5. Sie handeln von Maria Verkündigung, der Heimsuchung, der Geburt Jesu, der Darstellung im Tempel und der Wiederfindung. Diese Musik passt in die Vorweihnachtszeit.
BZ: Aber es ist kein typisches "besinnliches" Weihnachtskonzert?
Indlekofer: Bibers Violinmusik ist speziell, man muss sich auf sie einlassen. Die Klänge in der Sonate "Geburt Jesu" beispielsweise sind nicht sehr weihnachtlich, sie enthält auch schmerzliche Passagen. Vieles ist in Moll gehalten. Zu Anfang des Konzertes gibt es eine kleine Einführung von Helmut Bauckner und ich werde in ein paar Worten die Skordatur erklären, damit die Leute verstehen, warum ich so viele Geigen benötige. Zwischen den Sonaten werden kurze Bibelstellen vorgetragen, damit sich die Zuhörer auf die einzelnen Sonaten einstellen können. Mit ein wenig Hintergrundwissen kann man sich besser auf die Musik einlassen.
BZ: Haben Sie schon einmal in der Kapelle der Himmelspforte gespielt?
Indlekofer: Nein, das ist das erste Mal. Es ist ein geeigneter Raum für dieses Programm. Vorne im Altarraum wird auf zwei Fenstern die Heimsuchung und die Geburt Christi dargestellt.
Autor: ros


