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20. April 2016

Schloss Beuggen steht vor Verkauf

Investoren vom Hochrhein im Gespräch für die Übernahme.

  1. Der Verkauf von Schloss Beuggen steht bevor. Foto: Ingrid Böhm-Jacob

  2. Karl-Wilhelm Frommeyer und Petra Rieckmann mit dem neuen Schlossführer Foto: Peter Gerigk

RHEINFELDEN. Die Badische Landeskirche will mit dem Verkauf von Schloss Beuggen Ernst machen. Dem Vernehmen nach sind die Verhandlungen mit dem Interessenten so weit fortgeschritten, dass Verträge abgeschlossen werden können. Nach wie vor nennt der Oberkirchenrat den künftigen Investor nicht namentlich. Aus gut unterrichteten Kreisen vor Ort ist aber inzwischen an mehreren Stellen durchgesickert, dass es sich um Leute aus der Planungs- und Immobilienbranche am Hochrhein handeln soll.

Einen Kontakt zu den als potenziellen Schlossherren gehandelten Kai Flender und Uwe Gantert für eine Stellungnahme herzustellen, ist der Badischen Zeitung bisher allerdings nicht gelungen. Vom Investor wird aber Schlosserfahrung vorausgesetzt. Dem Immobilienunternehmen wird seit 2013 das Tiengener Schloss zugeordnet, das ähnlich geschichtsträchtig ist wie Beuggen mit Anfängen bis ins 12. Jahrhundert. Auch dort hält der Denkmalschutz seine Hand darauf.

Unbekanntes Nutzungskonzept
Es wird erwartet, dass die Landessynode der evangelischen badischen Landeskirche, die diese Woche ihre Frühjahrstagung abhält, in Kürze mit Fakten zum Verkauf von Schloss Beuggen aufwartet und die künftige Nutzung der Anlage mit unterschiedlichen Gebäuden aufzeigt. Unter anderem ist bereits von einem Café oder Restaurant die Rede.

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Die Grundbedingungen
Als die Landessynode im Frühjahr 2014 beschlossen hat, sich aus finanziellen Gründen von Schloss Beuggen zu trennen, weil sich die als notwendig erachtete halbe Million Euro für Rückstellung und Unterhalt nicht erwirtschaften lässt, sind zahlreiche Aktivitäten entwickelt worden, damit der Charakter des christlichen Zentrums erhalten bleibt. Drei Grundbedingungen wurden formuliert als Grundlage für Vermarktungsgespräche.

OB ist zuversichtlich
Von Anfang an hat die Stadt Rheinfelden über den Gemeinderat und OB Klaus Eberhardt Einfluss auf die Weichenstellung genommen und klare Ansage gemacht, welches Interesse an diesem herausragenden Kulturgut besteht. Danach ist dem Baudenkmal als "Leuchtturm für die Stadt und die Region" Rechnung zu tragen. Zum Zweiten soll gewährleistet bleiben, dass Schloss Beuggen öffentlich zugänglich bleibt. Zum Dritten soll das Schloss noch als kirchlicher Ort wirken, wenn es keine Tagungsstätte der Landeskirche mehr gibt. Der Oberbürgermeister erklärt auf Anfrage, dass die Stadt nur am Rande an der weiteren Planung beteiligt sei. Nach seiner Kenntnis gehe er aber davon aus, "dass unsere Interessenlage abgehakt" werde. Eberhardt gibt zu bedenken, dass es schwierig sein wird angesichts eines hohen Kaufpreises Forderungen zu stellen, die zu hundert Prozent erfüllt werden.

Erwartungen im Schloss
Die Kommunität als Glaubensgemeinschaft, die über einen Erbpachtvertrag von 99 Jahren mit der Landeskirche ihren Standort behält, geht zunächst offen "und ohne Vorbehalte", wie Jörg Hinderer meint, als eines der Mitglieder ins Zukünftige, aber noch nicht wissend, was kommt. Die Kommunität hat zunächst versucht, mit einem eigenen Konzept Möglichkeiten zu entwickeln, damit nur wenig Veränderungen eintreten. Dass die bevorstehen, wird auch vom Leiter der Erwachsenenbildung der evangelischen Kirche erwartet, die ihren Bürositz im alten Pfarrhaus hat, sowie vom theologischen Leiter der Tagungsstätte, Martin Abraham, der sein Büro im neuen Schloss unterhält. Ein Umzug der Einrichtungen in andere Gebäude auf dem Areal gilt als denkbar. Die Schule Tüllinger Höhe soll weiter Bestand haben, heißt es. Der Freundeskreis Schloss Beuggen mit Karl Wilhelm Frommeyer an der Spitze möchte in jedem Fall das kirchliche Leben von Schloss Beuggen weiter unterstützen. Er sieht sich allerdings derzeit in Warteposition, da sowohl für den Bibelgarten wie die Taizégottesdienste oder Schlossführungen die Zuständigkeit bei der evangelischen Tagungsstätte liege.

Autor: Ingrid Böhm-Jacob