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13. Juli 2015 16:15 Uhr

Evonik

Kennzeichen als Beute

Auf dem Evonik-Mitarbeiterparkplatz verschwinden in letzter Zeit Autokennzeichen. Polizei und Firma überwachen nun verstärkt.

  1. Von der Fürstenbergstraße her ließ Evonik die Zufahrt auf den Mitarbeiterparkplatz nun sperren. Foto: ZVG/Peter Gerigk

  2. LÖ-Kennzeichen scheinen beliebt zu sein. Foto: Peter Gerigk

RHEINFELDEN. Auffällig gehäuft sind in den vergangenen Wochen Kfz-Kennzeichen von Autos gestohlen worden. Zwischen dem 28. Mai und dem 3. Juli wurden sechs Fälle registriert – allesamt auf dem Mitarbeiterparkplatz der Firma Evonik zwischen Friedrich- und Karl-Fürstenberg-Straße. Jetzt wird die Überwachung intensiviert.

Seit dem 6. Mai kam es auf den Mitarbeiterparkplätzen von Evonik zunächst zu Diebstählen von Fahrrädern sowie seit dem 28. Mai dann auch zu Diebstählen von Kfz-Kennzeichen. Hierbei wurde an insgesamt sechs Autos jeweils das hintere Kennzeichen mit der TÜV-Plakette vom Parkplatz gestohlen, so Evonik-Sprecherin Birte Herrmann. Der letzte Diebstahl dieser Art ereignete sich am 3. Juli.

Als Maßnahmen hat der Werkschutz zunächst gemeinsam mit dem Betriebsrat die Aufnahmen der Videoüberwachung des Parkplatzes ausgewertet und die Ergebnisse an die Polizei weiter geleitet. Auf einem der Videos ist tatsächlich ein Auto zu sehen, das eigentlich auf dem Parkplatz nichts zu suchen hat. Die Polizei konnte anhand des Kennzeichens sogar den Halter ermitteln, allerdings ist auf dem Video nicht zu sehen, dass Fahrer oder Beifahrer aussteigen, um ein Kennzeichen abzuschrauben. Das Auto ist im entfernten Ausland zugelassen.

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Evonik-Sicherheitschefin Kerstin Janzen steht in engem Kontakt mit der Polizei, die nun, ebenso wie der Evonik-Werkschutz, in der Gegend des betroffenen Parkplatzes gegenüber von Tor 2 vermehrt Kontrollfahrten macht.

Kerstin Janzen: "Der Diebstahl von Kfz-Kennzeichen ist für die Betroffenen nicht nur ärgerlich, sondern auch mit hohem Wiederbeschaffungsaufwand verbunden. Da die Sicherheit unserer Mitarbeiter für uns oberste Priorität hat, arbeiten wir eng mit der Polizei zusammen, um dieser Diebstahlserie ein Ende zu setzen." Als erste Maßnahme wurde die Zufahrt von der Karl-Fürstenberg-Straße her geschlossen.

Aus Sicht der Polizei kommt es vergleichsweise selten zu Diebstählen von Kfz-Kennzeichen als Serie, sagt Dietmar Ernst von der Polizeidirektion Lörrach. Er sieht zwei Möglichkeiten: Entweder es sind Täter, die das "aus Jux und Tollerei" machen oder es handelt sich um grenzüberschreitende internationale Kriminalität, er kann sich nicht vorstellen, dass die Kennzeichen hier in der Region eingesetzt werden. Wenn hier solche Kennzeichen auftauchen, dann handelt es sich um im Ausland gestohlene.Die Kennzeichen sind jetzt europaweit zur Fahndung ausgeschrieben und werden von der Kfz-Zulassungsstelle in den kommenden zehn Jahren nicht mehr vergeben. Das bedeutet für alle Geschädigten, dass sie neue Kennzeichen erhalten, so Gerhard Speigler, Leiter der Kfz-Zulassung beim Landratsamt. Neben Zeit kostet das auch Geld: Die Umkennzeichnung kostet etwa 30 Euro, der Satz neue Kennzeichen noch einmal in etwa denselben Betrag.

Autor: rs