Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
18. Dezember 2008
Neuer Blick auf Albanien
Helmut Kienzle zeigt im VHS-Haus zahlreiche Exponate und Fotografien zu dem Balkanstaat
RHEINFELDEN. Der Rheinfelder Helmut Kienzle, viele Jahre als Oberstudienrat am Georg-Büchner-Gymnasium tätig, ist Mitte dieses Jahres nach zehn Jahren aus Albanien zurückgekehrt. Bei dem Motto der Volkshochschule Rheinfelden "Baustelle Europa", war es für die Leiterin der Bildungseinrichtung klar, dass sie eine Ausstellung Kienzles über Albanien im VHS-Haus veranstalten wollte.
Im Auftrag des Auswärtigen Amtes arbeitete Kienzle zehn Jahre als Koordinator für Deutsch am Fremdsprachengymnasium in Albaniens Hauptstadt Tirana und an drei weiteren Gymnasien mit. Neben den Kontakten zum Auswärtigen Amt und zur Botschaft hatte er vor allem mit den Menschen vor Ort zu tun und erlebte eine Zeit, in der aus einem der abgeschottesten, ärmsten Länder Europas ein Land wurde, das moderner Technik genauso offen gegenübersteht wie sonstigen Verführungen des globalisierten Marktes."Das hat auch viele Nachteile", sagt Kienzle bei einem Rundgang durch das VHS-Haus. Einige der rund 50 vergrößerten Fotografien, die er alle selbst gemacht hat, besitzen mittlerweile mehr historischen als dokumentarischen Wert. Dabei hat er auf "kulturelle Highlights, etwa aus dem Erbe der Römer und Griechen" bewusst verzichtet, sondern stellt in vier thematischen Blöcken ein Land vor, das die meisten kaum kennen dürften. Natürlich stehen die Menschen im Vordergrund, ob neugierige Kinder oder die alte Frau beim Buttern.
Werbung
Zweiter Schwerpunkt ist die grandiose Landschaft des Balkanstaates. "Albanien hat alles, Berge, Flüsse, die Adria", schwärmt Kienzle, der aber auch seine schulische Tätigkeit darstellt, genauso wie fotografische Zeugnisse des Kommunismus und dessen Erbes.
Neben den zahlreichen Fotografien, die dazu einladen, beim Rundgang die Zeit zu vergessen und mental einzutauchen in eine fremde Kultur, hat Kienzle alte Trachten und Originalgemälde aufgehängt, die neben der Flagge Albaniens mit dem schwarzen Doppeladler auf rotem Grund die Wände des VHS-Hauses verzieren. In zwei Vitrinen finden sich zahl reiche weitere Ausstellungsstücke, von altem Töpfergut über die Arbeiten einer modernen Keramikerin, die etwa die Geschichte des Nationalhelden Skanderbeg im Kampf gegen die Türken als Schachspiel verarbeitet hat.
Im zweiten Kasten erwarten die Zuschauer die wichtigsten Werke des albanischen Schriftstellers Ismail Kadare, neben denen eine albanische Auflage von Wilhelm Buschs "Max und Moritz" zu finden ist. Brautschmuck, albanisches Geld und weitere Alltagsgegenstände vervollständigen das Bild.
Die Ausstellung im VHS-Haus ist zu den Öffnungszeiten der VHS noch bis inklusive Montag, 22. Dezember, zu besichtigen und einen Besuch wert. Laut Gaby Dolabdjian kommen die Exponate sehr gut an. Bereits die Vernissage am 2. Dezember war beachtlich besucht und auch jetzt sind regelmäßig Kursteilnehmer und Gäste von den Exponaten beeindruckt. Kein Wunder: Im Gespräch mit Kienzle glänzen seine Augen vor Begeisterung, wenn der Pensionär von Albanien spricht. Die Faszination hat sich übrigens fortgesetzt. Sein ältester Sohn studiert nun Albanologie in München.
Autor: Ralf H. Dorweiler
