Kinder trommeln und setzen Energien dabei frei

Claudia Gempp

Von Claudia Gempp

Do, 17. August 2017

Rheinfelden

Ein Besuch im Ferienprogramm der Dieter-Kaltenbach-Stiftung.

RHEINFELDEN. Lachen, toben, singen, hämmern, klopfen und seit neuestem auch trommeln: Während des Kinderferienprogramms der Dieter-Kaltenbach-Stiftung präsentiert das Tutti-Kiesi-Gelände jeden Tag eine fröhlich-lebendige Geräuschkulisse. Ganz neu dabei ist das Trommeln, ein Mini-Workshop, bei dem die Sechs- bis Zehnjährigen zwar nicht auf die Pauke, dafür mal so richtig auf die Djembe hauen dürfen und das machen sie mit größtem Vergnügen.

Alexander Keil, neuer Leiter des Ferienprogramms hatte die Idee, das Trommeln auch in Rheinfelden anzubieten, nachdem derselbe Kurs beim Ferienprogramm in Lörrach viele Teilnehmer begeisterte. Und so kamen die neun Djembe-Trommeln, die in Lörrach zur Verfügung standen für zwei Wochen auch nach Rheinfelden.

Täglich sind etwa 120 Kinder beim Ferienprogramm im Tutti-Kiesi zu Gast. Bei der gemeinsamen Morgenrunde unter dem Vacono-Dome können sie sich für eines der zahlreichen kurzweiligen Angebote aus dem Tagesprogramm entscheiden und es hat sich gezeigt, dass sich Mädchen und Jungen gleichermaßen für das Trommeln interessieren.

Die Djembe ist eine einfellige Bechertrommel aus Westafrika, deren Korpus aus einem ausgehöhlten Baumstamm besteht. Darauf zu musizieren ist relativ einfach, denn man braucht nicht, wie zum Beispiel beim Klavier- oder Geige spielen besondere Fertigkeiten um einen Ton herauszubringen. Und deshalb klappt es an diesem Tag schon recht gut, als Wolfgang Hüttermann, Kursleiter und Schulsozialarbeiter die Mädchen und Buben auffordert: "Versucht die Djembe zwischen euren Knien schräg zu halten und dann abwechselnd mit der rechten und linken Hand auf die Mitte schlagen."

Es dauert nicht lange und der Raum ist erfüllt vom typischen rhythmischen Klang, der an das ferne Afrika erinnert und ganz viel Lebensfreude ausdrückt. Dem sechsjährigen Neel macht es jedenfalls Riesenspaß, schließlich hat er gute Gründe, warum er sich unter den vielen bunten Angeboten für das Trommeln entschieden hat. "Ich habe zuhause schon eine Trommel, aber die ist zu klein, kaputt und zu leise", meinte der aufgeweckte Junge, der ganz schnell die richtige Schlagtechnik erfasst hat. Genauso wie die siebenjährige Svea, die das Trommeln einfach nur aus Neugier auf das fremde Instrument gewählt hat. 30 bis 40 Minuten dauert die kurzweilige "Musikstunde".

Wolfgang Hüttermann, der hobbymäßig selber die Djembe schlägt, hat jedenfalls die Ruhe weg, denn er weiß, welch großen Spaß seine kleinen Trommler haben und er kennt die positiven Nebeneffekte: "Es ist es sehr kreativ, die Kinder können selber etwas ausprobieren, sich ganze nebenbei noch austoben und alles rauslassen, was in ihnen steckt". Nicht zuletzt würde das Trommeln an sich in der Musikpädagogik eine große Rolle spielen, daher könne er es sich "sehr gut vorstellen, dass auch beim Ferienprogramm 2018 wieder getrommelt wird.

Das Ferienprogramm dauert noch bis Ende der Woche. Zumindest tageweise können sich noch Kinder rechtzeitig morgens ab 8 Uhr vor Ort anmelden.