Kommunalwahl

Die Grünen in Rheinfelden sehen sich im Aufwind

Horatio Gollin

Von Horatio Gollin

Mo, 21. Januar 2019 um 19:00 Uhr

Rheinfelden

Erstmals wird die Liste der Grünen in Rheinfelden zur Kommunalwahl mit 32 Kandidaten voll gefüllt sein.

Vor der Kommunalwahl verspüren die Grünen Aufwind. Erstmals können wohl alle 32 Kandidatenplätze für die Kommunalwahl-Liste besetzt werden. In Karsau und Nordschwaben tritt die Partei auch für den Ortschaftsrat an.

Anstelle einer Neujahrsansprache hatte Jörg Moritz-Reinbach, Vorsitzender des Grünen-Ortsverbandes Rheinfelden, einen kleinen Rap-Song vorbereitet, den er eloquent vortrug. Nachdem der als Lehrer tätige Moritz-Reinbach den Anwesenden den Refrain beigebracht hatte, stimmten die Grünen und ihre Gäste beim Neujahrsempfang des Ortsverbandes im Bürgercafé Gambrinus nach jeder Strophe gut gelaunt mit ein: "Es ist soweit: Rhyfälde wird grüner; So rufets vom Dach scho Störch‘ und Hühner; klimafreundlich und solidarisch; und enkeltauglich, damit des klar isch!"

Neuer Webauftritt wird realisiert

Moritz-Reinbach begrüßte es als schöne Entwicklung, dass sich im Schweizer Rheinfelden auch die Grüne Partei formierte. Auf dem Neujahrsempfang der beiden Rheinfelden wurden erste Kontakte geknüpft.

Weiterhin berichtete er, dass nun auch ein Webauftritt für den eigenen Ortsverband realisiert wurde. Für einen eigenen Facebook-Auftritt sah er aber keine Veranlassung, scherzte er in Anlehnung auf die selbstverordnete Facebook-Abstinenz des grünen Bundesvorsitzenden Robert Habeck nach missglückten Tweets.

"Seit 1980 haben wir es noch nie geschafft, unsere Liste voll zu bekommen", führte Fraktionsvorsitzender Heinrich Lohmann aus. Bei den letzten zwei Kommunalwahlen hätten 27 von 32 möglichen Kandidaten gesetzt werden können, diesmal würden die Grünen bei der Kandidatensuche auf viel positive Rückmeldung stoßen. "Wir sind frohen Mutes, dass wir diese 32 erreichen werden. Das ist schon im Vorfeld ein Glanz-und-Gloria-Erlebnis", meinte Lohmann.

Unter den 14 anwesenden Personen waren auch zahlreiche Kandidaten sowie ein Neumitglied. Zwar noch nicht als Mitglied, aber als Kandidat für die Liste hatten die Grünen auch den Nollinger Frank Brauer gewinnen können, der bei der Landtagswahl 2016 als Direktkandidat der Piratenpartei angetreten war.

Nun werden fünf Mandate angepeilt

Lohmann kritisierte, dass die SPD die Grünen zum Lieblingsgegner erklärt hätten, obgleich man auf kommunaler und Kreisebene erfolgreich zusammenarbeite. Die Sozialdemokraten sah er nicht nur bundespolitisch unter Druck, sondern auch kommunal durch die neue linke Bürgerliste. "Die wird uns keinen großen Schaden zufügen, aber an der SPD knabbern", so Lohmann. Er wies darauf hin, dass bei der letzten Wahl die Grünen mit vier Mandaten in den Gemeinderat eingezogen waren. "Unser Ziel sollte es jetzt sein, die Fünf anzupeilen."

Mit mindestens drei Personen werden die Grünen auch im Ortsteil Karsau für den Ortschaftsrat antreten und auch in Nordschwaben will die Partei in den Ortschaftsrat einziehen.

Stadträtin Anette Lohmann führte kurz aktuelle Arbeitsfelder der kommunalpolitischen Agenda auf, bevor Moritz-Reinbach die Diskussion freigab, dass die Anwesenden ihre Ziele für ein grünes Rheinfelden zum Ende der Legislaturperiode formulieren konnten. In cumulo wünschten sich die Grünen ein schöneres Rheinfelden mit mehr Aufenthaltsqualität und innerstädtischem Grün, weniger Lichtverschmutzung zum Schutz der Insekten, mehr Umweltbildung an den Schulen, einen Ausbau des Glasfasernetzes und der Photovoltaikanlagen sowie des Carsharingangebots. Zum Ausklang gab dann veganen Olivenkuchen und Bio-Speckkuchen mit Apfelwein aus Riedmatt.