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10. Februar 2012 10:57 Uhr

Das Jupa findet, dass Rheinfelden für Jugendliche langweilig ist

"Rheinfelden ist für Jugendliche langweilig", lautete am Mittwoch die provokante These in der Jupa-Sitzung. Das Jugendparlament will seine Innenstadterklärung erneuern und mit konkreten Wünschen der Jugendlichen anfüllen.

  1. Jugendliche machen sich Gedanken zur Zukunft der Stadt. Foto: Dominic Rock

RHEINFELDEN. "Rheinfelden ist für Jugendliche langweilig", lautete am Mittwoch die provokante These in der Jupa-Sitzung. Das Jugendparlament will deshalb seine Innenstadterklärung erneuern und mit konkreten Wünschen und Ideen der Jugendlichen anfüllen. Wie diese aussehen, wurde ausgiebig bei Facebook und in der Tagung diskutiert.

"Welche Geschäfte kommen werden, können weder wir noch die Stadt entscheiden", stellte Vorsitzender Dominik Apel klar: "Aber wir können unsere Interessen bekunden und Ratschläge geben." Die letzte Entscheidung liege bei den Immobilieneigentümern, an wen sie vermieten, dennoch müsse lautes Träumen erlaubt sein. Und dazu gehört, dass im Obergeschoss des ehemaligen Kaufhauses Blum eine Bar eingerichtet wird, die sich speziell an Jugendliche richtet, des weiteren wünschen sich die Jugendlichen die Drogeriemarktkette Müller, denn die Stadt brauche einen Markt, der alles anbiete. Apel ist sich sicher, dass Rheinfelden zur Zeit nichts zu bieten hat, was junge Leute anziehe. Er denkt dabei an einen Laden, der neben CDs und DVDs auch Schreibwaren im Sortiment hat. Für Modegeschäfte wie H&M oder New Yorker gebe es genügend andere leerstehende Objekte in der Innenstadt.

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Was auf den ersten Blick an Luftschlösser erinnert, wurde von der Jugend aber durchdacht. Auf der Facebook-Seite des Jupa wurde ausgiebig über die Möglichkeiten zur Innenstadtentwicklung diskutiert. "Rheinfelden ist langweilig, das muss geändert werden", fasste es Vincent Schütz zusammen. Gerade für die Jugend gebe es zu wenige Angebote. Als Treffpunkt wird das neu zu errichtende Jugendhaus am Tutti-Kiesi erwartet, das sich aber außerhalb der Innenstadt befinden wird. Eine Anlaufstelle, die sich speziell an Jugendliche im Zentrum richtet, wird daher von vielen noch gewünscht. Welchen Modeladen man gerne hätte, scheint weniger konkret zu sein: "Hauptsache es ist ein Laden für junge Mode", ist zu hören.

Die im September verabschiedete Innenstadterklärung des Jupa wird mit konkreten Vorschlägen angereichert. Die Jupa-Mitglieder zeigen sich einig, dass es wichtig ist, ihr Interesse öffentlich zu bekunden und zu sagen: "Wir Jugendlichen wollen". Was die Jugend wünscht, lässt sich kurz zusammenfassen: bessere Einkaufsmöglichkeiten und mehr Freizeitangebote. "Wir möchten echte Alternativen zu Bistro oder Bonsai", erklärte Vincent Schütz. Auch wäre es für Jugendliche schwierig, zum Einkaufen stets nach Basel, Lörrach oder Freiburg zu fahren, da die Verbindungen der öffentlichen Verkehrsmittel nicht in jedem Stadtteil optimal seien. "Aus Minseln ist es schwierig rauszukommen, vom Dinkelberg aus sogar besonders schwierig", heißt es.

Einen Teilerfolg gab es bereits in der Sitzung: CDU-Gemeinderätin Sabine Hartmann-Müller, die als Gasthörerin teilnahm, kündigte an, sich die Ideen des Jupa zur Innenstadt zu Herzen zu nehmen und deren Realisierungsmöglichkeiten zu durchdenken.

Autor: Martina Proprenter