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19. Dezember 2011
Jeder Einzelne "bekommt den Film auch zu sehen"
BZ-INTERVIEW mit Frieder Kaltenbach über das Kinderkino im Tutti Kiesi / Möglicherweise fällt Altersklasse 8 Jahre weg.
RHEINFELDEN. Seit drei Jahren bietet die Kaltenbach-Stiftung im Kinderkino im Spielhaus im Kulturpark Tutti Kiesi an drei Tagen Filme für verschiedene Altersgruppen an. Inzwischen ist das ein fester Bestandteil des Rheinfelder Kinderkulturprogramms. Maja Tolsdorf sprach mit Frieder Kaltenbach auch über die Zukunft des Angebots.
BZ: Für welche Altersgruppen zeigen Sie Filme?Frieder Kaltenbach: Wir sprechen vor allem Kinder mit und ohne Mütter an und haben deshalb drei Altersstufen jeweils an drei Tagen pro Monat. Einmal montags das Mutter-Kind-Kino für Kinder bis fünf Jahre, am folgenden Tag gibt es einen Film für Kinder ab sechs Jahren und mittwochs dann einen für Kinder ab acht Jahren.
BZ: Schauen Kinder unter fünf Jahren auch schon einen ganzen Film?
Kaltenbach: Nein, das ist ein kombiniertes Angebot aus Kurzfilmen, Spielen und Basteln.
BZ: Für Jugendliche haben Sie nichts im Angebot?
Kaltenbach: Nein. Das wollen wir nicht. Ab 16 Jahren kann man auch jederzeit ins Kino gehen und wir wollen ja keine Konkurrenz zum Kino sein. Wir wollen ein Angebot für Kinder schaffen, zum gemeinsamen Film anschauen und vor allem, um auch bestimmte Themen aufzugreifen. Im Film "Wer küsst schon einen Leguan" wird zum Beispiel das Thema alleinerziehender Elternteile aufgegriffen oder Mobbing, weitere Themen unserer Filme sind Freundschaft oder auch das erste Verliebtsein.
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BZ: Richtet sich das Angebot auch an Gruppen?
Kaltenbach: Ja. Zum Beispiel informieren wir auch Schulen über unser Filmangebot und manchmal kommen auch Schulklassen vorbei und sehen sich in einer Extra-Vorstellung einen Film an, der davor oder danach Thema im Unterricht ist.
BZ: Und wie wird das Kinderkino davon abgesehen angenommen?
Kaltenbach: Das ist ganz unterschiedlich und hängt natürlich vom Programm und manchmal auch vom Wetter ab. Manchmal kommen rund 30 Kinder, ein anderes Mal sind es nur drei. Aber wir zeigen den Film auf jeden Fall.
BZ: Auch wenn nur einer da ist?
Kaltenbach: Ja, auch dann. Schließlich hat sich derjenige darauf gefreut, also bekommt er auch den Film zu sehen.
BZ: Wer hatte eigentlich die Idee zum Kinderkino?
Kaltenbach: Die Initiative geht auf Kulturamtsleiter Claudius Beck zurück. Auch er hat sich in Rheinfelden schon für die Jugendarbeit engagiert und fand das eine schöne Ergänzung.
BZ: Und wie sieht die Zukunft des Angebots aus?
Kaltenbach: Es gibt die Überlegung, im nächsten Jahr nur noch zwei Filme anzubieten, das heißt neben dem Mutter-Kind-Kino nur noch einen weiteren Film.
BZ: Warum?
Kaltenbach: Weil wir die Erfahrung gemacht haben, dass viele Achtjährige auch Filme ab sechs Jahren anschauen. Es hat sich gezeigt, dass eine weitere Differenzierung nicht notwendig ist.
Autor: maj
