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14. Juli 2015

Sänger bereiten mit Schulmeistereien viel Vergnügen

Kammerchor Rheinfelden führt eine sommerliche Matinee im Vacono Dome auf und begeistert seine Zuhörer.

  1. Mit „Schulmeistereien“ unterhielt der Rheinfelder Kammerchor bei seiner vergnüglichen Sommermatinee im Vacono Dome die vielen Zuhörer aufs Heiterste. Foto: Roswitha Frey

RHEINFELDEN. "Der Kopf wird schwer, die Ohren summen und der Blick wird leer, vor lauter Wissen weißt du am Ende gar nichts mehr!" So tönt es in dem Stück "Die Lernmaschine", das der Kammerchor Rheinfelden bei der sommerlichen Matinee im Vacono Dome aufgeführt hat. Unter dem Motto "Schulmeistereien" hatten sich die Sängerinnen und Sänger unter Leitung von Matthias Wamser ein originelles Programm mit Musik rund um das Thema Lehrer und Schüler einfallen lassen.

Bei diesem heiteren Streifzug durch die Musikgeschichte wurden bei den Zuhörern manche Erinnerungen und Anekdoten aus der eigenen Schulzeit wach, wie Vorsitzender Thomas Müller in seiner Begrüßung humorig meinte. Farbenfroh gekleidet, eröffnete der Chor das ebenso unterhaltsame wie "lehrreiche" Konzert mit einem Chorlied aus dem Liederbuch des Georg Forster von 1540.

Als Hauptwerk erklang die Kantate "Der Schulmeister" von Telemann für Bass-Solo und Chor. Der Barockkomponist hat die Figur eines strengen, selbstgefälligen Lehrers oder Kantors karikiert, der mit seinen "Jungen" eine Singstunde abhält. Als Solist schlüpfte der Bassbariton Stefan Vock in die Rolle des eitlen "Paukers", sang die Arien und Rezitative mit prächtiger, dunkel timbrierter, wohltönender Stimme und unterstrich die Allüre des Schulmeisterlichen mit lebhafter Gestik und Mimik. Die Sängerinnen und Sänger zeigten sich stilistisch und gesangstechnisch hervorragend eingestimmt und spielten mit sichtlichem Humor mit.

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"Zukunftsmusik" klang in "Die Lernmaschine" von Heinz Auner an, einem modernen Märchen aus dem Schulleben für Chor, Sprecher und Instrumente. In diesem halbszenisch aufgeführten Stück geht es um einen Lerncomputer, der in einem neuen Schulsystem die altgedienten Lehrkräfte ersetzen soll. Die Pennäler fordern: "Wir wollen unsere alten lieben Lehrer wieder haben!" Mit sichtlichem Vergnügen agieren die Sängerinnen und Sänger mal als Chor der Schüler, mal als Chor der Eltern, die über die Kosten der Lernmaschine klagen: "O weh! Wer soll das bezahlen?", mal als Chor der Lehrer, die konstatieren: "Das ist das Ende unsrer Mühen."

Chorleiter Matthias Wamser führt seinen Kammerchor, der zwischen Singen und Sprechgesang hin und her wechselt, geschickt durch diese musikalische Schulsatire, die mit der Erkenntnis endet: "Erziehung und Bildung kann allein des Menschen Dienst am Menschen sein!" Am Klavier begleitete der Rheinfelder Pianist Ewald Gutenkunst den Chor bei seinen "Schulmeistereien" mit schwungvollem, inspiriertem und sehr souveränem Spiel. Zum Schluss gab es eine Szene aus der Oper "Zar und Zimmermann" von Albert Lortzing, in der wieder der geschmeidig und kräftig singende Bassbariton Stefan Vock auftrat, dieses Mal als wichtigtuerischer, aufgeblasener Bürgermeister. Die vielen Besucher waren begeistert von dieser vergnüglichen Matinee.

Autor: Roswitha Frey