Lilo Schmidt behält immer ihren Ehrenplatz

Claudia Gempp

Von Claudia Gempp

Fr, 05. Februar 2010

Rheinfelden

Nach 29 Jahren als Abteilungsleiterin beim TV Rheinfelden verabschiedet / Schon seit 59 Jahren im Verein aktiv.

RHEINFELDEN. 60 Frauen waren am Montagabend in die Turnhalle der Goetheschule gekommen, um "ihre Lilo", Lieselotte Schmidt, als Leiterin der Abteilung Aktiv und fit des Turnvereins Rheinfelden (TVR) zu verabschieden. Seit 59 (!) Jahren ist Lieselotte Schmidt beim TVR aktiv, 29 davon hat sie als Übungsleiterin Frauen aller Altersklassen gesund auf Trapp gehalten und, darin waren sich alle einig: "Sie hat es toll gemacht", betonte ihre Nachfolgerin Bärbel Fröbel.

Ihr zur Seite steht Jutta Wielath, die vor kurzem ihre Übungsleiterausbildung an der Sportschule Steinbach erfolgreich abgelegt hat. Sichtlich gerührt nahm Lilo Schmidt die Laudatio entgegen, doch ganz so traurig war der Abschied nicht, denn sie bleibt den Frauen als Turnschwester auf "einem Ehrenplatz in der ersten Reihe" erhalten. Obendrein ernannte sie Bärbel Fröbel augenzwinkernd zum "Tourismusminister", denn sie soll sich verstärkt um die Organisation der Ausflüge kümmern.

Am 1. April 1951, im zarten Alter von zwölf Jahren, machte Lilo als lebhaftes Kind in der Mädchengruppe des TVR ersten sportlichen Erfahrungen. Als junge Frau und Mutter kam die inzwischen dreifach Omi zum Frauenturnen von Anni Schlachter. Die verstand es, Lilos Temperament zu bändigen, und machte sie schob bald zur Helferin. Am 1. Januar 1981 übernahm sie die Frauenabteilung , bis 1985 noch als Einzelkämpferin. Doch sie hatte schon lange ein Auge auf Bärbel Fröbel als Helferin geworfen. Mit Erfolg: 1985 absolvierten sie gemeinsam die Übungsleiterausbildung in Steinbach. Gerne erinnert sich Lilo Schmidt an Höhepunkte wie die Teilnahme an vielen Landes- und Gauturnfesten und sieben Deutsche Turnfeste, zum Beispiel 1987 im noch geteilten Berlin. Mit 3000 Frauen und Männern aus ganz Deutschland hat ihre Gruppe bei der Abschlussveranstaltung rund 80 000 Zuschauern im Olympiastadion mit einer faszinierenden Großraumaufführung begeistert.

Übungen sind fließender und nicht mehr so zackig

Aufgefallen in all den Jahren sei ihr, dass die Übungen "fließender und körperbewusster geworden sind, nicht mehr so zackig wie früher". Mit viel Fachwissen und ihrer Natürlichkeit, Fantasie und Toleranz gegenüber den weniger Begabten, vor allem aber immer gut gelaunt, ist es Lieselotte Schmidt gelungen, die Frauen stets zu motivieren, auch manch unbequeme Übung "no mol und no mol" zu wiederholen. Daher machte ihr Bärbel Fröbel das Kompliment: "Lilo hat mir vorgelebt, wie viel Freude ein Ehrenamt machen kann."