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12. April 2017

Mehr als nur ein Gefühl

Defekt wirft Helen Grobert bei MTB-Gold-Trophy entscheidend zurück / Tim Meier erfüllt WM-Norm.

  1. Top-Ten-Zeiten: Helen Grobert Foto: Weschta

MOUNTAINBIKE. Die Remetschwielerin Helen Grobert hatte bei der Gold Trophy in Bad Säckingen nur auf dem Papier ein Erfolgserlebnis, der Rheinfelder Tim Meier dagegen in jeder Hinsicht.

Manchmal ist es bei Cross-Country-Bikern der Blick auf das Rundenprotokoll, der die Stimmung wieder etwas anheben muss. Auch wenn es dafür keine Punkte und Trophäen gibt. Helen Grobert kannte unmittelbar nach Rennende die Rundenzeiten zwar noch nicht, doch später sollten diese bestätigen, dass sich ihr subjektiver Eindruck mit objektiven Daten untermauern ließ. "Das Körpergefühl war gut, auch technisch habe ich mich wohl gefühlt", sagte die 25-Jährige seufzend.

Dass mit Top-Ten-Rundenzeiten nur ein 21. Platz auf dem Papier stand, lag an einem Defekt in Runde zwei. Bis zur nächsten Technischen Zone war es weit und es stellte sich gar die Frage nach der Aufgabe. Doch wer gibt vor heimischem Publikum auf? Grobert, deren jüngere Schwester Hannah krankheitsbedingt nicht am Start war, kämpfte sich von Position 40 nach vorne.

Obgleich das Hochrechnen der Rundenzeiten spekulativ ist: Grobert hätte demnach in den Regionen von Sabine Spitz hätte landen können – die Niederhoferin wurde Fünfte (+1:19). Im Ziel lag Grobert 8:20 Minuten hinter der Siegerin Yana Belomoina (1:32:58), allein durch den Defekt hatte sie nach der zweiten Runde mehr als sechseinhalb Minuten auf die Ukrainerin verloren.

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Keine Hochrechnungen musste Tim Meier anstellen, das nackte Ergebnis reichte für Glücksgefühle. Der Rheinfelder fuhr im Rennen der UCI Junior Serie als Fünfter über den Zielstrich und konnte sich der Schulterklopfer kaum noch erwehren. "Meine neue Taktik ist aufgegangen", sagte der 17-Jährige. "Ich wollte am Start vorne sein, aber nicht Vollgas fahren", also Reserven lassen. Zuletzt hatte Meier, dem bisweilen die optimale Dosierung seiner Kräfte fehlt, für sein Anfangs-Engagement immer wieder büßen müssen. "Ich wollte das Rennen kontrolliert fahren und das hat funktioniert." Auch vom teils euphorischen Publikum am Waldbad ließ er sich nicht treiben. Mit 15 Sekunden Rückstand auf den französischen Gewinner Victor Lab (1:12:48) war bei Meier letztlich kein Einbruch zu verzeichnen. "Schade, dass ich am Schluss nicht mehr ganz dranbleiben konnte", sagte Meier, "doch das ist mir jetzt total egal. Ich habe mein Ziel mehr als übertroffen."

Zumal Meier im ersten Rennen bereits die A-Norm für die WM in Cairns erfüllte. Das ist noch nicht gleichbedeutend mit der Nominierung, doch ist die Wahrscheinlichkeit, dass er das Ticket nach Australien ergattert, hoch. Noch ein Grund also glücklich zu sein.

Miriam Oeschger siegt beim Eggberg-Marathon

Eineinhalb Stunden zuvor hatte Lars Reiniger nach dem U-23-Rennen einen nicht ganz zufriedenen Eindruck erweckt. In einem international aufgestellten Feld fehlte dem ehemaligen Radballer aus Rheinfelden die Erfahrung, vielleicht auch das Durchsetzungsvermögen. "Auf dieser Strecke ist es schwer nach vorne zu kommen", meinte Reiniger. Von Startposition 50 ins Rennen gegangen, verkaufte er sich aber nicht schlecht. Am Ende wurde es Rang 39, 8:20 Minuten hinter dem Sieger Sebastian Carstensen Fini (Dänemark/1:22:59).

Auch bei Reiniger lohnt ein Blick ins Rundenprotokoll. Seine letzte Runde auf dem anspruchsvollen Kurs war seine schnellste, was die Leistung des 21-Jährigen nochmal in einem freundlicheren Licht erscheinen lässt.

Den Eggberg Marathon über 48 Kilometer gewann bei den Frauen Miriam Oeschger. Die Niederhoferin kam nach 2:14:42 Stunden ins Ziel, 48 Sekunden vor der Zweitplatzierten Janine Schneider (Singen). Bei den Männern gelang Mike Woland (RSV Niederhof) der Sprung auf Rang zehn, er blieb 11:37 Minuten hinter Sieger Peter Hermann (1:56:56 Stunden/NRW).

Autor: Erhard Goller