Klangvoller Auftakt der Klaviertage

Sarah Nöltner

Von Sarah Nöltner

Di, 19. Juli 2016

Rheinfelden

Karl-Martin Buttgereit und Daniel Robert Graf eröffnen die dreiteilige Konzertreihe.

RHEINFELDEN. In dieser Woche finden die zweiten Rheinfelder Klaviertage der Musikschule statt. Eröffnet wurde die Reihe am Sonntag mit einem romantischen Konzert von Musikschullehrer Carl-Martin Buttgereit am Flügel und Daniel Robert Graf am Cello. Die beiden Profis, Graf war über 40 Jahre Solo-Cellist im Orchester der Frankfurter Oper, begeisterten das Publikum im Orff-Saal der Musikschule zu vormittäglicher Stunde.

Mit der Cello-Sonate in B-Dur, op. 45, von Felix Mendelssohn-Bartholdy eröffneten sie die Konzertreihe. Bei den ersten Klängen überstrahlte Grafs Cello den Flügelklang schier – so kräftig und laut war er. Im weiteren Verlauf balancierten die Musiker die Lautstärke noch etwas aus. Beim 2. Satz Andante interpretierten die Musiker das populäre Eingangsthema unterschiedlich: Buttgereit am Flügel süß und mit stark Pedal verhangenen Klängen, Graf am Cello schlicht, fast trocken und gerade deshalb innig und bedeutsam. In schwungvollem Klang und romantischen Farbgebungen schwelgten beide Musiker beim 3. Satz Allegro assai.

Nach einem kurzen Vortrag von Graf über das "schöpferische Genie in Johannes Brahms" – Graf erlaubte sich diese vermittelnde Erklärung, "da wir ja in einer Musik- Schule sind" – ging das musikalische Programm mit der Cello Sonate in e-Moll op 38 von Johannes Brahms weiter. Das Allegro non troppo klang übervoll und intensiv: romantische Klangfülle im angesichts des Klangrauschs klein wirkenden Orff-Saal. Im zweiten Satz gelang dem Duo ein buntes Spiel mit Klangfarben und Ausschmückungen. Den dritten Satz, eine Fuge, begann Buttgereit stark am Klavier, Graf griff das Thema auf und beide zusammen webten die Stimmfäden der Fuge dicht ineinander. Ganz viel Applaus vom Publikum nach diesem offiziellen Programmteil, zum dem viele Kinder, aber auch Erwachsene, die weniger wegen der Musikschule als wegen des Konzertes, gekommen waren.

Und dann noch eine Zugabe, Mendelssohns Lied ohne Worte, noch ein letztes Schwelgen in der romantischen Gefühlsseeligkeit: wonnig, liebkosende Klänge, klagende und dramatische, dann noch ein paar knarzige und ganz zarte Flageolettes – eine wohlgelungene romantische Matinee als Auftakt der 2. Rheinfelder Klaviertage.

Zwei weitere Konzerte veranstaltet die Musikschule im Rahmen Reihe: Am Mittwoch, 20. Juli, 19 Uhr, spielen Schüler und Lehrer der Musikschule gemeinsam "Klavier-Hits - die schönsten und populärsten Klavierstücke von Bach bis zu den Charts" und am Samstag, 23. Juli findet um 15 Uhr das "Fachbereichskonzert" statt, bei dem Klavierschüler Klaviermusik präsentieren, im Anschluss gibt es bei Kaffee Beratungs- und Informationsmöglichkeiten.