Neuer Rasen für das Europastadion

Ralf H. Dorweiler

Von Ralf H. Dorweiler

Do, 13. September 2018

Rheinfelden

Arbeiten laufen auf Hochtouren, um eine rasenschädigende Made loszuwerden / Ab Mai 2019 kann Platz wieder bespielt werden.

RHEINFELDEN. Seit zwei Wochen ist das Europastadion bereits gesperrt. Der Hintergrund: Der seit Jahren wegen Madenbefalls nur sehr eingeschränkt nutzbare Rasen wird erneuert. Aktuell findet sich auf dem südlichen Teil des Platzes eine rund fünf Meter hohe "Düne" aus Lavasand. Wenn eine neue Unterlage eingebracht und Rasen eingesät ist, wird frühestens ab Mai 2019 wieder der Ball im Europastadion rollen können.

Dieter Wild ist im Moment oft im Stadion. Der Vorsitzende des Stadtsportausschusses verfolgt die von der Munzinger Firma Roman Schildecker ausgeführten Arbeiten. Der Fachbetrieb für Sportanlagen hat den Auftrag in Höhe von 126 000 Euro erhalten, den alten Rasen samt Unterschicht zu entfernen und durch eine neue Rasendeckschicht und neuen Rasen auszutauschen. Die ersten Arbeitsschritte sind bereits erledigt. Um die neue Tartanbahn nicht zu beschädigen, wurde eine Brücke aus Sand darübergeführt. Rund 15 bis 20 Zentimeter des Unterbelags wurden abgetragen. Dieser bestand aus "Lavasand". "Vor 30 Jahren war Lavasand das Neuste vom Neusten", erinnert sich Platzwart Jogi Hepp, der ebenfalls regelmäßig ein Auge auf die Arbeiten wirft. Auch den Platz des SC Freiburg habe man damals aus Lavasand hergestellt.

Bei einer Größe von 110 mal 70 Metern, also rund 7700 Quadratmetern, kommen rund 1000 Kubikmeter zu entsorgendes Material zusammen, erläutert Roman Schildecker. In ähnlicher Größenordnung soll ab Donnerstag neues Material für die Rasentragschicht antransportiert werden. Dabei handelt es sich um eine Spezialerde, die speziell für Torraumsanierungen und Rasenrenovationen gemischt wurde und "Wembley" heißt. Sechs bis sieben Lkw sollen vier bis fünf Arbeitstage lang mit dem neuen Material anrollen und werden das alte Material auf dem Rückweg nach Munzingen abtransportieren. Dieses werde erst zwischengelagert und dann entsorgt, so Schildecker. Etwa in der nächsten Woche wird dann nach dem Planieren eingesät. Dann braucht der Rasen mindestens ein halbes Jahr Zeit, um gut anzuwachsen und ordentliches Wurzelwerk zu bilden. Erst ab frühestens Mai 2019 wird der Platz nutzbar sein, schätzt Wild. "Wenn wir sowieso so lange warten müssen", meint er, "dann lieber etwas zu lang als zu kurz. Nicht dass es gleich wieder vermeidbare Schäden gibt."

Zum Angebot der Firma gehören noch die ersten drei Mähungen, danach wird die Verantwortung dafür wieder an Jogi Hepp übergehen. Wild hofft, dass Hepp dafür dann den Spindelmäher nutzen kann. Alternativ stünde auch ein Mähroboter zur Verfügung, allerdings würde Rasen von Sportstätten normalerweise nicht von Robotern gemäht, da der Spindelmäher sauberer schneide und damit ein besseres Ergebnis bringe. "Man hat mit einem Spindelmäher auch ein schöneres Mähbild und kann Streifenmuster in den Rasen bringen", ergänzt Hepp. "Ein Roboter fährt über Nacht kreuz und quer, da sieht man gar nichts an Muster", sagt Wild dazu.

Schon seit Jahren ist bekannt, dass eine Made, eine Art von Engerlingen, wie Schildecker erklärt, im Rasen des Europastadions und in der Rasendeckschicht lebt und die Wurzeln beeinträchtigt. Alle Versuche scheiterten, den Schädling loszuwerden. Der Platz war dadurch in einem katastrophalen Zustand und wurde letztmals in der zweiten Jahreshälfte 2017 bespielt. "Zum Glück haben wir nebenan den Kunstrasenplatz", meint Wild. Der wird aktuell von recht wenigen Vereinen genutzt, weil die meisten noch ihre eigenen Plätze bespielen. "Wenn die dann ab dem Herbst geschont werden müssen, wird es sicher eine Menge Anfragen für den Kunstrasen geben", ist Wild überzeugt.