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28. Juli 2010
Leidenschaft wird geweckt
Mobiles Biolab an der Realschule beeindruckte Schüler / Projekt des Landes.
RHEINFELDEN. Wissenschaftlichen Besuch bekam Anfang der Woche die Gertrud-Luckner-Realschule: Die mobile Forschungsstation Biolab war am Montag und Dienstag zu Gast. In anschaulichen Praktika wurden Schüler der neunten Klassen an die Biotechnik herangeführt. Dabei entdeckte der eine oder andere sogar seine Leidenschaft für die Naturwissenschaft.
"Das hier ist viel besser als Unterricht", sagt Alfarano Francescco gut gelaunt. Er trägt einen weißen Laborkittel, eine bunte Schutzbrille und besucht normalerweise die neunte Klasse der Realschule. Die Grundlagen der Themen, die hier behandelt werden, sind ihm aus dem Unterricht bekannt. Richtig anschaulich ist der aber selten. "Die haben hier auch viel bessere Ausrüstung", sagt er, "die Pipetten zum Beispiel sind hier viel besser als die in der Schule." Man kann nicht nur die Flüssigkeitsmenge haargenau einstellen, man bekommt auch noch das passende Team dazu, das keine Fragen offen lässt. Die Diplom-Biologen Liane Ludwig und Andreas Horschinek leiten die Schüler an und erklären selbst komplexe Zusammenhänge einfach und anschaulich.Werbung
Das Praktikum der Schüler behandelt die Grundlagen der Genforschung. In einem ersten Schritt wird DNA aus Bakterien isoliert. Die fadenförmigen Baupläne können dadurch sichtbar und begreifbar gemacht werden: Die Schüler können sie nämlich nicht nur unter dem Mikroskop sehen, sondern sogar mit bloßem Auge.
Später geht es um einen Begriff, den sich vermutlich kein Schüler merken kann, der aber eine aufregende praktische Anwendung mit sich bringt: Agarosegelelektrophorese. Das Verfahren zur DNA-Analyse wird nicht nur von den Schülern mit großer Begeisterung praktiziert, sondern findet auch bei der Ermittlung genetischer Fingerabdrücke seine Anwendung. Dabei sind die feinmotorischen Fähigkeiten der Schüler ebenfalls gefragt.
Das Biolab ist ein Projekt der Baden-Württemberg Stiftung, unterstützt von der chemischen Industrie. An über 80 Standorten im Jahr bringt es vor allem Schülern die Biotechnologie näher. Dabei soll auch im Hinblick auf die Berufsfindung Hilfestellung geleistet werden. "Ich könnte mir schon vorstellen, später mal in dem Bereich zu arbeiten", sagt Alfarano, der sichtlichen Gefallen am Experimentieren gefunden hat.
Nicht nur für Schüler, sondern auch für Lehrer und die Öffentlichkeit bietet dann auch ein Vortrag am Dienstag einen Überblick zum Thema Biotechnologie. Dabei geht es hauptsächlich darum, einen Bezug zum Alltag herzustellen: Die Prozesse, die etwa hinter der alkoholischen Gärung stehen, sollen verstanden werden.
Autor: Jannik Schall
