Punk versus Metal: Heftig, laut und richtig friedlich

Sophia Kaiser

Von Sophia Kaiser

Mo, 21. Januar 2019

Rheinfelden

Konzertpremiere vom Samstag im Jugendhaus ist ein Erfolg.

RHEINFELDEN. Am Samstagabend war es laut, warm und ziemlich voll im Jugendhaus im Rheinfelder Tutti-Kiesi-Areal. Obwohl das Motto des Konzerts "Metal versus Punk" lautete, gab es keine Gegnerschaft. Die Fans der jeweiligen Genres feierten zusammen mit den sechs Bands des Abends. Bis kurz vor ein Uhr nachts wurde getanzt, gepogt und gesungen. Obwohl die Bands auf beide Genres verteilt waren, waren es vor allem die lauteren Bands, die die Besucher begeistert haben.

Die Veranstaltung war eine Teamleistung des Jugendreferats und der Event AG Kaliber 12 Events. Kurz nach 19 Uhr eröffnete die Pop-Punk-Band "Exit28" aus Simonswald den Abend. 40 Minuten Spielzeit war für jede Gruppe vorgesehen, dazu kam noch die Umbaupause. Je später es wurde, desto voller wurde der Jugendhaus-Saal. In Schwarz gekleidete Menschen, Männer mit längeren Haaren, Irokesenfrisur oder gefärbten Haaren, teilweise in passender Rocker- oder Punker-Kluft, fanden sich zusammen.

Die Mitglieder des Jugendreferats kümmerten sich um die Einlasskontrolle und den Getränkeverkauf. Neben Softdrinks gingen vor allem auch Bier und Wein über die Theke. Während bei der ersten Band die meisten Gäste eher verhalten in kleinen Gruppen zur Musik wippten, gab es beim Auftritt von "Beretta" aus Lörrach um kurz nach acht kein Halten mehr. Die Band um Frontmann Ricardo Kielmann, alias "Krüger", stimmte rauere Töne an, sehr zur Freude ihrer Fans. Zu den deutschen Texten und gitarrenlastigen Songs, wurde auf der Bühne hin- und hergesprungen und die Haare folgen beim Headbangen durch die Luft. Das Highlight des Auftritts war die Veröffentlichung von Berettas zweiter EP "Seemannsreise". Zum Abschluss holten sie sich auch gleich noch ein paar der Gäste mit auf die Bühne, die mit ihnen gemeinsam den Auftritt feiern sollten.

Headbangen, Tanzen und Feierlaune

Die Besucherzahlen nahmen mit fortgeschrittener Zeit immer weiter zu. Nach "Berettas" Auftritt waren etwa 80 Gäste im Jugendhaus. Auch die Bands, die wie "Watch Me Rise" aus Frankfurt und "The Final Impact" aus Passau angereist sind, konnten die Punks und Metal Fans begeistern. Obwohl beide Sänger auf den ersten Blick nicht nach Hardcore oder Metal aussahen, beeindruckten sie mit einem Gesang aus metal-typischen "growls" und "screams", Kehlgesang, bei dem die Stimme der Sänger einem tiefen, knurrenden Geräusch oder Schreien ähnelt.

Je später die Stunde, desto ungehemmter wurden die Gäste auch. Schon beim Auftritt von "Beretta" formten sich vor der Bühne kleine "Moshpits", ein aus Menschen gebildeter Kreis, in dem gleichzeitig in verschiedene Richtungen getanzt wird. Vor allem "The Final Impact" feuerten das Publikum weiter an. Durch Klatschen, gemeinsames Singen und einen Aufruf zur "Wall of Death", bei der die Menge in zwei Hälften geteilt wird, die auf ein Signal der Band aufeinander zustürmen, wurde die Stimmung noch mehr aufgeheizt.

Die Bands waren vor allem "Krüger" für die Einladung dankbar. Joshua Wannemacher, der Sänger der Band "Watch Me Rise", bekam von "Beretta" ein Geburtstagsständchen und war ganz besonders froh über seinen "besten Geburtstag", den er auf der Bühne verbringen durfte. Nach und vor den Auftritten wurde gemeinsam mit den Gästen getrunken und weiter gefeiert. Die Mitglieder der ersten Band, "Exit28", waren zufrieden mit ihrem Auftritt, auch wenn sie eine der eher "ruhigeren" Bands waren. "Die Mischung aus Punk und Metal ist cool," sagt Drummer Daniel Weis. "Das ist ja schon nicht unsere Branche, wir sind dagegen ja schon eher Softies," scherzt Sänger Simon Schindler, "es ist aber ist interessant, dann trotzdem dabei zu sein." "Privat höre ich ja trotzdem auch Metal", räumt Weis ein.

Veranstalter sind zufrieden mit dem Abend

Ricardo Kielmann hat der Auftritt seiner Band Spaß gemacht. "Die Stimmung war gut", sagt er im Anschluss. Das Konzert war zwar eine Premiere für Rheinfelden, aber wurde von Kaliber 12 Events, der 2016 von Kielmann gegründete Event AG, bereits zum zweiten Mal veranstaltet. "Im Vergleich zur ersten Location sind heute schon mehr Leute gekommen", erzählte er. Vor allem die Mischung von Punk und Metal findet Kielmann wichtig. "Sonst ist immer nur eine der Richtungen sehr stark vertreten, das soll bei uns einfach anders sein. Wir sind ja selber eine Band mit Mischung aus beiden Genres."

Stefanie Behringer vom Jugendreferat war auch sichtlich glücklich über den Abend. "Wir sind zufrieden. Vor allem die Organisation läuft sehr gut, es ist gut besucht und alle sind friedlich. Das ist ja auch nicht immer selbstverständlich. Man sieht ja an den Besuchern, dass der Bedarf an solchen jugendkulturellen Veranstaltungen da ist." Einer Wiederholung steht damit quasi nichts mehr im Weg. "Wir würden uns sehr freuen, wenn wir so ein Konzert noch einmal zusammen veranstalten könnten", sagte Stefanie Behringer.