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28. Januar 2015

Im Holzleimbau geht es um Millimeter

Firma Wiedmann in Minseln ist 50 Jahre alt geworden und beschäftigt mittlerweile 26 Mitarbeiter.

  1. Faszination Holzleimbau: Hier das Dach des Busbahnhofs Dornach/Arlesheim. Foto: Markus Ruf/ZVG

  2. So hat es angefangen: Die Firma Wiedmann in den 60er-Jahren Foto: Markus Ruf

  3. Sie feiern Jubiläum: Richard Nann, Edmund Reichert, Artur Fait (von links) Foto: privat

MINSELN (BZ). Vor gut 50 Jahren legte Lothar Wiedman den Grundstein für die Faszination für weit gespannte Ingenieurtragwerke aus Holz. Sabine Wiedmann und Ralf Burgert feiern das Jubiläum mit ihrem Team, fördern den talentierten Nachwuchs im Unternehmen und setzen damit das Werk des vor gut einem Jahr verstorbenen Firmengründers fort.

Mit hohem Qualitätsanspruch und wirtschaftlichem Weitblick habe ihr Vater das Unternehmen geführt, so beschreibt Sabine Wiedmann die erfolgreiche und langjährige Geschäftsführung ihres verstorbenen Vaters Lothar Wiedmann. Seinem großen Erfahrungsschatz begegnet sie in ihrer Nachfolge dank einer starken Mannschaft mit Zuversicht.

Gemeinsam mit ihrem Mann Ralf Burgert führt Sabine Wiedmann das Lebenswerk des verstorbenen Vaters weiter und beide sind stolz auf alle Kollegen, die seit vielen Jahren durch dick und dünn mit ihnen gehen: "Es gab einen holprigen Start ins letzte Jahr und im Betrieb schien mein Vater unersetzlich. Wir brauchten alle eine Weile, bis es wieder lief." Im Jubiläumsjahr nehmen sich das neue Führungsduo und seine Mitarbeiter daher immer wieder Zeit, um die einzelnen Aufgabenbereiche und Arbeitsabläufe im Betrieb genau anzuschauen und zu verbessern.

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Wiedmann-Hölzer sind gefragt im Markt, und bei der aufwendigen Produktion des hochwertigen Brettschichtholzes müssen alle Prozesse Hand in Hand gehen: Die getrockneten Rohlamellen werden in der Länge über Keilzinkung zu Endloslamellen verbunden, in der Dicke gehobelt, dann zu großen Trägern verklebt, wieder gehobelt und zuletzt passgenau zugeschnitten. "Dafür braucht es Präzision und Perfektion", betont Burgert, "Im Holzleimbau haben wir fast keine Toleranzen und ein 30 Meter langer Träger,
den wir hier montagebereit anfertigen, muss auf der Baustelle millimetergenau passen." Die Grundlage für diese handwerkliche und technische Perfektion sieht der Betriebsleiter im konstruktiven Miteinander. Nur der Zusammenhalt im Betrieb mache den Erfolg aus.

Vor Weihnachten feiert die Mannschaft ihre Erfolge in der Brauerei Waldhaus und applaudiert seinen Jubilaren für den langjährigen Einsatz im Betrieb. Über die Anerkennung freuen sich: Richard Nann (45 Jahre), Edmund Reichert (40), Thomas Rübenach (20), Arthur Fait (20), Waldemar Gaach (20) und Antoinette Uttenweiler (10).

Das Erfolgsrezept im beruflichen Miteinander verrät Edmund Reichert: "Es ist wichtig, dass man über den eigenen Tellerrand hinausschaut und sich nicht vor neuen Aufgaben scheut. Gerade wenn’s hier mal eng wird, helfen wir uns gegenseitig und so lernt jeder von uns auch immer wieder dazu."

Dass hier Alt und Jung gut miteinander können, sieht man auch in der Lehrlingswerkstatt, in der Hubert Sutter seit diesem Jahr wieder Workshops für die Azubis anbietet. Lange Jahre war der Wegbegleiter des Seniorchefs im Prüfungsausschuss der Zimmerer-Innung Freiburg aktiv und fühlt sich auch nach seiner Pensionierung eng mit dem Betrieb verbunden. Sein ganzes Holzbauwissen teilt der Altmeister gerne mit den Wiedmann-Youngsters. Und die freuen sich aufs Lernen, weil die besten Lehrer sind ja ohnehin die, die mit Herz und Seele dabei sind, die mit ihren Lektionen begeistern und mit ihrer Leidenschaft jeden zu Höchstleistung motivieren können.

Den Grundstein für diese Faszination für weit gespannte Ingenieurtragwerke in großen Dimensionen legte Lothar Wiedmann mit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1964. Er startete mit der Montage von Fertighäusern in allen Varianten, schon 1971 hatte der Betrieb sieben Mitarbeiter und erhielt die große Leimgenehmigung zur Produktion von Brettschichtholz.

Die Hölzer aus Minseln prägen seither die Architektur vieler Holzbauwerke in naher und ferner Umgebung, wie die Feldbergbrücke über der B 317, die Gemeinschaftszollanlage in Warmbach, den Busbahnhof Dornach-Arlesheim, die Messehallen Hamburg, das Expodach in Hannover sowie die monumentale Dachkonstruktion des Centre Pompidou in Metz (Frankreich).

Ins Jahr 2015 starten die 26 Mitarbeiter mit voller Kraft. Verstärkt mit zwei Zimmerermeistern will sich das Unternehmen im starken Wettbewerbsumfeld durchsetzen, krempelt dafür täglich die Ärmel hoch und packt es miteinander an.

Autor: bz