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01. August 2009

Im Supermarkt über Deutschland lernen

Alphabetisierungskurs der VHS besucht den Hieber-Markt

  1. Orientierung im westlichen Waren-Dschungel: Die Teilnehmer des VHS-Alphabetisierungskurses besuchten den Hieber-Markt. Foto: Pascal Waldszus

RHEINFELDEN. Zwischen Obstauslagen und Suppenfleisch streifen ältere Damen, Kinder und Familienväter emsig durch die Gänge und greifen zielbewusst ins Regal. Wer im Supermarkt weiß, was er will, für den ist Einkaufen das einfachste der Welt. Doch für Migranten, die erst seit kurzem in Deutschland leben, verwandelt sich ein Lebensmittelmarkt schnell in einen Waren-Dschungel. Der VHS-Alphabetisierungskurs besuchte mit einer Gruppe nun den Hieber-Markt. Dabei ging es nicht nur um gesunde Ernährung.

Mit einer Packung Fruchtbonbons in der Hand steht Zahra vor einem riesigen Süßigkeitenregal und blickt fragend auf die mit winziger Schrift gedruckte Zutatenliste. "Mit Schwein?", fragt die 25-Jährige in gebrochenem Deutsch. Erst vor drei Jahren kam die Afghanin mit ihrer Familie nach Deutschland. Obwohl sie jung und aufgeweckt ist, braucht auch sie Zeit, um sich zu integrieren. Eine Orientierungshilfe bietet hier der Alphabetisierungskurs der VHS. "Viele der Migrantinnen waren in ihrer Heimat gar nicht oder nur sehr kurz in der Schule", erklärt Dagmar von Linden-Suden. "Die Probleme beginnen für sie nicht erst bei Arztbesuchen oder Behördengängen, sondern bei für uns ganz alltäglichen Dingen wie Jahreszeiten oder dem Lesen einer Uhr", so die Kursleiterin.

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Heute auf dem Plan: Orientierungshilfe für gesunde Ernährung. Zahra steht mit den zehn Teilnehmern, die aus Tunesien, dem Kosovo oder Kasachstan kommen, nun im "Hieber" vor dem hauseigenen Ernährungsexperten. "Greifen Sie zu, das ist ohne Schweinefleisch", beruhigt der Mitarbeiter. Stefan Beer erklärt an diesem Morgen, auf was bei gesunder Ernährung geachtet werden muss: Er spricht über Vollkornprodukte, die Menge an Fett in Produkten, Obst und Gemüse, aber räumt auch mit den probiotischen Milchdrinks auf: "Mit viel Zucker und relativ teuer. Ein Naturjoghurt tut es auch", so Beer.

Gegen Ende der Führung zeigt Zahra auf ein Cornflakes-Produkt, das ihre Kinder mögen. "Das sind eigentlich Süßigkeiten", schmunzelt Beer und zeigt stattdessen auf ein Naturmüsli. "Das spucken die Kinder wieder aus", lacht die 25-Jährige.

Nachdem Stefan Beer die Führung im Markt beendet hat, geht es abschließend in die Kantine, wo er mit den Frauen ein Tagesmenü auf einer Ernährungpyramide zusammenstellt. Nach anfänglichem Zögern erkennen die Kursteilnehmer jetzt schnell, zu welchen Nahrungskategorien Milch, Fleisch oder Öl gehören. Zum Schluss sind die Teilnehmer vor allem um eines schlauer: "Kompliziert, das Essen hier", lacht die 50-jährige Kurdin Lamia.

Autor: Pascal Waldszus