Schmierereien

Polizei ermittelt nach rassistischen Graffiti in Rheinfelden

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 12. September 2018 um 16:42 Uhr

Rheinfelden

Hetze in ziemlich schlechtem Deutsch: In Rheinfelden sind Hauswände mit rassistischen und antisemitischen Sprüchen beschmiert worden. Die Polizei prüft nun, ob Volksverhetzung vorliegt.

Zu Farbschmierereien kam es im Bereich Jahnstraße/ Dürrenbachstraße /Schwarzer Weg im Verlauf des Dienstags. Unbekannte Täter sprayten auf Garagen rassistische Sprüche in ziemlich schlechtem Deutsch. Die Polizei prüft laut einem Pressesprecher, ob eine Volksverhetzung vorliegt.

An zwei Garagenwänden am Schwarzen Weg, die offenbar vor nicht allzu langer Zeit von anderen Schmierereien befreit worden waren, kam es zu rassistischen und antisemitischen Großgraffitos. Auf einer Garagenwand ist nach vorliegenden Informationen großformatig zu lesen: "Affen aus Africa werden mit den Deutshen brüten und unsere Kultur überrennen Echte deutsche MÄNNER beschützen irhe Fraun" (sic!). Auf einer weiteren Garagenwand steht auf über zehn Metern Länge: "Rothschild Zionisten betreiben die Neue Wel" (sic!).

Jörg Moritz-Reinbach, der Vorsitzende des Ortsverbands der Grünen, wandte sich mit einer "persönlichen Stellungnahme" an die Zeitung. Er habe unmittelbar nach der Entdeckung am Dienstag bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt wegen menschenfeindlicher und antisemitischer Hetze gestellt. "Diese widerwärtigen Spruchwerke sind geeignet – und wahrscheinlich genau zu diesem Zweck angebracht worden – , den Frieden in unserer Stadt zu beschädigen", schreibt er und fordert: "Die Zivilgesellschaft unserer Stadt darf sich an solche Hetze nicht gewöhnen!" Die Eigentümer hätten guten Grund, diese Provokationen umgehend zu entfernen.

Die Pressestelle der Polizei bestätigt den Eingang der Anzeige. "Affen aus Africa" (sic!) wende sich an eine ethnische Gruppe, so dass geprüft werde, ob der Tatbestand der Volksverhetzung vorliege. Die Ermittlungen seien am Mittwochnachmittag angelaufen.

Parallel informierte Revierleiter Siegfried Oßwald, dass die Polizei es zur Zeit verstärkt mit Schmierereien zu tun habe.

Sowohl Sprayereien als auch Vergehen mit Pinsel und Farbe oder Filzstiften würden auch in den Ortsteilen gemeldet. Die Polizei verfolge mehrere Spuren nach den Verursachern. Im Fall der aktuell angezeigten Schmierereien werde bereits wegen Sachbeschädigung ermittelt.