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17. Dezember 2013

Kerzenlicht sorgt für leuchtende Kinderaugen

Großes Winterfest für Flüchtlinge der Gemeinschaftsunterkunft.

  1. Gitarrenschüler spielen für die Teilnehmer. Foto: Danielle Hirschberger

  2. Vicki (links) und Zara singen ein Weihnachtslied Foto: Danielle Hirschberger

RHEINFELDEN. Der Freundeskreis Asyl hat bisher jedes Jahr ein Weihnachtsfest für die Menschen in der Gemeinschaftsunterkunft organisiert. Besonders auch diese Kinder – entwurzelt und verfremdet – sollen ein Geschenk erhalten. Dieses Jahr schien das ein unlösbares Problem. Denn in der Schildgasse leben 400 Menschen, darunter 130 Kinder. Dank der Zusammenarbeit von Technischem Hilfswerk (THW), Arbeiterwohlfahrt (AWO), Technische Dienste der Stadt, Aktiven des Freundeskreis Asyl und Asylbewerbern ist es doch gelungen, ein wunderbares Fest zu verwirklichen.

Gemeinsames Gestalten
Das THW stellte seine Fahrzeughalle in der Römerstraße zur Verfügung – nur 200 Meter von der Gemeinschaftsunterkunft entfernt und für alle gut zu erreichen. Von den Technischen Diensten der Stadtverwaltung wurden Sperrgitter angeliefert, die vor die Regale an der Rückseite gestellt wurden. Zwei Heizlüfter sollten die eisige Dezemberkälte vertreiben. Eine Getränkefirma lieferte Biertischgarnituren. Am Samstag rückten 20 Asylbewerber an, um die Tische zu stellen und zu schmücken zur Getränke- und Kuchenausgabe. In kurzer Zeit war die nüchterne Fahrzeughalle in eine festliche Atmosphäre getaucht.

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Weil Asylbewerber nicht unbedingt Christen sind, aber Weihnachten ein christliches Fest ist, galt es auch die Namensgebung mit Bedacht zu wählen. Viele Flüchtlinge sind Moslems, es gibt Buddhisten, chinesische Anhänger von Falun Gong, Tibetaner, deren Oberhaupt der Dalai Lama ist und andere religiöse Strömungen. Zum Weihnachtsfest einzuladen, erschien dem Freundeskreis Asyl nicht angemessen, deshalb wurde der Begriff "Winterfest" gewählt. Alle Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft waren dazu eingeladen. Der christliche Hintergrund war trotzdem nicht zu übersehen, die Tische waren mit Tannengrün, Weihnachtsdeckchen und Kerzen in Gläsern dekoriert, leuchtende Girlanden und funkelnde Sterne wetteiferten mit dem Herrenhuter Stern, der von der Betondecke baumelte. Die Kinder bekamen große Augen angesichts des Kerzenglanzes.

Auf den Tischen lagen Kopien zum Mitsingen: die Weihnachtsbäckerei, Oh Tannenbaum und ein Nikolauslied. Besonders die Kinder sind von Schule und Kindergarten her mit diesen Liedern vertraut und sangen eifrig mit.

Am Getränkestand warteten Mitglieder der AWO auf durstige Besucher, am Kuchenstand versorgten Aktive des Freundeskreis Asyl die Gäste. Clown Willi Wonder führte Zaubertricks vor und brachte zum Lachen. Ohne Worte konnte er Kinder und Erwachsenen mit seinen Tricks begeistern und verblüffen. Als er begann, bunte Ballon – Tiere für die Kinder zu formen, wurde er stark bedrängt. Gitarrenlehrer Marco Cammargo spielte mit Schülern Zara, Vicki, Tariq und Dayana Weihnachtslieder und begleitete zum Gesang. In der Fahrzeughalle drängten sich etwa 220 frohgestimmte Gäste und genossen das Beisammensein.Herwig Popken begrüßte besonders die Roma.



Geschenke für die Kinder
Der Höhepunkt des Festes bildete die Geschenkausgabe für Kinder. Vom Sozialdienst der Gemeinschaftsunterkunft gab es für den Freundeskreis eine Liste mit Namen und Alter der Kinder. Die AWO hatte für die Jüngsten Stofftiere gesammelt und stiftete dem Freundeskreis für seine Arbeit 1000 Euro. Vom Freundeskreis Asyl wurde für Kinder zwischen sechs und zehn Jahren ein Malset gekauft und für die Größeren ein Drogeriegutschein besorgt. Bei der Geschenkausgabe wurde jedes der 130 Kinder auf der Liste bedacht, es dauerte eine Weile bis alle ihr Präsent in der Hand hatten. Jedes Kind erhielt auch Süßigkeiten, gestiftet von AWO und Hieber. Freudentränen waren das sichtbare Zeichen der Dankbarkeit.

Danach verliefen sich die Gäste schnell. Die jungen Männer blieben wieder da, um die Tische abzuklappen und erhielten dafür den restlichen Kuchen. Das THW, das mit mehreren Aktiven den ganzen Tag begleitet hatte und den Freundeskreis Asyl tatkräftig unterstützte, konnte um 20 Uhr die Einsatzfahrzeuge wieder in die Halle fahren.

Autor: Danielle Hirschberger