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18. April 2017 16:43 Uhr

Nicht getraut

Rheinfelder Bräutigam flieht vor der eigenen Hochzeit

Ein Rheinfelder Bräutigam bekam am Hochzeitstag kalte Füße und verschwand. Als er gefunden wurde, gab es von seiner Verwandtschaft so großen Ärger, dass er erneut flüchten musste.

  1. Reste einer Hochzeitsdekoration. In Rheinfelden floh ein Bräutigam, bevor es ernst wurde. Foto: dpa

Den Stoff kennt man aus zahlreichen Liebeskomödien: Ein Bräutigam bekam am Tag seiner Hochzeit kalte Füße und floh – mit einer eigenartigen Ausrede. Als er aufgefunden wurde, bekam der Mann, der sich nicht traute, von seiner Verwandtschaft so großen Ärger, dass er sich gleich wieder aus dem Staub machte. Die Polizei schließt aus, dass der Mann zwangsverheiratet werden sollte.

Die Polizei eingeschaltet

Die Geschichte wurde sogar zum Fall für die Rheinfelder Polizei. Die eingesetzten Beamten wussten am Ende selbst nicht, wem sie ihr Mitleid schenken sollten. Das Ganze begann am Gründonnerstag gegen 21 Uhr mit dem Anruf einer jungen Frau. Sie meldete ihren Bruder als vermisst und bat die Polizei um Hilfe. Eine Streife befragte die Frau und deren Familie. Außerdem durchsuchten die Beamten mehrere Gebäude nach dem angeblich Vermissten.

Nach und nach kam heraus, dass sich der Bräutigam am Vormittag zu einer Untersuchung in ein Krankenhaus begeben hatte. Tatsächlich war der kurzfristige Aufenthalt in der Klinik eine Flucht vor der am gleichen Tage anstehenden Hochzeit, auf die der junge Mann offenbar nicht die geringste Lust verspürte. Deshalb machte er sich unauffindbar und ließ sich am Abend von einem Bekannten abholen und nach Hause bringen.

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Zum zweiten Mal weggelaufen

Dort stöberte ihn die Hochzeitsgesellschaft auf und fiel verbal über ihn her. "Was der Bräutigam zu hören bekam, lässt sich nur erahnen", formuliert es die Polizei in einer Pressemitteilung. Schließlich habe der Mann es nicht mehr ausgehalten, machte sich erneut davon und tauchte unter. Um die Polizei nicht unnötig zu beschäftigten, teilte er den Beamten seinen Aufenthaltsort mit. Eine Streife fand den Unglücklichen am angegebenen Ort an und nahm sich Zeit für ein Gespräch. Die Polizei berichtet, dass die Aussprache dem Nicht-Heiratswilligen gut getan habe. Trotzdem wollte er anschließend noch etwas Zeit haben, um mit sich ins Reine zu kommen. "Wie die Geschichte weiterging, ist uns nicht bekannt. Zumindest ging über Ostern kein weiterer Anruf ein", endet die Polizei ihre Meldung.

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Autor: bz