Musikschüler bereiten mit dem Cello ein Klangfest

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Di, 17. Oktober 2017

Rheinfelden

70 Talente aus den Schulen im Landkreis begeistern im Lichthof des Gymnasiums mit ihrem Auftritt viele Zuhörer.

RHEINFELDEN. "Eine tolle Sache", fand Musikschulleiter Norbert Dietrich und die vielen Zuhörer im Lichthof des Gymnasiums, die sogar das Treppenhaus dicht an dicht säumten, stimmten ihm da gerne zu. Denn was beim zweiten Cellofest geboten wurde, war imposant, unterhaltsam und abwechslungsreich. Wann hört man schon einmal so viele Celloschüler und solch geballtes Cello-Vergnügen unter einem Dach? Es war ein spannendes Gemeinschaftserlebnis für Mitwirkende und Publikum.

Gut 70 Talente aus den Musikschulen Rheinfelden, Weil am Rhein und Mittleres Wiesental, aber auch Celloschüler von Privatlehrern hatten sich zu diesem ungewöhnlichen Stelldichein zusammengefunden. Vor dem großen gemeinsamen Finale stellten sich die einzelnen Cellogruppen vor, gestaffelt nach Altersklassen. Den Anfang machten die Jüngsten unter Leitung von Michaela Bongartz. Die Cellolehrerin hatte mit den Erst- bis Fünftklässlern vier hübsche Stücke einstudiert: das Kinderlied "Die Blätter werden bunter", den Tiny Rag, ein Russisches Lied und den Kingston Calypso. Die Kinder, die gerade anfangen, Cello zu lernen, waren mit Feuereifer, Spaß, rhythmischem Schwung und Freude am Spiel dabei.

Die nächste Gruppe aus Mädchen und Jungen der sechsten bis achten Klasse hatte ebenfalls vier Stücke unter Leitung von Ceciel Strouken auf dem Programm. Die Cellolehrerin und Ideengeberin des Cellofestes zeigte sich begeistert davon, mit welcher Disziplin und "Superfreude" die Kinder geprobt hatten – was man bei der Aufführung auch hörte. Das Ensemble spielte eine für Celloorchester bearbeitete Polonaise von Carl Philipp Emanuel Bach mit tänzerischem Elan, dann zwei reizende Stücke von Mozart, darunter der Chor der Janitscharen aus "Die Entführung aus dem Serail" mit schöner Leichtigkeit. An den Schluss setzten die Nachwuchscellisten das bekannte "Happy Together", das mit seinem schwelgerischen Klang so richtig gut ins Ohr ging.

Mit der "Gruppe der Großen", den fortgeschrittenen Schülern, trat dann Thomas Himmler auf. Der Cellolehrer an der Rheinfelder Musikschule, der mit seinen Kolleginnen Michaela Bongartz, Ceciel Strouken, Monica Forster Correa und Dorothee Zobel das Cellofest auf die Beine gestellt hat, freute sich riesig über dieses "Heimspiel" in dem schönen Lichthof, der auch akustisch gut klingt und von überall gute Sicht bietet. Man habe allen Grund, "happy together" zu sein an diesem Tag: "Das Wetter stimmt, die Kinder und Jugendlichen sind begeistert und freudig mit dabei."

Thomas Himmler dirigierte die große Gruppe der jugendlichen Akteure dynamisch durch verschiedenartige Klangwelten. Zu Beginn wurde das Barockstück "Der Phönix" von Michel Corrette aufgeführt, in dem mit prächtigem Klang geschildert wird, wie Phönix aus der Asche aufsteigt. Sakrale Atmosphäre entfaltete sich in dem meditativen Stück "In der Kirche" von Tschaikowsky. In zwei lateinamerikanischen Stücken, dem brasilianischen "Der Spatz im Maisfeld" und dem argentinischen Tango "Jalousie" von Jacob Hansen Gade, begeisterten die Jungcellisten mit Verve, farbigem Klang und Gespür für die Melancholie und Leidenschaft des Tangos. Zum großen Finale taten sich alle Mitwirkenden, verstärkt durch Lehrkräfte und ehemalige Musikschüler, zusammen, um ein von Thomas Himmler arrangiertes "Movie-Medley" aufzuführen.

In diesem Potpourri von Filmmusik aus Star Wars, James Bond, Herr der Ringe, Harry Potter, Mission Impossible und Titanic liefen die Schüler zu großer Form auf. Sie boten bestes Kino für die Ohren, in Breitwand-Cellosound, spannend, dynamisch, packend gespielt. Von Abenteuer, Klangdramatik und Thriller-Spannung bis zu großen schwelgerischen Gefühlen in melodisch sattem Klang war bei diesem Streifzug alles geboten. Dabei ist dieses Movie-Medley ganz schön schwierig zu meistern, fast so schwer wie Brahmssche oder Mahlersche Sinfonien, wie Thomas Himmler vorab sagte. Umso beachtlicher, mit welcher Verve und Vehemenz sich die jugendlichen Cellisten in dieses Filmmusik-Abenteuer stürzten.