Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
15. März 2010
Puccini begeistert im Bürgersaal
270 Gäste kamen zum anspruchsvollen Konzertabend mit dem Landespolizeiorchester / 2000 Euro für soziale Projekte.
RHEINFELDEN. Mit einer ausgewogenen Mischung aus Klassik und Unterhaltungsmusik lockte das Landespolizeiorchester Baden-Württemberg am Samstagabend rund 270 Besucher in den Bürgersaal. Das Benefizkonzert bot ein hohes musikalisches Niveau und traf mit seinem Programm den Nerv des Publikums.
Leise und vorsichtig begann das erste Stück, um sich dann dramatisch zu steigern. Später geradezu gigantische Fanfaren, dann jedoch süß und romantisch, zum Schluss hin wieder kräftig und zupackend. Die Rede ist von der Ouvertüre zu Rossinis Oper Wilhelm Tell. Das vielschichtige Werk mobilisierte gleich zu Beginn alle Kräfte des Orchesters – und begeisterte das Publikum. Das folgende Stück wurde ursprünglich für Klarinette und Klavier geschrieben. Als erstes Blasorchester spielte das Landespolizeiorchester Gabriel Piernés Canzonetta auf CD ein. Mit der Klarinettistin Julia Schlag verfügt das Orchester über eine Solistin, die über das nötige musikalische Feingefühl verfügt, um dem Publikum laute Bravo-Rufe zu entlocken.Giacomo Puccinis Oper "La Fanciulla del West" komponierte er eigens für die Metropolitan Oper in New York. Gut gelaunt verkündete der Dirigent Toni Scholl: "Die Oper geht dreieinhalb Stunden". Der Arrangeur Johan de Meij hatte allerdings Erbarmen mit den Zuhörern und kürzte die Instrumentalfassung auf 17 Minuten. Nach dem vielseitigen Werk, das dem Orchester einiges abverlangte, folgte eine große Pause.
Werbung
Initiator der Veranstaltung ist der Förderverein "Rückenwind". Deren Vorsitzender Christoph Brugger machte ein zufriedenes Gesicht – der Bürgersaal war beinahe bis auf den letzten Platz besetzt. Die Einnahmen, über 2000 Euro, gehen zur Hälfte an die Karl-Rolfus-Schule Herten, die andere Hälfte kommt Kindern im Katastrophengebiet auf Haiti zugute.
Der zweite Konzertteil war wesentlich lockerer als der erste – wobei das Orchester auch im Bereich der Unterhaltungsmusik ein hohes Niveau anstrebt, wie Dirigent Toni Scholl erklärte. Nach dem allseits bekannten Marsch der Medici folgte eine Komposition, die eigens dem Landespolizeiorchester Baden-Württemberg gewidmet ist: "Hollywood Blockbuster" von Derek Bourgeois. Das Stück versteht sich allerdings nicht als Medley aus bekannten Filmmelodien – nur hier und da konnte man den ein oder anderen Film oder Jingle einer Produktionsfirma durch hören. Nach "Spirit: Stallion of the Cimarron" des Großmeisters der Filmmusik, Hans Zimmer, folgte das dreiteilige Stück "Jazz Suit" von Thorsten Wollmann. Nicht nur der Name des Komponisten klingt deutsch, auch die Musik hat einen europäischen Anklang. Trotzdem lieferte das Orchester authentische Rhythmen - teils mit südamerikanischen Einflüssen. Den offiziellen Abschluss bildete ein Medley aus der Ära des legendären Count Basie Orchestra. Mit viel Drive und Elan, sehr präziser Spielweise und gewürzt mit kleinen Soli ließen die Musiker den Swing aufleben.
Als erste Zugabe gab es einen ungewöhnlichen, energiegeladenen Marsch zu hören, der insbesondere der Percussion-Gruppe des Orchesters viel abverlangte. Der begeisterte Applaus entlockte dem Ensemble auch noch das Badnerlied und eine weitere Zugabe. Das Landespolizeiorchester Baden-Württemberg überzeugte nicht nur mit seiner anspruchsvollen und professionellen Spielweise, sondern auch mit seinem vielseitigen Programm. Aus dem Publikum kam ein durchweg positives Feedback - erkennbar auch an den überschwänglichen Akklamationen.
Autor: Jannik Schall


