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13. September 2017

Nollinger sind noch nicht zufrieden

Stadtbauamt stellt überarbeitete Entwürfe für die Nachverdichtung im Oberdorf vor / Diskussion um Parkplätze entfacht erneut.

  1. Der dörfliche Charakter soll in der Oberen Dorfstraße erhalten bleiben. Foto: Horatio Gollin

RHEINFELDEN. Dass die Nachverdichtung im Nollinger Oberdorf kommt, ist sicher. Im Nollinger Ausschuss wurden kurz vor Ablauf der Veränderungssperre drei neue Gestaltungsentwürfe diskutiert. Die Mehrheit entschied sich für die geringste Nachverdichtung.

Viele interessierte Bürger aus Nollingen kamen am Montag in den Sitzungssaal des Rathauses. Nachdem im April die Gestaltungsentwürfe für den Bebauungsplan Nollingen Ortskern für das Oberdorf nur auf wenig Begeisterung gestoßen waren, hatte das Stadtbauamt eine Überarbeitung der Entwürfe zugesagt. Besonders am in der Oberen Dorfstraße 16 geplanten Mehrfamilienhaus hat es große Kritik gegeben. Das Vorhaben sei überdimensioniert und füge sich nicht in den dörflichen Charakter ein, hieß es.

Die Varianten
Stadtplanerin Christiane Ripka stellte die zwei angepassten Entwürfe und einen neuen dritten Entwurf vor. In der ersten Variante haben das Vorhaben in der Nr. 16 und die Nachverdichtung der Baulücken entlang der Beuggener Straße und Oberen Dorfstraße Eingang gefunden. In der zweiten Variante wurde das Vorhaben in Nummer 16 in zwei Mehrfamilienhäuser geteilt und zusätzlich drei weitere mögliche Einfamilienhäuser im Innenbereich ausgewiesen. Die dritte Variante war gleich wie die zweite, mit dem Unterschied, dass das Vorhaben wieder als zwei verbundene Mehrfamilienhäuser ausgewiesen.

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Das Vorhaben war schon einmal verkleinert worden und auch bei der neuen Planung kam der Investor den Nollingern entgegen. Die Parkplätze wurde vom Innenbereich zur Straße verlegt und die Anzahl der Wohneinheiten von sechs auf vier verringert. Auch die Renovation der angrenzendenScheune, durch die die ursprüngliche Grundstückszufahrt erfolgen sollte, wurde begonnen soll nun ebenfalls als Wohnraum genutzt werden.

Diskussion über Parkplätze
Trotzdem entfachte sich eine Diskussion über die Parkplatzsituation. Anwohner kritisierten, dass in der Oberen Dorfstraße öffentliche Parkplätze zugunsten der privaten Stellplätze wegfielen. Besucher fänden nur schwer einen Parkplatz und bei Veranstaltungen in der Felix-und-Regula-Kirche bräche regelmäßig das Chaos aus. Ausschuss-Vorsitzender Rainer Vierbaum (CDU) erklärte, dass es hier nicht Aufgabe der Öffentlichkeit sei, für Parkraum zu sorgen, und es zumutbar sei, wenn der Besuch ein Stück gehen müsse. "Wir haben einen Parkplatz am Nollinger Friedhof, der ist fast immer leer", meinte Vierbaum. Diese Lösung stieß aber nur auf wenig Anklang. Auch die Grundwasserproblematik zwischen Oberer Dorfstraße und Beuggener Straße, die durch weitere Gebäude verschärft werden könnte, beschäftigte die Anwohner, die darauf hinwiesen, dass alle alten Häuser in der Oberen Dorfstraße Sickergruben hätten, die leer gepumpt werden müssten. Ripka meinte, dass der Nachverdichtung im Oberdorf ohnehin Grenzen gesetzt seien, da sowohl der Abwasserkanal in der Beuggener Straße wie in der Oberen Dorfstraße an der Kapazitätsgrenze sei. Zudem werde auch ein hydrologisches Gutachten erstellt, für dieses werde allerdings, beginnend im November, ein ganzes Jahr gebraucht. "Muss man denn Teufel komm raus, alles nachverdichten?", fragte ein Frau und ein Mann erklärte, dass man jetzt mit dem Bebauungsplan ein Zeichen setzen könne. Vierbaum und Ripka wiesen daraufhin, dass die Zeit für das Aufstellungsverfahren für den Bebauungsplan dränge, da die Veränderungssperre ende und vom Gemeinderat verlängert werden müsse. Ausschussmitglied Karin Paulsen-Zenke (SPD) führte aus, dass es bei dem Verfahren darum ginge, die klassische Struktur zu erhalten und die Nachverdichtung sensibel anzugehen. Bei der Abstimmung entschied sich dann die Mehrheit im Ausschuss für die erste Variante mit der geringsten Nachverdichtung.

Autor: Horatio Gollin