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16. Juli 2010

Sozialstation bildet wieder Pfleger aus

Nach zehn Jahren Pause wurden 18 Frauen intensiv geschult / Nachfrage stieg.

  1. 18 Frauen haben den Krankenpflegekurs der kirchlichen Sozialstation unter der Leitung von Pflegedienstleiterin Inge Thoma (vorne Mitte) erfolgreich beendet. Foto: Claudia Gempp

RHEINFELDEN. Wenn ein Familienmitglied pflegebedürftig wird, insbesondere wenn dies plötzlich geschieht, verändert sich für diesen und seine Angehörigen das Leben. Oft, so weiß Inge Thoma, die Pflegedienstleiterin bei der kirchlichen Sozialstation, würden sich Angehörige dann allein gelassen fühlen, sie stehen vor einem Berg an Problemen und Fragen: Wie kann ich helfen? Wo finde ich Unterstützung? Wie wird das Finanzielle geregelt?

Die Sozialstation bot deshalb und aufgrund der gestiegenen Nachfrage zum ersten Mal nach über zehn Jahren wieder einen Krankenpflegekurs für pflegende Angehörige und andere an der Pflege Interessierte an. "Wir wollen diese Menschen bei ihrer schwierigen Aufgabe unterstützen", betonte Inge Thoma, die den von der AOK Hochrhein-Bodensee gesponserten Kurs leitete.

18 Frauen zwischen 40 und 70 Jahren nahmen erfolgreich teil und bekamen ein Zertifikat. Sie kamen bis aus Weitenau, Öflingen, Schwörstadt und den Ortsteilen. Darunter waren Ehrenamtliche aus dem sozialen Bereich, die damit noch mehr Handwerkszeug haben, auch Mitarbeiter der Hauswirtschaft wollten ihr Wissen vertiefen, andere pflegen Eltern oder Großeltern.

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An sechs Abenden wurden sie in allen Bereichen der Pflegetätigkeit geschult, erhielten Orientierungshilfen im Pflegealltag und hilfreiche Informationen, zum Beispiel die, dass sogar Schulungen im häuslichen Bereich möglich sind. Bei den Themen Körperpflege und Hygiene war es Inge Thoma ganz wichtig, nicht nur Theorie zu vermitteln, die Teilnehmer machten auch Selbsterfahrungen, etwa beim gegenseitigen Zähneputzen, und das "hat viele Aha-Erlebnisse ausgelöst". Des Weiteren standen auf dem Stundenplan: Sturzprophylaxe, Ernährung, Bewegung, Transfer, Lagerung (Kinästhetik), Krankenbeobachtung (Haut), das Kennenlernen von Krankheitsbildern wie Parkinson, Schlaganfall und das ganz große Thema Demenz, Informationen zur Pflegeversicherung, Patientenverfügung und Sterbebegleitung.

Nicht zuletzt spielte auch die Selbstpflege ein große Rolle, denn "oft werden auch die Angehörigen vor lauter Pflege krank." Dazu gab es psychologische Tipps wie: Sich selber hin und wieder einen freien Nachmittag gönnen, mit dem Partner vielleicht ein Konzert besuchen, auch mal Nein sagen und Arbeiten delegieren. "Denn", so Inge Thoma, "ich kann nur helfen, wenn es mir auch gut geht."

Autor: Claudia Gempp