Genossenschaft will sich professionalisieren

Petra Wunderle

Von Petra Wunderle

Sa, 16. Juni 2018

Rheinfelden

Bürgerenergie Dreiländereck sieht sich gut aufgestellt, um einen Beitrag für die Energiewende und gegen den Klimawandel zu leisten.

RHEINFELDEN. "Wir wollen uns bewusst im Dreiländereck präsentieren, unsere Motivation sind Klimawandel und Energiewende", sagte Martin Völkle, Geschäftsführender Vorstand der Bürgerenergie Dreiländereck, am Donnerstag bei der Generalversammlung in Rheinfelden. Weltweit heiße die Herausforderung eine CO2-neutrale Wirtschaft.

Die Genossenschaft wurde vor sechs Jahren unter dem Namen "Bürgersolar Hochrhein" in Rheinfelden ins Leben gerufen; inzwischen hat sie ihren Sitz nach Binzen verlegt. Dieter Burger, der in seinem Amt als Aufsichtsratsvorsitzender bestätigt wurde, freute sich über den guten Besuch der Versammlung mit 77 Stimmberechtigten. Als besonderen Erfolg wertete Völkle den Zuschlag für den Windpark Länge bei Donaueschingen, der Ende 2019 in Betrieb gehen soll.

Rückschau
Highlight im vergangenen Jahr war der zweite Preis im Ideenwettbewerb für Energiegenossenschaften. Sechs Photovoltaikanlagen (PV) mit einer Leistung von circa 210 Kilowatt Peak (kWp) wurden neu in Betrieb genommen – fünf Mehrfamilienhäuser der Wohnbau Rheinfelden sowie bei der Feuerwehr Schopfheim. Ende August wurde der Solarpark am Rhein auf der ehemaligen Hausmülldeponie in Herten in Betrieb genommen, der Windpark Länge vorbereitet und der Anteil am Wasserkraftwerk in Singen verkauft. Völkle sprach von einem leicht überdurchschnittlichem Sonnenjahr und einer Steigerung des Eigenkapitals auf knapp 2 Millionen Euro. Spitzenreiter beim Ertrag waren die Läufelberghalle in Fischingen, die Christian-Heinrich-Zeller Schule in Karsau und die Gärtnerei Berg. Derzeit gehören zur Bürgerenergie Dreiländereck 47 installierte PV-Anlagen mit einer Leistung von zirka 1250 kWp (ohne Solarpark). Rechnerisch werden damit rund 570 Haushalte Strom versorgt werden; die CO2-Einsparung liege bei jährlich etwa 1400 Tonnen. Völkles Fazit: "Die Produktion ist stabil; der Mix macht es aus".

Ausblick
Mit Blick in die Zukunft lautet das Spezialthema Mieterstrom. Durch eine zusätzliche Förderung verringere sich bei diesem Modell der Strompreis für den Mieter. Dabei ist das Projekt "Mieterstrom der Wohnbau in Weil am Rhein" mit 180 kWp ein sehr großes Projekt, das 2019 realisiert werden soll. Geplant sind weitere PV-Projekte: Recyclinghof in Herten, wo nächste Woche Anlage installiert wird, Halle in Schopfheim-Wiechs, Halle in Binzen, neue Sporthalle in Brombach, neues Sportlerheim in Binzen und Kindergarten Löwenzahn in Grenzach. Geprüft werden Wasserkraftwerke an der Kandern in Binzen-Eimeldingen sowie in Märkt. "Wir geben weiterhin Gas, wir haben einiges in der Pipeline, eine sehr breite Steuerung", kündigte Völkle an. Bis zum Jahr 2022 will sich die Bürgerenergie Dreiländereck von der Ehrenamtlichkeit zu einem professionellen Unternehmen entwickeln. Damit soll die Bilanzsumme von aktuell drei Millionen Euro auf vier bis zehn Millionen gesteigert werden, beim Umsatz stehen aufsteigende Zahlen von derzeit 265 000 Euro zuzüglich Beteiligungen auf bis zu einer Million Euro als Zielwerte im Raum.

Dividende
Aus 35 673 Euro werden zwei Prozent Dividende an die Mitglieder ausgeschüttet. Der Bilanzgewinn beträgt 39 703 Euro. Der Kommentar von Dieter Burger: "Wir fühlen uns wohl mit diesem Geschäftsmodell".

Wahlen
Aufsichtsrat: Dieter Burger (Vorsitzender), Wolfgang Hasselmann, Andreas Schneucker, Andreas Stenske, Michael Zierer, Andreas Seiter, Christoph Huber
» Mitglieder: 337
Kontakt: voelkle@be3land.de