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06. April 2013

Notfallpraxis für Rheinfelden nicht in Sicht

Die KV bleibt auf ihrem Kurs.

  1. Dr. Ludwig Fritze Foto: Archiv:BZ

RHEINFELDEN (ibö). Es sieht nicht so aus, als ob die kassenärztliche Vereinigung bei der Regelung der künftigen Notfallpraxis nachts und an Wochenenden das Rad zurückdreht. Der Sprecher der KV Baden-Württemberg, Kai Sonntag in Stuttgart, verteidigt die für 2014 geplanten Reform als Verbesserung der Infrastruktur für Patienten und als Entlastung der niedergelassenen Ärzte. Er sieht eine "hohe Zustimmung" unter den Ärzten der Region, wenn nur noch in den Krankenhausstandorten Lörrach und Schopfheim Dienst geleistet wird. "Uns ist von massivem Gegenwind nichts bekannt", betont er. Sonntag betont, dass es "keine Anhaltspunkte gebe, dass wir eine große Welle des Widerstandes haben". Die Regelung bewähre sich in den Kreisen, wo sie bereits eingeführt ist.



Drei Standorte zu teuer

Mehrere Argumente führt Sonntag ins Feld, warum am Krankenhausstandort Rheinfelden keine zentrale Notfallpraxis geplant ist, sondern Lörrach und Schopfheim Standorte bleiben sollen. Ein Punkt ist, dass am Krankenhaus Lörrach bereits eine Notfallpraxis besteht und am Krankenhaus Schopfheim der Notfalldienst von Ärzten dort bereits an Wochenenden geleistet wird. Diese Strukturen möchte die KV nutzen. Das hat auch Kostengründe. Eine dritte Notfallpraxis in Rheinfelden zu öffnen, steht wegen des Aufwands im sechsstelligen Bereich für die Infrastruktur, an dem sich die Ärzte beteiligen müssten nicht zur Diskussion. Außerdem würden Ärzte nicht entlastet, es müssten für die Dienste zusätzliche rekrutiert werden. Und eine bestehende Notfallpraxis zu schließen, damit eine neue am Hochrhein öffnet, komme nicht in Frage.

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Jeder möchte etwas anderes

Dies betrachtet auch der Sprecher der Rheinfelder Ärzte, Ludwig Fritze, als Knackpunkt. Die Situation vor Ort sieht bereits heute so aus, dass immer mehr niedergelassene Ärzte ihren Notdienst abends und am Wochenende wegen der hohen Arbeitsbelastung in ihrer Praxis nicht mehr selbst leisten, sondern dafür junge Ärzte aus einen Vertretungspool nutzen. Eine Umfrage unter Kollegen zur geplanten Reform ergebe kein einheitliches Bild. Jeder "möchte etwas anderes", erklärt Fritze. Eine zentrale Notfallpraxis für den Raum Rheinfelden zu fordern, hält Fritze für "verständlich". Weil es aber darum gehe, den Beruf für junge Kollegen attraktiver zu machen und den Ärztemangel zu stoppen, sieht der Mediziner wenig Chancen für einen dritten Standort. Dann müssten wieder für 365 Tage im Jahr Ärzte für Dienste gesucht werden. Finanzierbarkeit und Arbeitsbelastung stehen einer runden Lösung somit entgegen.

Autor: ibö