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30. Juli 2012

"So eine Autobahn wollen wir nicht"

BI und CDU machen Druck: Nur mit einem Tunnel zwischen Karsau und Minseln soll es mit dem Bau der Autobahn A 98 weitergehen.

  1. Im Rathaus Rheinfelden wurde bereits für den Tunnelbau im Zuge der A 98 demonstriert. In Minseln und Karsau will man weiterkämpfen für dieses Ziel. Foto: Peter Gerigk

  2. Uwe Tittmann und Klaus Weber wollen für einen Tunnel zwischen Minseln und Karsau kämpfen. Foto: R. Reissmann/P. Wunderle

  3. Foto: Petra Wunderle

  4. Uwe Tittmann und Klaus Weber wollen für einen A-98-Tunnelbau kämpfen. Foto: Reissmann/Wunderle

RHEINFELDEN. Die Tunnel-BI Minseln/Karsau sowie der CDU-Ortsverband Karsau wollen bei der Diskussion um die Neuaufteilung der Autobahnabschnitte den Fokus auf ihr Hauptanliegen richten: Einen zügigen Weiterbau nach Osten werden es nur mit einem Tunnel zwischen Karsau und Minseln geben, heißt es deckungsgleich in zwei Pressemitteilungen vom Sonntag, die von Uwe Tittmann und Klaus Weber (für die BI) und Eckart Hanser (für die CDU Karsau) unterzeichnet sind.

Unisono wird kritisiert, dass es bei der bisherigen Diskussion nur um die Entlastung von Schwörstadt gegangen sei.

In diversen Sitzungen mit Stadtverwaltung und dem Planungsbüro Rapp Regioplan sei klar geworden, dass nur ein Tunnel mit einem Kilometer Länge den gewünschten Schutz der Landschaft und des Naherholungsgebiets Dinkelberg gewährleisten kann, meint Hanser und kündigt bereits jetzt an, dass die Alternative nicht ein kürzerer Tunnel sei, sondern "keine Autobahn". "Wenn man davon ausgeht, dass mindestens die Hälfte der über 5 000 Menschen in Karsau und Minseln von der Autobahn betroffen sind, steht zu befürchten, dass es in drei Jahren auf dem Dinkelberg heiß hergehen wird", sollte das RP an einer Planung ohne einen Tunnel zwischen Karsau und Minseln festhalten, meint Hanser.

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"Die teuerste Umgehungsstraße der Welt"

Für die BI Minseln/Karsau "rückt die Planungskatastrophe für die Landschaft, Natur und die Menschen am Dinkelberg, in Karsau und Minseln in unmittelbare Nähe", wenn die Autobahn bis Schwörstadt weitergebaut wird – für Weber und Tittmann "vermutlich die teuerste Umgehungstrasse der Welt für einen relativ kleinen Ort". Ihre Wahrnehmung: Von den dann neu betroffenen Anliegern in Karsau und Minseln werde anscheinend keine Kenntnis genommen, dabei seien von den insgesamt 5300 Menschen, mehr als die Hälfte durch die A98 negativ betroffen.

Auch das enorme Maß der Landschaftszerstörung scheine niemanden zu kümmern, meint die BI. "Man muss sich nur mal die deutliche Zerstörung an der Baustelle bei Minseln und dem Nollinger Wald im Endausbau der A98.4 ansehen, dann weiß man, was auf uns mit einem 60 Meter breiten Graben auf der Dinkelberggemarkung zukommt", heißt es weiter. Dieser Abschnitt würde dann komplett umgegraben, zwei zusammengewachsene Ortsteile wären endgültig zerschnitten.Doch Tittmann und Weber wollen weiterkämpfen, weil seit 2007 ein Umdenken stattgefunden habe: Die Naherholung am Dinkelberg wäre erheblich beeinträchtigt, "so leichtfertig gibt heute niemand mehr eine so wertvolle Landschaft auf". Mit der Übergabe der Machbarkeitsstudie an das Regierungspräsidium werde zum Ausdruck gebracht, dass Rheinfelden die bestehende Planung im Abschnitt Minseln-Karsau so nicht akzeptieren könne. "So eine Autobahn wollen wir nicht", hält die Bürgerinitiative fest.

Autor: Ralf Staub